6. Februar 2020 Von: Fabian in SkifahrenSkitechnik

Carving gehört zu den Königsdisziplinen beim Skifahren. Wer die Technik beherrscht, verbindet den Reiz der Geschwindigkeit mit dem Rausch der Kurven. Richtiges Carven ist Ästhetik pur! Damit auch du in den Genuss sauber geschnittener Schwünge kommst, haben wir einige Tipps vom Profi in diesem Blog zusammengefasst. Erfahre alles über die Grundelemente, das Kurvenfahren und Übungen, die dir beim Erlernen der Technik helfen. Außerdem zeigen wir, welche Fehler beim Carving vermieden werden können. Bist du bereit zum Carven?

Carving-Technik: 5 Tipps für den richtigen Stil

Was ist Carven? Beim Carving werden die Kurven auf den Stahlkanten der Skier gefahren. Während beim Wedeln die Ski im Schwung abbremsen, ist beim Carven die Bremswirkung in der Kurvenphase deutlich geringer. Zum Carven benötigt man auch die richtigen Carving-Skier, die eine stärkere Taillierung (d.h. breite Schaufel, breites Ende) für eine bessere Stabilität bei langgezogenen Schwüngen auf der Kante haben. Nachfolgend zeigen wir, wie man richtig carvt. Wenn du dir dann nach einigen gefahrenen Schwüngen die Spurrillen im Schnee anschaust, und du siehst sauber geschnittene „Bahnschienen“, hast du es geschafft.

1. Carving-Grundposition

Von zentraler Bedeutung beim Carving ist die Grundposition. Dabei sollten Hüft-, Knie- und Fußgelenke leicht angewinkelt sein. Die Skistellung ist offen, also hüft- bis schulterbreit. Die Arme, ebenfalls leicht gebeugt, werden locker seitlich vor dem Körper geführt. Tipp: Mach Videos oder Fotos (praktischerweise Serienbild / Reihenaufnahme) und überprüfe immer wieder diese Basis-Bausteine zum Beispiel beim geselligen Jagertee auf der Hütte.

2. Kurve einleiten

Gute Skifahrer brauchen zum Carven nur eins: Geschwindigkeit. Den Rest übernehmen Fliehkraft und Ausgleichbewegungen. Die Kurveneinleitung erfolgt aus den Beinen heraus, durch Belasten der Innenkante des Außenskis. Gleichzeitig wandern Knie und Hüfte sowie der Körperschwerpunkt in Richtung Kurvenmitte. Dabei sollte darauf geachtet werden, den Oberkörper nicht zu verdrehen beziehungsweise nicht zu rotieren.

3. Superman-Übung fürs Carven

Übung macht den Meister! Um den Außenski besser belasten zu können, wird bei dieser Übung der innere Arm angehoben und der äußere Arm nach unten gedrückt. Je extremer diese Bewegung ausfällt, desto größer wird auch die Belastung auf dem Außenski ausfallen. Wer es sich zutraut, kann mit der äußeren Hand versuchen seinen Skischuh langsam zu berühren und dabei mit dem anderen Arm Richtung Himmel zeigen. Diese Haltung ähnelt der Superman-Pose.

4. Ausgleichbewegung in der Kurve

Während der Kurvenphase drückt die Zentrifugalkraft einen ordentlich in die Kurve. Um die Schräglage auszugleichen und ein seitliches Wegrutschen zu verhindern, die Hüfte seitlich Richtung Hang schieben. Dazu das Becken etwas nach hinten drücken, um dem Überdrehen der Ski entgegen zu wirken. Wenn es ausschaut, wie ein Motorradfahrer, der sich in die Kurve lehnt, hast du alles richtig gemacht.

5. Gern gemachte Fehler vermeiden

Wird der Innenski zu stark belastet, droht er nach oben wegzukanten, und du landest in einem unfreiwilligen Spagat. Versuche in der Kurvenfahrt den Innenski kurz anzuheben, um diesen zu entlasten. Fahre außerdem die Kurven komplett zu Ende, und falle nicht ins Driften zurück, auch wenn es anstrengend ist. Machen Lieber einige wenige Carving-Schwünge mit vollem Einsatz machen und danach wieder ein paar gedriftete Erholungsschwünge.

Die besten Pisten fürs Carving

Am besten Carven lässt sich auf breiten, gleichmäßig geneigten Skipisten, die nicht zu steil sind. Zum Beispiel eignen sich blau markierte Gletscher-Autobahnen besonders gut, um große Kurven zu fahren. Unsere Lieblingspisten:

Ich arbeite als Skilehrer und Webredakteur für Snowplaza. Meine Begeisterung fürs Skifahren wurde bereits vor über 20 Jahren durch meine Eltern und Großeltern geweckt, die ein Ferienhaus in den Vogesen gebaut haben.