15. Februar 2019 Von: André in 'Skitechnik'' | 1 Kommentare

Das erste Gespräch im Lift geht häufig über gutes Skifahren. „Wir haben noch richtig Skifahren gelernt, da passte nur ein Blatt zwischen unsere Knie“ tönt es dann von links. Und auch die Gespräche über typische Anfängerfehler, die unbedingt vermieden werden sollten, gehen in vielen Familien auseinander. Papa hat häufig auf den langen Latten mit zwei Metern Länge gelernt, während für die Tochter der Carving-Ski nicht kurz genug sein können. Doch was ist eigentlich richtiges Skifahren? Und wie machen wir von Anfang an alles richtig? Snowplaza hat dazu die 13 häufigsten Anfänger-Fehler beim Skifahren zusammengestellt.

Das sind 13 typische Anfänger-Fehler beim Skifahren

Ziel eines jeden Skifahrers sollte es sein, sicher um die Kurve zu steuern, möglichst wenig Kraft aufzuwenden und dabei auch noch gut auszusehen. Um das zu schaffen, können wir uns verschiedener Hilfsmittel bedienen. Mit den folgenden Tipps, sollte es für jeden Skifahrer möglich sein, die Anfängerfehler beim Skifahren zu vermeiden und sicher auf der Piste unterwegs zu sein. Ideal also, um das Skifahren besser zu lernen.

1. Skienden folgen nicht den Skispitzen

Selbst fortgeschrittene Skifahrer machen diesen Fehler, deshalb sollten Sie sich bereits beim Skifahren lernen am Idealbild des Skiprofis orientieren. Die Skienden folgen dabei immer der Bahn der Skispitzen. Der Bremswiderstand ist sehr gering. Je weniger der Schnee spritzt, desto schneller kommt man um die Kurve und desto weniger Kraft wird benötigt. Wenn die Geschwindigkeit zu groß wird, sollte natürlich abgebremst werden.

2. Skistellung ist zu eng oder zu breit

Hieß es bei Papa noch „Die Knie enger zusammen“, heißt es heute: hüftbreit. Wenn wir uns parallel mit enger Skistellung an den Berg stellen und die Kanten in den Schnee drücken, merken wir schnell, wie eingeengt wir sind. Der Bewegungsspielraum ist nahezu vollständig eliminiert. Auf der anderen Seite sorgt eine zu breite Spuranlage für unkontrolliertes Fahren. Versuchen Sie eine gute Balance zu finden.

3. Skifahrer sind zu langsam

Das wichtigste Detail um Anfängerfehler zu vermeiden steckt im Namen: Kurven fahren. Wir wollen mit einer dynamischen Bewegung den Richtungswechsel vollziehen und nicht zu viel Abbremsen, um unsere Kräfte zu sparen. Eine Kurve zeichnet sich dadurch aus, dass sie rund ist. Das Gleiche sollte auch für unsere Bewegungen gelten. Mit ein bisschen Geschwindigkeit geht das oft einfacher.

4. Zu weit nach hinten gelehnt

Kontakt von Schienbein und Skischuh ist absolut notwendig. Deswegen müssen wir uns nach vorne lehnen und den Skischuh am Schienbein spüren. Der Gegenbeweis warum das Gewicht nach vorne gehört ist schnell geführt: Einfach mal im Flachen sich zurücklehnen und ausprobieren, wie einfach es sich noch steuert. Gerade in Angstsituation neigen Kinder zum natürlichen Zurücklehnen und verlieren so die Kontrolle.

5. Keine Bewegung beim Richtungswechsel

Viele Anfänger halten den Oberkörper starr, auch im Verlauf der Kurve. Wie oben bereits beschrieben wollen wir zu runden Bewegungen übergehen. Das heißt konkret, dass wir wie ein Skispringer die Kurve mit einem Strecken nach vorn einläuten. Früher wurde von Vertikalbewegung (nach oben gehen) gesprochen, ein runder Bewegungsablauf ist aber nur mit einem Strecken nach vorn möglich!

6. Die Arme wedeln wild herum

Viele Anfänger fragen sich wozu die Skistöcke da sind? Sie sind in erster Linie Taktgeber und Stabilisator zugleich. Gestoppt werden sollte allerdings nie mithilfe selbiger. Achtung vor dem Skidaumen und einem blauen Auge. Für den Anfang reicht es die Stöcke und damit auch die Hände immer im Sichtfeld vor dem Körper zu führen.

7. Skier werden falsch belastet

Carving-Ski fahren von selbst, da muss der Skifahrer doch gar nichts mehr machen. Falsch! Wir fahren den Ski und lassen nicht einfach den Ski machen. Um die volle Kontrolle zu behalten, drücken wir die Kante während der ganzen Fahrt in den Schnee. Kurz vor dem Richtungswechsel und um die neue Kurve einzuleiten verlagern wir den Druck auf die Schaufel. Nur so behalten wir die ganze Zeit die volle Kontrolle.

8. Angst vor dem Hinfallen

Hinfallen gehört zum Skifahren einfach dazu und zeigt, dass wir bereit sind zu üben und uns weiterzuentwickeln. Damit so wenig Angst vor einem Sturz wie möglich besteht, hilft es, das Hinfallen zu üben und sich einfach mal fallen zu lassen – vielleicht auch im weicheren Schnee.

9. Angst vor der ersten Liftfahrt

Schlepperfahren ist einfacher als gedacht: Bloß nicht hinsetzen, leicht in die Hocke gehen und die Fahrt genießen. Bei modernen Sesselliften ist das Wichtigste die Ruhe zu bewahren. Es nützt nichts in den Lift zu hasten, dann in der Eile hängen zu bleiben und wohlmöglich zu stürzen.

10. Das falsche Material zum Skifahren

Für das Anprobieren der Skiausrüstung im Geschäft sollte genügend Zeit mitgebracht werden. So sollte ein Skischuh mindestens eine halbe Stunde anprobiert werden und nicht drücken. Die Ferse muss festsitzen und die Zehen bewegbar sein. Die Skier dürfen für Anfänger nicht zu lang sein. Wenn die Stöcke ausprobiert werden, sollten diese verkehrt herum unter dem Teller angefasst und die Arme einen rechten Winkel bilden.

11. Skischuhe werden ausgezogen

Die Skischuhe sollten zur zweiten Haut für die Füße werden. Sie werden morgens im Skikeller angezogen, wenn die Skischuhe noch leicht warm und das Plastik formbar sind. Im Lift oder in der Mittagspause können die Schnallen leicht geöffnet werden. Allerdings sollten die kalten Skischuhe nicht tagsüber ausgezogen werden. Der Schuh verformt sich und wird nie zum morgendlichen Tragekomfort zurückkehren.

12. Falsche Skibekleidung

Das Wichtigste ist eine gut imprägnierte Jacke, die auch bei Schneefall nicht durchnässt. Das muss bei Anfängern nicht das neueste Modell für mehrere Hundert Euro sein. Viel wichtiger sind bei der Skibekleidung gute und festsitzende Skisocken und atmungsaktive Unterwäsche, die den Schweiß nach draußen ableitet. Denn wer friert, verliert schnell die Freude am Fahren.

13. Den Einkehrschwung nicht geübt

Alkohol ist auf der Piste durchaus gefährlich, auch nach dem Skitag. Die meisten Unfälle passieren auf der letzten Abfahrt. Alkohol hilft auch bei Unterkühlung nicht, sondern gaukelt dem Körper nur Wärme vor. Pausen und warme Getränke sind dennoch wichtig, auch wenn der Absacker erst beim Après-Ski unten im Tal getrunken werden sollte.

Tipp 1: Machen Sie den Videobeweis

Es ist schwierig sich vorzustellen, wie das eigene Skifahren aussieht. Welche Anfängerfehler mache ich noch? Wie reagiere ich auf verschiedene Situationen auf der Piste? Oft kann ein kurzes Video den eigenen Eindruck mit der Realität abgleichen. Falls das nicht möglich ist, reicht häufig auch ein Abgleich des Spurbildes im Schnee: Wie rund sind meine Kurven wirklich?

Tipp 2: Von anderen Skifahrern lernen

Wovon lernen wir am meisten? Üben und tatsächlich davon, dass wir uns im Lift andere Skifahrer angucken. Ein Streitgespräch lohnt sich tatsächlich. Wer fährt dort unten am besten Ski? Weniger Anfängerfehler entstehen durch den ständigen Abgleich und Vergleich mit denen, die die elegantesten Kurven im Schnee hinterlassen. Am Ende gehört neben dem Lehrbuch, natürlich auch der persönliche Geschmack dazu. Außerdem hinterlässt die eigene Entwicklung auch dauerhaft Spuren nicht nur im Schnee, sondern auch im eigenen Stil.

Jetzt lesen: 13 typische Fehler, die Skifahrer im Skiurlaub machen

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Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich auf Skiern unterwegs, begleite Skigruppen als Skilehrer und bin DSV-Ski-Instructor. Ich habe nicht nur riesen Spaß am Skifahren, sondern auch daran anderen diese Freude zu vermitteln.

 
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