26. Januar 2022 Von: Max in Skifahren

Kaum ein Trend verbreitet sich im alpinen Sport so rasant wie das Freeriden. Der Begriff Freeriding bezeichnet mehr als nur das Skifahren im Tiefschnee abseits der präparierten Pisten. Es beschreibt eine Lebenseinstellung: Natur, Schwerelosigkeit, Freiheit. Jeder der gerne auf den Skiern oder dem Snowboard steht, kann in den Genuss des Freeride-Gefühls kommen - eine entsprechende Fahrtechnik, Ausrüstung und passende Bedingungen vorausgesetzt. Aber wir warnen euch vor: Wer einmal Blut geleckt hat, will immer mehr. Snowplaza gibt einen kurzen Überblick über den neuen Trend der zurück zum ursprünglichen Skifahren führt.

Ein faszinierender Sport: Wie Fliegen, nur schöner!

Unter Freeriden versteht man das Skifahren oder Snowboarden abseits der präparierten Pisten im freien Gelände. Um ein guter Freerider zu werden, bedarf es allerdings einer besonderen Tiefschneetechnik und ganz viel Übung. Denn anders als auf präparierten Pisten, sinkt man im Tiefschnee ein. Erst mit steigender Fahrgeschwindigkeit heben sich die Ski immer weiter aus dem Schnee heraus. Das Gefühl ist unbeschreiblich und wenn überhaupt, nur mit Fliegen vergleichbar. Neben Pulverschnee eignet sich auch Firn ausgezeichnet zum Freeriden. Dieser entsteht in den warmen Frühlingsmonaten, wenn die Sonne die Oberfläche der komprimierten Schneeschicht antaut. Auf Grund der Bremswirkung der lockeren Schneemassen, lassen sich im Tiefschnee extrem steile Gefälle bewältigen.

Freeriden geht mit Skiern oder dem Snowboard, beides eignet sich perfekt für schwerelose Schwünge im Tiefschnee.

Achtung, Lawinengefahr!

Tiefschneefahren treibt den Endorphinspiegel in die Höhe. Das weiße Glück birgt allerdings auch hohe Gefahren. Beim Skifahren im freien Skiraum besteht das Risiko, Lawinen auszulösen. Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, muss man sich vor jeder Fahrt im freien Gelände über die aktuellen Schneebedingungen informieren. Die Europäische Gefahrenskala für Lawinen gibt in einem 5-stufigen System Auskunft über die aktuelle Gefahrensituation. Ab Stufe 3 besteht bereits eine erhebliche Lawinengefahr. Auch Gletscherspalten, die unter der Schneedecke nicht erkennbar sind, bergen Risiken. Ein Spaltsturz endet meist tödlich. Deshalb gilt: Im Zweifelsfall immer einen staatlich geprüften und ortskundigen Bergführer buchen. Allerdings bleibt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein gewisses Restrisiko.

Ausrüstung für den Notfall und die richtigen Skier

Freerider sollten zu jeder Zeit eine entsprechende Sicherheitsausrüstung mitführen. Zur Standart-Ausrüstung gehören LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Ordentliche Sets gibt es ab 300 Euro. Außerdem sollte immer ein Erste-Hilfe-Set und ein Mobiltelefon mitgeführt werden, um im Falle des Falles einen Notruf absetzen zu können. Zusätzlichen Schutz bieten ABS-Lawinenrucksäcke. Bei einem Lawinenabgang kann der Airbag ausgelöst werden und den Skifahrer an der Oberfläche der Schneemassen halten. Die Preise liegen zwischen 400 und 700 Euro. Auch der Skihelm und die richtigen Latten dürfen für den Pulvergenuss nicht fehlen. Tiefschneeski sind lang und breit. Das Ergebnis: Der Ski sinkt nicht so tief ein und schwimmt schneller auf. Dazu kommt bei den meisten Modellen ein Tip- oder Full-Rocker. Bei ersterem ist die Vorderseite des Skis, bei letzterem der komplette Ski aufgebogen. Er sieht damit aus wie eine Banane. Dies verbessert den Auftrieb und das Handling im Tiefschnee.

Mit dem richtigen Ski kann man noch besser durch den Tiefschnee gleiten.

Lawinencamps: Das lernen Sie im Lawinenkurs

Den Umgang mit der Notfallausrüstung und weitere Hintergrundinformationen über das Off-Piste-Fahren können in speziellen Workshops erlernt werden. Die SAACs in Österreich bieten zum Beispiel 2-tägige Lawinencamps an. Dabei informieren staatlich geprüfte Berg- und Skiführer über die alpinen Gefahren. Ein SAAC Basic Camp besteht aus einem dreistündigen Theorieteil und einem Praxistag im freien Gelände. Die Kurse werden die gesamte Skisaison über angeboten und sind kostenfrei. Rund 15 verschieden Skigebiete stehen zur Auswahl. Voraussetzung ist ein ausreichend fahrtechnisches Können im Tiefschnee. Auch nahe München kann man sich aufs Freeriden vorbereiten. Die Lawinencamps Bayern bieten kostenpflichtige Lawinenkurse im Skigebiet Spitzingsee an. Die Preise liegen zwischen 15 und 85 Euro pro Kurs.

Praktische Tipps und Grundregeln zusammengefasst

  • Immer Schneebedingungen und Lawinenberichte überprüfen
  • Nie bei schlechter Sicht und starkem Wind fahren
  • Die richtige Notfallausrüstung mitführen: Pieps, Schaufel, Sonde, Handy, Erste-Hilfe-Set, ABS-Rucksack
  • Nie alleine im Gelände unterwegs sein, 20 m Abstand bis 35 Grad Neigung
  • Ausreichend Abstand zwischen den Gruppenmitgliedern halten
  • Die passenden Skier kaufen: Lang, breit und aufgebogen
  • Staatlich geprüfte und ortskundige Ski- und Bergführer buchen
  • Zur Vorbereitung an Freeride- oder Lawinencamps teilnehmen
  • Beim Skifahren den Auftrieb des Schnees nutzen

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Die gesamte Ausrüstung eingepackt? Dann kann es los gehen, ab in den Tiefschnee!

Aufgewachsen im schönen Bayern, hatte ich die Berge stets in greifbarer Nähe. Im Winter arbeite ich im Zillertal als Snowboardlehrer. Bei Snowplaza berichte ich über die neuesten Trends und News im Wintersport.

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