9. Oktober 2022 Von: Miriam in MaterialSkitechnik

Was soll ich eigentlich mit diesem Skistock machen? Diesen Satz hört man oft auf den Pisten in den Skigebieten der Alpen. Sind sie nun lästiger Ballast und erschweren uns Skifahrer das Leben oder haben Skistöcke auch insgeheim eine wichtige Aufgabe beim Skifahren? Snowplaza erklärt in diesem Skistock-Ratgeber, was Skistöcke bringen, und warum sie beim Skifahren eingesetzt werden sollten. Außerdem zeigen wir, wie der richtige Stockeinsatz funktioniert und geben Tipps zur richtigen Haltung, zur Skistocklänge und über verschiedene Modelle. So wirst du schnell feststellen, dass Skistöcke eine echte Hilfe beim Skifahren sind.

Deshalb sind Skistöcke beim Skifahren so wichtig

Nein, der Skistock ist kein Feind! Skistöcke sind ein selbstverständlicher Teil der Skiausrüstung und helfen beim Kurvenfahren. Ein Skistock besteht aus einem Schafft, einem Teller und einem Griff mit Schlaufe. Der Griff dient der optimalen Kontrolle über den Skistock. Am Ende des Skistocks sorgt der Teller hingegen dafür, dass die Stockspitze nicht im Schnee verschwindet. Der Schafft ist der wichtigste Bestandteil eines Skistocks und dient unter anderem der besseren Balance beim Skifahren oder als Anschubhilfe im flachen Terrain. Der richtig getaktete Stockeinsatz erfordert allerdings etwas Übung und Koordination - doch wenn diese sitzt, steigt der Skifahrgenuss umso mehr. Und ganz nebenbei machen Sie eine elegantere Figur auf der Piste – was in diesem Fall positiv ist.

Stockeinsatz mal anders
Nix los ohne Stockerl

1. Mit Skistöcken sieht’s einfach schöner aus

Zunächst einmal etwas ganz grundsätzlich! Ohne Skistöcke sieht Skifahren irgendwie unfertig aus, als hätten wir mindestens die Hälfte der Skiausrüstung beim Aufbrechen in den herrlichen Pulverschneetag in der Ferienwohnung oder im Hotel vergessen. SkifahrerInnen ohne Skistöcke sehen komisch aus.

2. Skistöcke sind eine Anschiebe- und Stopphilfe

Die Skistöcke haben neben dem rein optischen Wert viele weitere Nutzen. Einer davon ist das Anschieben. Ähnlich wie Skilangläufer können wir uns mithilfe unserer Skistöcke prima in der Ebene fortbewegen. Auch in der Liftschlange helfen sie dabei, unserem Vordermann nicht in den Rücken zu rutschen. Und auch beim Aufstehen nach einem Sturz können sie uns unterstützen.

3. Das Skifahren wird geschmeidiger

Insbesondere beim Kurzschwung- und Tiefschneefahren benötigen Skifahrer einen guten Rhythmus. Wenn es gelingt, jeweils einen Skistock bei jedem Schwung vor jeder Kurve noch vorne ungefähr bis zur Skispitze zu bringen, entstehen gleichmäßige und runde Bewegungen. Das Skifahren wir so geschmeidiger und macht mehr Spaß.

Richtiger Stockeinsatz beim Skifahren
Der richtige Einsatz der Skistöcke macht das Skifahren geschmeidiger.

4. Skistöcke erleichtern das Anlegen der Skier

Stellen dir vor, du stürzt in einem steileren Hang, verlierst deine Ski und möchten diese wieder anschnallen. Ohne Skistöcke wird dies oft sehr mühselig. Mithilfe der Skistöcke kannst du dich jedoch auch im steileren Gelände sicher abstützen und den Skischuh im richtigen Winkel wieder in die Bindung einrasten lassen.

5. Ein Skistock ist ideal für Übungen

Skilehrer benutzen Skistöcke gerne als Übungsmaterial zum Skifahren lernen. So werden die Stöcke unter anderem horizontal mit ausgestreckten Armen vor dem Körper gehalten, um die Vorlage zu üben. Eine andere Übung ist das Kreisen beider Skistöcke um den Körper. So kann das Rhythmusgefühl beim Kurzschwung verbessert werden.

Der richtige Stockeinsatz beim Skifahren

Der Stockeinsatz wird bei jedem Schwung ausgeführt und erfolgt im Moment des Wechsels von Tiefbewegung zur Hochbewegung. Beispiel: Im Kurvenwechsel nach rechts erfolgt eine aktive Verlagerung des Körperschwerpunktes nach vorne oben. Dabei wird der Skistock etwa auf Höhe der rechten Skispitze kurz in den Schnee gesteckt. Tipp: Du musst den Skistock beim Stockeinsatz nicht fest in den Schnee drücken, sondern leicht antippen genügt. Stell dir vor, du berührst eine heiße Herdplatte. Diese kannst du auch nur sehr kurz antippen.

Die perfekte Haltung der Skistöcke

Um den Stockeinsatz gut und bequem ausführen zu können, ist es ratsam, ihn wie ein Pendel zu benutzen. Dafür fixierst du deine Skistöcke in der Kerbe zwischen Daumen und Zeigefinger und lässt ihn bei jedem Stockeinsatz nach vorne und wieder zurück pendeln. Das Stockpendel mit der kurzen „Herdplattenberührung“ wird dir zu einer besseren Vorlage im Kurvenwechsel und somit zu mehr Freude beim Skifahren verhelfen.

Die optimale Skistocklänge

Die Faustregel lautet: Im Stand den Skistock umdrehen, direkt unter den Teller greifen und in dieser Position sollte dann in deinem Ellbogengelenk ein 90 Grad Winkel entstehen. Unser Tipp: Wähle den Skistock lieber etwas kürzer, sodass der besagte Winkel etwas mehr als 90 Grad misst. So vermeidest du, dass ein zu langer Skistock während der Pendelbewegung den Boden streift und somit den Stockeinsatz erschwert.

Skistöcke Auswahl
Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Skistockmodelle: Leki, Komperdell & Co.

Die meisten Skistöcke werden aus einem einfachen Aluminiumrohr hergestellt, haben verstellbare Schlaufen und sind bestens für den Skiurlaub geeignet. Der Nachteil ist allerdings, dass sich jene Skistöcke bei sportlicher Fahrweise entweder schnell verbiegen oder zu schwer sind. Passionierte Skifahrer sollten darauf achten, dass die Skistöcke kraftsparend sind und einen komfortablen Griff bieten. Die führenden Skistockhersteller auf diesem Gebiet sind Leki und Komperdell. Bei Freeridern ist Black Diamond sehr beliebt. Aber auch die gängigen Skihersteller (Atomic, Rossignol, Salomon) haben Skistöcke für alle Könnerstufen im Angebot.

Skistöcke aus Aluminium oder Carbon?

Immer mehr Skistöcke werden heutzutage aus Carbonfasern hergestellt. Carbon-Skistöcke sind nicht nur leichter als Aluminium, sondern weisen auch eine bessere Dämpfung auf und entlasten die Handgelenke. So gelingt eine gute Balance aus hoher Steifigkeit bei geringem Kraftaufwand. Allerdings haben Carbon-Skistöcke auch ihren Preis. Die Modelle liegen bei 100 bis 150 Euro. Herkömmliche Skistöcke gibt es bereits ab 25 Euro zu kaufen.

Urlaubstipp: Der Schnapsstock

Dass ein Skistock noch mehr kann, als beim Kurvenfahren zu helfen, beweisen einige Hersteller mit ihrem Schnapsstock. Dieser funktioniert genauso wie ein herkömmlicher Skistock, allerdings kann das Innenrohr des Schnapsstocks befüllt werden. Das Füllvolumen beträgt immerhin 0,2 Liter. Zum Stock wird außerdem ein Trichter mitgeliefert, um Getränke aller Art für den allseits beliebten Kurvengeist eingießen zu können. Damit ist der Schnapsstock hauptsächlich im Skiurlaub ein gerne benutzter Begleiter auf den Pisten.

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Morgens früh Schwünge auf fast leeren Pisten zu ziehen ist Miriams Highlight beim Skifahren, deswegen ist sie auch immer eine der Ersten an der Gondel. Am liebsten bei bestem Wetter und optimalen Pistenbedingungen. Nach dem Skifahren genießt sie Saunagänge und die kulinarischen Köstlichkeiten der Alpen.

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