15. Oktober 2019 Von: Fabian in Material

Der Skischuh ist das wichtigste Element beim Skifahren. Als Bindeglied zwischen Skifahrer und Sportgerät werden sämtliche Bewegungsimpulse über die Füße und den Skistiefel direkt auf den Ski übertragen. Deshalb sollten Skischuhe perfekt sitzen! Beim Skischuhkauf sollten Sie sich dementsprechend viel Zeit lassen. Immerhin begleiten Sie Ihre neuen Skistiefel die nächsten 8 bis 10 Jahre. Damit Sie über die wesentlichen Elemente wie Passform, Risthöhe, Leistenbreite, Schale, Schnallen, Pflegehinweise und die aktuellen Trends Bescheid wissen, hat Snowplaza einen Ratgeber zum Thema Skischuhe erstellt.

Skischuhe kaufen oder leihen?

Ein guter Schuh ist ein treuer Wegbegleiter, hält viele Jahre lang und überlebt so manches Paar Ski. Für fortgeschrittene Fahrer, die jedes Jahr in den Skiurlaub fahren, lohnt sich also in jedem Fall ein Skischuhkauf. Anfänger können auch getrost mit einem Leihschuh einsteigen. Steht man zwischen der Entscheidung, entweder einen Ski oder einen Schuh kaufen zu wollen, dann wird zum Skischuh geraten. Dafür sollten Sie auf jeden Fall ein Geschäft mit einem kompetenten Berater aufsuchen. Je nach Fuß, Können, Gewicht und Fahrweise wird er Ihnen ein passendes Modell aussuchen. Zwickt oder drückt es, kann der Schuh anschließend noch angepasst werden. Das ist im Kaufpreis meistens mit inbegriffen. Ein Online-Kauf ist zwar günstiger, aber ohne Service.

Skischuhe anprobieren
Skischuhe sollten immer im Sportgeschäft anprobiert werden, bevor sie gekauft werden.

Darauf sollten Sie beim Skischuhkauf achten

Ein Skischuh muss passen. Die Skischuhe der meisten Skifahrer sind zu groß. Die Kraftübertragung beim Skifahren leidet, der Fuß fängt im Schuh an zu schwimmen. Deswegen sollte ein guter Schuhverkäufer die Füße genau abmessen, bevor er Ihnen ein Modell empfiehlt. Ein Skischuh muss an Ferse und Mittelfuß fest sitzen. Im aufrechten Stand sollten die Zehen den Innenschuh berühren, in der Hocke nicht. Zum Anprobieren Skisocken (nicht zu dick) und ausreichend Zeit mitbringen. Skistiefel sollten mindestens 20 Minuten getragen werden, um die Passgenauigkeit aussagekräftig beurteilen zu können. Auch der Fahrstil, Fußbreite und Risthöhe sind beim Skischuhkauf mit zu berücksichtigen. Tendenziell sollten Sie immer zur kleinstmöglichen Schale mit kleinstmöglichem Innenschuh greifen.

Sportlich oder komfortabler Skistiefel?

Je schmaler der Leisten und je enger der Fit, desto sportlicher ist der Schuh - je breiter, desto komfortabler. Die Schuhhärte wird über einen Flex-Index angegeben. Hier gilt: Je höher der Flex, desto direkter - je niedriger, desto komfortabler ist der Schuh. Ähnliches gilt für die Polsterung. Günstige Einsteigermodelle haben einen niedrigen Flex und meist eine sehr weiche Polsterung. Diese gibt mit der Zeit jedoch nach und der Fuß verliert an Halt. Sportliche und schwere Fahrer sollten deswegen zu einem harten Schuh greifen. Aber aufgepasst: Ist der Flex zu hart, kann das Sprunggelenk nicht mehr richtig eingesetzt werden. Auch sollte daran gedacht werden, dass ein Skischuh im kalten Skigebiet deutlich steifer ist als im warmen Sportgeschäft.

Große Auswahl an Skischuhen

Verschiedene Modelle und Typen

Für verschiedene Könnerstufen, Präferenzen und Fahrweisen gibt es auch unterschiedlich gut geeignete Skistiefel. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Skischuhtypen beschrieben.

  • Komfort: Weicher Schuh (Flex kleiner 80), weiche und warme Polsterung, breiter Leisten, weniger Halt und schlechtere Kraftübertragung
  • Damenschuh: Schmalerer und weicherer Schuh, warme und weiche Polsterung, niedriger Schaft, schmale Ferse
  • All Mountain: Harte Schale (Flex 90-100), weicher Kern (Polsterung), mittlere Leistenbreite
  • Freeride & Freestyle: Weichere und gedämpfte Schale, fängt Schläge ab, hohe Beweglichkeit gegeben, weniger Halt
  • Race: Harte Schale (Flex 110-130), harter Kern und schmaler Leisten für direkte Kraftübertragung, geringer Komfort
  • Tourenski: Walkingfunktion, hohe Beweglichkeit im Schaft und geringes Gewicht erleichtern Aufstieg
  • Geschäumte Skischuhe: Perfekter Halt, bestmögliche Schuhwahl für Cracks, allerdings auch sehr teuer

Skischuh und Schnallen richtig einstellen

Die Schnallen sollten von unten nach oben geschlossen werden. Die mittleren Schnallen fixieren den Mittelfuß. Die obere Schnalle und der Gurt sorgen für einen engen Kontakt zwischen Bein und Zunge. Die untere Schnalle sollte relativ locker sitzen, damit die Zehen beweglich bleiben. Die Schnallenlänge kann ganz einfach über Drehen flexibel verkürzt oder verlängert werden. Idealerweise sollten die Schnallen in einer der vorderen Rasten greifen. Müssen die äußersten Rasten benutzt werden, ist die Schale tendenziell zu groß. Der Fuß wird gegebenenfalls eingequetscht, schlecht durchblutet und fängt an zu schmerzen. Falls die Ferse zu viel Spiel hat, kann diese über die häufig vorhandene Heel-Lift-Funktion angehoben werden. X- und O-Beine können vom Fachmann über das Canting ausgeglichen werden (Imbus-Schraube seitlich am Schuh).

Individuelle Anpassung von Skischuhen
Der Skischuh sollte im Geschäft immer auf den Ski und den Fahrer eingestellt werden

Innovationen und Trends

Der maßgebendste und kontinuierlich bestimmende Trend ist die individuelle Anpassung der Skischuhe. Der Trend ist nicht neu, die Art und Weise wie die Anpassung an den Fuß des Trägers geschieht, wird jedes Jahr von allen Herstellern verfeinert. Grundlage bei diesem Verfahren ist die Vermessung des Fußes des Skifahrers. Den Daten entsprechend wird dann ein Modell aus der Kollektion ausgewählt, das weiter angepasst werden kann. Bei diesem Vorgang können verschiedene Teile des Skischuhs, also Innenschuh oder Schale, thermisch an den Fuß angepasst werden.

Praktische Tipps und Pflegehinweise für Skischuhe

  • Zum Lagern und Trocknen der Skistiefel sämtliche Schnallen locker verschließen, damit der Außenschuh noch lange seine Form behält.
  • Ist der Innenschuh sehr feucht, diesen herausnehmen und separat trocknen lassen - am besten auf dafür vorgesehenen Heizstäben in einem Trockenraum.
  • Für Transport und Lagerung ist eine Skischuhtasche zu empfehlen. Diese erleichtert das Tragen und schützt vor Feuchtigkeit und Kratzern.

Weitere Trends beim Skimaterial? Hier mehr zu den ISPO-Trends 2019 / 2020 erfahren >

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Ich arbeite als Skilehrer und Webredakteur für Snowplaza. Meine Begeisterung fürs Skifahren wurde bereits vor über 20 Jahren durch meine Eltern und Großeltern geweckt, die ein Ferienhaus in den Vogesen gebaut haben.

 
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