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18259 - Der Flex beim Skischuh: Was bedeutet diese Zahl?

„Was? Hat etwa dein Skischuh nur den Flex 80? Das ist doch ein Stiefel für Anfänger! Meiner hat Flex 130!“ Man könnte denken, dass der Flex des Skischuhs das Aushängeschild des dazugehörigen Skifahrers ist und dessen Können widerspiegelt. Benötigt ein erfahrener Skifahrer also einen Skischuh mit einem höheren Flex? So einfach lässt sich das nicht sagen. In diesem Artikel erfahren WintersportlerInnen alles Wissenswerte über den Flex eines Skischuhs.

Flex – Was ist das überhaupt?

Im Allgemeinen kann man sagen, dass der Flex eine Bewertung ist, die die Steifigkeit eines Skischuhs angibt. Also den Widerstand, der dem Träger entgegenwirkt. Neben der Größe, der Breite und der Art und Platzierung der Schnallen ist das ein weiterer Parameter, den man beim Kauf eines Skischuhs beachten sollte. Der Flex eines Skischuhs ist abhängig von den verwendeten Materialien der Außenschale und deren Stärke, aber auch die Anzahl der Schnallen, der Innenschuh und der Riemen haben Einfluss auf die Bewertung.

Der Flex des Skischuhs kennt keine Standards

Da wir alles über den Flex in Erfahrung bringen wollten, haben wir uns mit Richard Zanen, einem zertifizierten Skischuhexperten, verabredet. Schon öfters ist es uns aufgefallen, dass sich beispielsweise ein Skischuh, mit einem 80er Flex, viel steifer und unflexibler anfühlt, als einer mit einem 100er Flex. Wie aussagekräftig ist also die Zahl, die sich auf dem Skistiefel befindet? Richard erklärt uns, dass der Flex eine Erfindung der Skistiefelindustrie ist. Mit Hilfe von einer Zahl wird dem Käufer die Steifigkeit des Schuhs angezeigt. An sich sei dies ein geniales System, vorausgesetzt, dass ein allgemeiner Standard vorhanden ist, der zugleich regelmäßig geprüft wird. Hier entsteht also die Verwirrung, da jeder Skistiefelfabrikant seinen eigenen Standard hat.

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© Spalder Media Group
Jeder Hersteller hat bei der Flex-Bewertung seinen eigenen Standard

Ein weicher oder harter Skistiefel: Was ist besser?

Der Flex soll den Grad der Steifigkeit eines Skischuhs angeben. Nur, was sagt dieser eigentlich aus? Die Steifigkeit eines Skistiefels wird für den Skifahrer fühlbar, sobald man die klassische Skiposition einnimmt: Knie, Fußgelenke und Hüften befinden sich in einer Beugestellung. Je einfacher Skifahrer die Fußgelenke beugen können, und somit sich die Knie auch nach vorne bewegen, desto flexibler ist der Skistiefel. Die Kunst ist es, einen Skistiefel auszuwählen, der in puncto Steifigkeit zur eigenen Skitechnik, dem Gewicht und dem Körperbau passt. Die eine Person kann sich beispielsweise einfacher durch die Fußgelenke beugen als die andere.

Zu weich, zu hart

Ein zu steifer Skischuh kann die Entwicklung der persönlichen Skitechnik bremsen. Sobald Skifahrer nicht mehr entspannt die Fußgelenke beugen können und somit keine zentrale Position einnehmen können, geht die Kontrolle über den Ski schnell verloren. Ein zu weicher Schuh sorgt dafür, dass Skifahrer zu viel Spielraum haben und nur noch wenig Kraft auf den Skier ausüben können. Es ist daher beim Verleih oder Kauf eines Skischuhs besonders empfehlenswert, ehrlich über das eigene, skifahrerische Niveau zu berichten.

Ein weicher Skischuh sorgt für mehr Skikomfort

Es gibt viele Gründe, sich für einen flexiblen Skischuh zu entscheiden. SkifahrerInnen mit einem geringen Körpergewicht, steifen Fußgelenken, auf Anfänger-Niveau oder all jene, die einen gemütlichen Fahrstil bevorzugen, fühlen sich im Top-Rennschuh von Marcel Hirscher wahrscheinlich etwas eingeschränkt. Ein flexibler Skischuh bietet dem Skifahrer eine gute Dämpfung, komfortables Wohlbefinden an den Füßen und einen größeren Spielraum, wenn es um die Skitechnik geht. 

Ein harter Skischuh fragt nach einem Könner

Im Allgemeinen wird ein harter Skischuh dem Skifahrer empfohlen, der einen soliden Körperbau hat, seine Fußgelenke gut bewegen kann und der einen sehr aktiven, kraftaufwendigen Fahrstil bevorzugt. Dieser Skischuh sorgt, mit seinem dünnen Innenschuh, für mehr Kontrolle über den Ski. Sollte jedoch ein Fahrfehler auftreten, stehen die Chancen hoch, unerwünscht auf der harten Piste zu landen. Bei diesem Skischuh muss man Abstriche machen bezüglich der Dämpfung und dem Komfort.

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Ein harter Skischuh macht nur dann Spaß, wenn man dessen Vorteile zu nutzen weiß

Jede Marke hat ihren eigenen Flex

Tatsache ist, dass es beim Flex eines Skischuhs keinen Standard gibt. Ein 130er Flex bei der Marke Lange muss nicht der gleichen Steifigkeit beim 130er der Marke Nordica entsprechen. Schlussfolgernd hat der Flex-Index, der auf dem Skistiefel zu finden ist, nur innerhalb der Skischuhmarke Aussagekraft. Skifahrer können beispielsweise davon ausgehen, dass ein Schuh von Salomon mit einem Flex von 80 weniger steif ist, als ein Salomon Stiefel mit einem Flex von 110. Richard erklärt, dass es absolut keinen Sinn macht, den Flex von verschiedenen Fabrikanten zu vergleichen.

Materialfrage

Ein weiterer Aspekt, den man diesbezüglich berücksichtigen sollte, ist, dass Skistiefel aus verschiedenen Plastiksorten hergestellt werden. Diese Kunststoffe können ganz verschieden auf unterschiedliche Temperaturen reagieren. Ein Skischuh kann sich beispielsweise im Skischuhgeschäft beweglich anfühlen und auf der Piste bei -10 Grad unflexibel werden.

Fazit: Ausprobieren, vergleichen und gute Beratung sind das A und O

Lass dich nicht durch den Flex-Index auf dem Skischuh in die Irre führen. Beim Kauf der Skischuhe ist eine gute Beratung bei einem Fachhändler vorzuziehen. Außerdem gilt: Ehrlich das eigene Können bewerten und dem Verkäufer mitteilen. Bist du ein erfahrener Skifahrer, fährst du mit Tempo oder eher entspannter, welche Pisten fährst du? Die Antworten auf diese Fragen sollten unbedingt mit ins Skischuhgeschäft genommen werden. Ein guter Verkäufer wird mit diesen Informationen Modelle aussuchen, die deinem Können entsprechen. Teste dich im Geschäft und vor allem auch auf der Piste durch die Angebote und halte gute Rücksprache mit dem Verkäufer. Auf diese Art und Weise findest du langsam, aber sicher den perfekten Skischuh.

1219 - Winter - Maria

Über Maria

Hi, ich heiße Maria und bin das ganze Jahr über in den Bergen unterwegs. Im Winter berichte ich für Snowplaza über alle Neuigkeiten zum Thema Skifahren, reise viel und erzähle von meinen Erfahrungen auf meinem Lieblingsbrett.