27. Februar 2019 Von: Sarah in 'Allgemein'' | 0 Kommentare

Viele Skifahrer lieben diesen Sport besonders, weil sie sich an der frischen Luft bewegen können und dabei der Natur ganz nah sind. Allerdings hat sich das Skifahren in den letzten Jahren zu einem derart beliebten Sport entwickelt, dass Skigebiete immer mehr auf Vergrößerung, Zusammenschlüsse und Modernisierungen setzen. Wenn der Naturschnee ausbleibt, wird eben mit Wasserspeichern und Schneekanonen nachgeholfen. Dies alles geht oftmals zu Lasten der örtlichen Natur und der Umwelt. Snowplaza fasst hier zusammen, welchen Effekt der Skitourismus auf die Bergwelt hat.

Massenphänomen Skitourismus

In Deutschland gibt es ungefähr 7 Millionen Skifahrer, in ganz Europa sind es mehr als 40 Millionen und diese wünschen sich natürlich Schneesicherheit und Komfort. Das bedeutet, dass die meisten Skigebiete entsprechend vorsorgen müssen, um den Erwartungen gerecht zu werden. Und diese steigen stetig an, denn etwa Liftmodernisierungen mit beheizten Sitzplätzen werden schnell als gegeben vorausgesetzt und Skigebiete müssen nachziehen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Viele kleine Skigebiete haben nicht die Kapazitäten, sich an diesem ‚Wettrüsten‘ zu beteiligen. Alpenforscher erklärten gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass in den vergangen 15 Jahren 50 bis 60 kleine Skigebiete den Betrieb eingestellt haben – was wiederum mehr Skifahrer in die großen Gebiete treibt.

Europa 40 Millionen Skifahrer

In ganz Europa gibt es mehr als 40 Millionen Skifahrer (Foto: Pixabay)

Rodungen und Planieren des Bodens

Um Skipisten überhaupt zur Verfügung stellen zu können, muss natürlich erst einmal Platz geschaffen werden. Dafür finden Abholzungen und Rodungen von Waldstücken statt, außerdem wird der Boden planiert, um ihn ebenerdig genug für kommende Skifahrer zu machen. Dadurch wird der Untergrund allerdings so hart, dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann. Die Folgen sind Überflutungen, Erosion sowie Schlamm- und Gerölllawinen. Die Rodung der Bäume erhöht im Winter auch zusätzlich die Lawinengefahr.

Schneekanonen

Wenn der natürliche Schnee ausbleibt, müssen gerade tieferliegende Skigebiete einen Notfallplan zur Hand haben, damit die Skifahrer nicht enttäuscht werden. Dafür werden zahlreiche Schneekanonen eingesetzt, wodurch sich nach Meinung des WWF der Klimawandel nur noch verschlimmern könnte, denn für die künstliche Beschneiung werden reichlich Wasser und Energie benötigt. Pro Hektar Kunstschnee wird jährlich etwa eine Million Liter Wasser verbraucht, was etwa dem Bedarf einer Großstadt wie Hamburg entspricht. Messungen zufolge führen einige Flüsse in den Alpen bereits 70 Prozent weniger Wasser als vor der Einführung von Schneekanonen.

Kunstschnee-Erzeugung

Kunstschnee-Erzeugung im Skigebiet Ischgl © TVB Ischgl

Wildtiere

Gerade durch das Freeriden abseits der präparierten Skipisten dringen Skifahrer in den natürlichen Lebensraum von Wildtieren ein, wie Gämsen, Steinböcken, Rehen, Rotwild, Schneehasen und vielen Vogelarten. Da die Tiere, auch wenn sie keinen Winterschlaf machen, trotzdem in einen Ruhemodus mit verlangsamtem Stoffwechsel fallen, droht im schlimmsten Fall der Erschöpfungstod, wenn sie von den Skifahrern aufgeschreckt werden und flüchten. Auch der Einsatz von Schneekanone, deren Lärm mit einer starkbefahrenen Straße zu vergleichen ist, schadet den Wildtieren.

Rücksicht auf die wilden Tiere

Rücksicht auf die wilden Tiere gehört zum Skiurlaub dazu (Foto: Pixabay)

Anreise mit dem eigenen Auto

Auch wenn Hotels, Liftanlagen und Schneekanonen viel Energie verbrauchen, ist das Hauptproblem bei den Negativeffekten auf die Umwelt die Anreise mit dem eigenen PKW. Jährlich erreichen etwa 45 bis 50 Millionen Skitouristen die Alpen und nur wenige Prozent davon reisen mit der Bahn an. Dadurch ergibt sich, dass rund 85 Prozent des CO²-Ausstoßes im Wintertourismus auf die eigene Anreise zurückzuführen sind.

Sicher in den Schnee mit dem eigenen Auto

Sicher in den Schnee mit dem eigenen Auto (Foto: Pixabay)

Skifahrer können etwas tun

Ja, auch wir lieben Skifahren und die Nähe zur Natur und es spricht nichts dagegen, dem auch zu folgen. Allerdings haben Skifahrer die Möglichkeit, ihren Wintersport und ihre Reise in die Berge nachhaltiger zu gestalten. Wie das geht und mit welchen einfachen Maßnahmen Skifahrer die Umwelt schützen können, um ihren Beitrag zu leisten, zeigen wir am Ende unserer Artikel-Serie zum Thema Skifahren und Nachhaltigkeit.

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Hallo, ich bin Sarah. Meine Skikarriere begann mit Benjamin Blümchen-Skiern, mit denen ich wohl mehr angegeben habe, weil sie so schön rosa waren, anstatt dass ich wirklich damit gefahren bin. Heute bin ich für Snowplaza auf den Pisten unterwegs und berichte von meinen Erlebnissen im Snowplaza Blog.

 
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