9. Februar 2022 Von: Maria in Skifahren

Skifahren im Urlaub soll in erster Linie sportliches Vergnügen bereiten. Trotz aller Vorsicht kann ein Unfall auf der Piste jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Mithilfe einer guten Vorbereitung ist es dennoch möglich, das Verletzungsrisiko im Schnee zu minimieren. Snowplaza erklärt, wie Hobby-Wintersportler mit richtigen Verhaltensweisen Unfälle vermeiden.

Den Skiurlaub umfassend vorbereiten

Jährlich verletzen sich rund 40.000 deutsche Skifahrer auf der Piste. Laut Angaben der statistischen Auswertungsstelle für Ski-Unfälle verunglückten in der Saison 2019/2020 zwischen 36.000 und 38.000 SkifahrerInnen. Viele von ihnen verletzen sich, weil sie falsche oder fehlerhafte Kleidung bzw. Skiausrüstung benutzen. Um überhaupt richtig fahren zu können, sollten Skifahrer also ihre Sportgeräte von Fachleuten prüfen lassen.

Im Zwiebellook auf die Piste

Wer bei der Kleidung spart, riskiert ebenfalls, sich auf der Piste zu unterkühlen oder infolge eines Sturzes Verletzungen davonzutragen. Experten plädieren bei der Kleidung für das „Zwiebelschalenprinzip“. Demnach setzt sich die Kleidung der Sportler aus mehreren, übereinander getragenen Schichten zusammen. Bei Bedarf lässt sich eine Lage problemlos ausziehen und im mitgeführten Rucksack verstauen. Die erste Schicht bildet dabei die „Transportschicht“ aus schnell trocknenden Materialien. Geeignet ist hierbei Funktionswäsche aus PVC und Polyester oder Thermowäsche aus Seide oder Schurwolle. Als darüberliegende Schicht kommen Fleece- oder Wollpullover zum Einsatz. Mit der Isolierschicht, einer äußeren Schicht aus wind- und wasserabweisenden Jacken, schließt die Kleidung ab. Komplettieren lässt sich die Ausrüstung mit einem Helm, Rückenpanzer sowie Ellenbogen- und Knieschonern.

Unfälle vermeiden
Wer weiß, wie man richtig stürzt, ist sicherer unterwegs.

Unfälle vermeiden

Oft reicht eine kleine Unachtsamkeit, damit es zu einem Sturz kommt. Häufig erleiden Skifahrer dabei Knieverletzungen, Kreuzbandrisse oder verletzen sich an den Schultern. Folgenschwere Kopfschäden kommen inzwischen seltener vor, da mittlerweile 70 Prozent aller Wintersportler schützende Helme tragen. Viele der genannten Verletzungen sind der eigenen Selbstüberschätzung und einer riskanten Fahrweise geschuldet. Sie kommen auch deswegen zustande, weil viele Fahrer gegen einen unvermeidbaren Sturz „ankämpfen“ und infolgedessen falsch fallen. 

Auch Stürzen will gelernt sein

Dabei lassen sich schwerwiegende Schäden durch richtiges Stürzen in vielen Fällen abwenden. Wichtig ist, immer die Augen offenzuhalten sowie Arme und Beine auszustrecken. Bei nahenden Kollisionen sollten Skifahrer stets versuchen, sich zur Seite zu werfen. Wer den Hang hinunterrutscht, sollte versuchen, sich in den Schnee zu krallen, um an Geschwindigkeit zu verlieren. Auf diese Weise lässt sich ein Sturz abmildern. Aufstehen sollte man erst, sobald der eigene Körper im Schnee zum Stillstand kommt. 

Erste Hilfe auf der Piste

Sind trotzdem Verletzungen bei sich oder anderen aufgetreten, sollten Skifahrer vor Ort Erste Hilfe leisten. Insbesondere im Vereinssport, in dem Erste-Hilfe-Kräfte nicht überall anwesend sind, bewährt sich ein Erste-Hilfe-Ratgeber mit leicht verständlichen Praxistipps. Mehr dazu findest du auch unter unseren Erste-Hilfe-Tipps beim Skifahren. Bei schwerwiegenden Verletzungen ist es unabdingbar, den Euronotruf für alpine Bergretter bzw. die nationale Notrufnummer zu wählen. Bis Hilfe eingetroffen ist, haben Skifahrer klare Handlungsempfehlungen einzuhalten. Keinesfalls sollte man das Unfallopfer selbstständig transportieren oder eigenhändig ausgerenkte Gelenke behandeln. Wichtig ist hingegen, die Opfer anzusprechen, in eine stabile Seitenlage zu befördern und vor Unterkühlung zu schützen.

Aufwärmen und Übungen in den Tag integrieren

Speziell Anfänger versäumen es häufig, sich vor dem Skifahren entsprechend aufzuwärmen. Dabei ist es wichtig, die Muskeln vor jeder sportlichen Aktivität ausreichend zu dehnen. Wer dies nicht tut, riskiert neben Muskelkater auch schmerzhafte Zerrungen. Es ist vollkommen ausreichend, die Muskeln mit langsamen Bewegungen für 20 bis 30 Sekunden zu dehnen. Vor der Fahrt gilt es außerdem, das eigene Reaktionsvermögen zu schulen. Zu diesem Zweck integrieren Hobby-Skifahrer am besten spezielle Übungen in ihren Tagesablauf. Geschicklichkeitsspiele wie Tischtennis oder Federball sind ebenso geeignet wie Balanceübungen auf einem Bein. Unmittelbar vor der Abfahrt bringen sich Skifahrer mit dem Hampelmann, Hochstrecksprüngen oder Liegestützen in Schwung. Wir haben für dich die besten Übungen zusammengestellt.

Krankenwagen im Skigebiet
Wenn dann doch einmal ein schlimmerer Unfall passiert ist, direkt den Euronotruf für alpine Bergretter bzw. die nationale Notrufnummer wählen.

Verhaltensregeln auf der Piste beachten

Leider sind rund ein Drittel aller Snowboarder und Skifahrer nicht oder nur unzureichend mit den Verhaltensregeln auf der Piste vertraut. Dabei sind die  Pistenregeln das A und O, um Verletzungen und schweren Unfällen vorzubeugen. Wer sicher und umsichtig fahren möchte, sollte deshalb die „goldenen“ Regeln beherzigen:

  • „Was du nicht willst, dass man dir tu...“ Dieser ethische Grundsatz erweist sich auch auf der Piste als zutreffend. Ski- und SnowboardfahrerInnen sollten stets rücksichtsvoll fahren, um sich und andere nicht zu gefährden.
  • Jeder Ski- und Snowboardfahrer hat seine Fahrweise dem eigenen Können anzupassen – nicht umgekehrt.
  • Hinten fahrende Skifahrer haben sich in den „Verkehr“ einzuordnen. Überholen ist sowohl von links, rechts, oben und unten gestattet. Hierbei gilt es, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum überholten Fahrer einzuhalten.
  • Unnötiges Bremsen gilt es zu vermeiden, damit andere Fahrer nicht von hinten „auffahren“. Dies gilt besonders für unübersichtliche Stellen, die hohes Gefahrenpotenzial mit sich bringen.
  • Alkohol sollte vor oder nach einer Fahrt nicht konsumiert werden. Alkoholisierte Skifahrer sind eine Gefahr für die Allgemeinheit, da sie bedrohliche Situationen nicht korrekt einschätzen können.
  • Rund sieben Prozent der Skifahrer kollidieren mit anderen. Viele von ihnen, weil sie ihre Sehhilfe zu Hause „vergessen“. Dabei ist Fahren auf Sicht ungeheuer wichtig, damit es nicht zu Zusammenstößen kommt. Brillen sind problemlos unter der Skibrille tragbar, alternativ eignen sich Kontaktlinsen.
  • Ungeübte Fahrer wie Bekannte oder Partner, die nicht Skifahren können, sollten sich lediglich auf leichte Piste begeben. Für den Anfang ist es besser, sich zunächst auf einer kleinen Piste „auszuprobieren“, bevor es in steilere Gefilde geht.
  • Oftmals kann es außerdem hilfreich sein, sich in einer Skischule unterrichten zu lassen. Auch für fortgeschrittene Ski- und SnowboardfahrerInnen ist eine kleine Auffrischung im Skikurs empfehlenswert. Vereine sind ebenfalls empfehlenswert, da sie den Austausch mit Gleichgesinnten bzw. erfahrenen Skifahrern ermöglichen.
  • Die Lawinengefahr beim Skifahren sollte niemals unterschätzt werden. Für einen Laien ist es prinzipiell unmöglich, eine realistische Einschätzung zu treffen. Wer gut vorbereitet sein möchte, sollte daher unbedingt an einem Lawinenkurs teilnehmen. Generell ist es ratsam, immer auf der Piste zu bleiben.
  • Für den Fall, dass die Piste verlassen wird, sollten Skifahrer immer ein Lawinenverschüttetensuchgerät sowie Schaufel und Sonde mitnehmen. Zur Sicherheit ist es ratsam, niemals alleine fernab der Piste zu fahren, sondern mindestens einen Ortskundigen und weitere Freerider mitzunehmen. Eine Lawine kann auch erfahrene Ski- und SnowboardfahrerInnen überraschen. Das Video zeigt dir, was Lawinen-Airbags bringen.

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Hi, ich heiße Maria und bin das ganze Jahr über in den Bergen unterwegs. Im Winter berichte ich für Snowplaza über alle Neuigkeiten zum Thema Skifahren, reise viel und erzähle von meinen Erfahrungen auf meinem Lieblingsbrett.

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