27. Dezember 2016 Von: Martin in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Kunstschnee im Skigebiet

Kunstschnee im Skigebiet

Kunstschnee macht es möglich! Vor allem zum Saisonanfang und Ende der Skisaison merken Skifahrer, dass sie auf Kunstschnee angewiesen sind. Während die Wiesen und Wälder noch grün sind, schlängelt sich der weiße Teppich im November, Dezember und bis weit nach Ostern die Alpentäler hinab. Snowplaza hat den Kunstschnee aus der Schneekanone näher unter die Lupe genommen und vergleicht Kunstschnee mit dem Naturschnee vom Himmel. Was sind die Unterschiede zwischen den beiden Schneearten? Wie schädlich ist Kunstschnee für die Umwelt? Und auf welchem Schnee lässt es sich eigentlich besser Skifahren?

Kunstschnee oder Naturschnee? Der Unterschied

Der Unterschied zwischen Kunstschnee und Naturschnee liegt in seiner Beschaffenheit. Während der gute, alte Naturschnee sechs Ecken hat und dadurch fluffig wird, kommt der Kunstschnee eher rund und kugelig aus den Schneekanonen. Feine Wassertropfen werden mit hohem Tempo aus den Düsen der Schnee-Erzeuger gepresst. Anschließend bleiben dem Kunstschnee nur wenige Sekunden, um zu gefrieren und um auf die Piste zu fallen. Naturschnee hingegen fällt aus luftiger Höhe zu Boden und hat während des Fluges durch klirrend kalte Luftschichten ausreichend Zeit, um größer und lockerer zu werden - mit Folgen fürs Skifahren.

Beschneiung mit Kunstschnee in einem Skigebiet

Beschneiung mit Kunstschnee in einem Skigebiet

Auf welchem Schnee kann ich besser Skifahren?

Auf beiden Schneearten lässt es sich gut Skifahren. Allerdings hat Kunstschnee größere Wasseranteile als Naturschnee. Der erhöhte Wasseranteil führt dazu, dass Kunstschnee auf der Piste schneller vereist, wenn die Sonneneinstrahlung hoch ist. Das bekommen Skifahrer dann zu spüren und schimpfen über die berühmten Eisplatten auf den Skipisten. Dennoch hat Kunstschnee auch einige Vorteile gegenüber Naturschnee. So schmilzt er langsamer, und es sind höhere Geschwindigkeiten möglich, was vor allem Ski-Rennfahrer schätzen. Auch ein harter Carvingski kommt auf Kunstschnee voll zum Zug.

Wie wird Kunstschnee produziert?

Auch wenn wir es uns an manchen Frühwintertagen wünschen würden, Kunstschnee lässt sich nicht immer herzaubern, denn es muss ausreichend kalt sein. Der Faustregel zufolge benötigt man Temperaturen von mindestens minus zwei Grad Celsius. Und das am besten über einen längeren Zeitraum hinweg, denn die Schneeproduktion soll effektiv sein und sich nicht sofort wieder in Luft bzw. Wasser auflösen. Ebenfalls wichtig ist die Luftfeuchtigkeit – je geringer, desto besser.

Was ist im Kunstschnee drin?

Genauso wie Naturschnee besteht Kunstschnee ausschließlich aus gefrorenem Wasser. Chemische oder andere künstliche Zusätze sind in Deutschland, Österreich und Italien verboten. In der Schweiz und Frankreich hingegen fügt man abgetötete Bakterien hinzu, so kann Kunstschnee auch bei leichten Plusgeraden hergestellt werden. Diese Methode ist jedoch aufgrund der Folgen für die Umwelt umstritten.

Welcher Schnee bleibt länger liegen?

Naturschnee bleibt aufgrund seiner geringeren Dichte nicht so lange kühl und verdampft schneller als es den meisten Powder-Fans lieb ist. Kunstschnee hingegen ist bereits vor der Pistenpräparierung viel kompakter und bildet so einen Schutzschild gegen Wärmeeinbrüche. Leider ist es noch nicht möglich künstlichen Pulverschnee herzustellen. Es gibt bisher keine technische Lösung für das Problem mit der hohen Dichte beim Kunstschnee und der kurzen Falldauer. Somit müssen echte Powderfans weiterhin auf Gnade von ganz oben hoffen.

Wie schädlich ist Kunstschnee für die Umwelt?

Die Herstellung von Kunstschnee verbraucht relativ viel Energie und stößt somit Treibhausgase aus. Auch die Infrastruktur in Form von Speicherteichen oder Rohrleitungen erfordert einen Eingriff in die Landschaft, was sich teilweise auf die Schönheit der Natur auswirkt und zur Erosion führen kann. Hinzukommt, dass sensible Bergpflanzen durch die verlängerte Schneedeckendauer weniger Zeit zum Wachsen bekommen und somit bedroht werden. Die höhere Schneeschicht durch Kunstschnee schützt jedoch auch. Wann schneit es wieder?

Piste wird zum Skifahren mit Kunstschnee beschneit

Piste wird zum Skifahren mit Kunstschnee beschneit

Fazit: Ohne Kunstschnee kein Skifahren

Schneekanonen und Schneelanzen gehören in den Skigebieten der Alpen mittlerweile zum ganz normalen Bild. Grund ist der Klimawandel, der in einigen Regionen besonders stark zu spüren ist. Die sehr wichtigen Monate für die Skigebiete von Ende November bis Mitte Januar sind nicht immer schneesicher. Vor allem in den Mittelgebirgen, die tiefer gelegenen Skigebiete und die Talabfahrten müssen also beschneit werden, um das Skifahren zu ermöglichen. So kann der Skiurlaub in der Regel schon bedenkenlos im Juli gebucht werden. Die Schneegarantie durch Kunstschnee macht es möglich. Weitere Infos zum Thema Skifahren und Klimawandel >

7 interessante Fakten über Kunstschnee

  • In Südtirol werden 80% aller Pisten künstlich beschneit
  • In Österreich werden immerhin 40% beschneit
  • Bayern beschneit rund 10% der Pistenflächen
  • In der Anschaffung kostet ein 1 km beschneite Piste 650.000 €
  • Jährlichen Betriebskosten für denselben Pistenkilometer liegen bei 35.000 €
  • Um die Fläche eines Fußballfeldes 30 cm hoch zu beschneien, benötigt man die Energie von 7.500 Waschmaschinen-Waschgängen
  • Bei der Schneeballschlacht-WM in Winterberg ist Kunstschnee nicht zugelassen

Wie viel Schnee liegt jetzt? Hier geht es zu den aktuellen Schneehöhen >

Kommentare

Kommentar schreiben

Bereits als Kind klebte ich mit meiner Nase am Küchenfenster und beschwor den rheinischen Winterregen, doch endlich zu Schnee zu werden. Mit den ersten Flocken ging´s dann hinaus, Autoski (bedingt empfehlenswert), Skihalle und die Wintersportarena Sauerland waren erste Lieblingsorte.

 
Top 3 Angebote
travel Top 3
Skiurlaub Angebote