2. Februar 2018 Von: Martin in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Skilehrer als einer der legendärsten Jobs

Mal ganz ehrlich, welches Bild haben Sie im Kopf wenn Sie an Skilehrer denken? Ist es der professionelle Dienstleister, der Ihnen nach dem neuesten Stand der Lehrmethoden das Carven beibringt und Ihnen anschließend einen Feedback-Bogen in die Hand drückt? Oder doch eher der braun gebrannte Held mit Sonnenbrille, dem Sie im Skiurlaub Schwung für Schwung hinterherfahren und nach dem Kurs noch in die Hütte begleiten? Snowplaza hat sich unter die Skilehrer der Alpen gemischt und lüftet das Geheimnis um einen der legendärsten Jobs überhaupt.

Warum Frauen auf Skilehrer stehen

Tollkühne Sprünge auf zwei Meter langen Holzlatten über Bauernställe, heldenhafte Rettungstaten aus Lawinen, dutzende unmoralische Angebote dahinschmelzender Damen und unzählige Flaschen Champagner gehören zu den Geschichten, die sich um die Halbgötter in Rot ranken. Einer der Urväter ist Skilehrer Willi Mathies, der rund um St. Anton am Arlberg auch der König der Albona genannt wird. Willi ist hier sogar bekannter als Christiano Ronaldo und Manuel Neuer zusammen und hat das Buch "Ab 1000 Meter wird geduzt! Aus dem abgefahrenen Leben eines Skilehrers" geschrieben. Auf die Frage eines Journalisten, was ein Skilehrer alles anstellen müsste, um so berühmt zu werden, antwortete Willi einst: „alles was der Herrgott verboten hat“.

Warum Frauen auf Skilehrer stehen

Skilehrer-Legende Willi Mathies, nicht zu verwechseln mit David Hasselhoff © Skiinstractor

Das goldene Zeitalter der Skilehrer

Die goldene Ära der Skilehrer lag in der Zeit zwischen den 1950er und 1970er Jahren. Damals leisteten sich vor allem Gutbetuchte einen Skilehrer. Willi und seine Kollegen war es durch den lukrativen Verdienst somit möglich, das karge Leben in den Bergen etwas aufzupäppeln und internationale Luft zu schnuppern. Für eine Zeit lang konnten Sie in eine rauschende, weiße Glitzerwelt eintauchen. Die Lieblingsdisziplin der Skilehrer war dabei der Einkehrschwung - also das Beenden des Skikurses zugunsten einer feucht fröhlichen Gaudi in der gemütlichen Skihütte.

Après-Ski mit Akkordeon und Gitarre

An Schlechtwettertagen machten sich die meisten Skilehrer gar nicht erst die Mühe, die Ski anzuschnallen. Stattdessen ging es mit den Gästen direkt auf die Hütte, wo die Gaudi manchmal schon um 11 Uhr tobte und die ganze Hütte feierte – animiert von den Skilehrern, die wie Willi echte Multitalente waren und ihren Gästen mit Akkordeon oder Gitarre einheizten und zeigten, wie der Bär steppt. Der Skilehrer wurde wie selbstverständlich von seinen Gästen zum Essen und Trinken eingeladen und hatte teilweise Starstatus.

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Vom Playboy zum Kinder-Animateur

Seit den 70er Jahren konnten sich immer mehr Gäste einen Skikurs leisten, so dass sich auch die Skilehrerwelt verändert hat. Den Einkehrschwung gibt es zwar auch heute noch, jedoch ist die größer werdende Zahl an Skiurlaubern preisbewusster geworden und die Skilehrer etwas arbeitssamer und zahmer. Die Gäste legen heute mehr Wert darauf, dass die Kurszeit effektiv genutzt wird und sich ein schneller Lernerfolg bemerkbar macht. Optimierter Lernerfolg hat die Akkordeon-Sounds abgelöst. Die hübsche Blondine, welche dem Skilehrer Schwung für Schwung folgt, ist Legende.

Das Leben der Skilehrer heutzutage

Die Realität der meisten Skilehrer findet sich im „Kinderland“ wieder, wo sie als Bär, Katze oder Huhn verkleidet den Kids den Schneepflug beibringen und ihnen als Hilfestellung „Pizza“ und „Pommes“ zurufen. Trotzdem schätzen Skilehrer ihren Job an der frischen Luft inmitten der herrlichen Bergwelt und werden von vielen Skiurlaubern dafür beneidet. Auf den Pisten genießen Skilehrer nach wie vor eine sehr hohe Wertschätzung und überzeugen durch ihre perfekte Skitechnik, ihre Hilfsbereitschaft und den Spaß, den sie ihren Gästen an dem Winter in den Bergen vermitteln.

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Vom Playboy zum Kinder-Animateur: Skischule in Kärnten Nockberge

Skilehrer haben das Feiern nicht verlernt

Heute sind die Skilehrer in den großen Skigebieten ein bunter, meist internationaler Haufen aus Ski- und Snowboardverrückten, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Für Manche von ihnen zählen allein der Winter und die Berge, und so ziehen Sie von Hotspot zu Hotspot und halten sich mit leidenschaftlichem Skiunterricht über Wasser. Obwohl die Wenigsten ein Akkordeon spielen können, haben sie das Feiern nicht verlernt. Und so findet der Einkehrschwung einfach nach Kursschluss statt – jedoch meist ohne die erschöpften Skikursteilnehmer. Lesen Sie auch 10 Gründe, warum Sie Skilehrer und 10 Gründe, warum Sie nicht Skilehrer werden sollten >

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Bereits als Kind klebte ich mit meiner Nase am Küchenfenster und beschwor den rheinischen Winterregen, doch endlich zu Schnee zu werden. Mit den ersten Flocken ging´s dann hinaus, Autoski (bedingt empfehlenswert), Skihalle und die Wintersportarena Sauerland waren erste Lieblingsorte.

 
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