27. September 2017 Von: Marlene in 'Skiführer-Tipp'' | 0 Kommentare

Jeder Ski muss regelmäßig zum Skiservice

Jeder Ski muss regelmäßig zum Skiservice

Egal, ob vor der Skisaison, vor dem Skiurlaub oder zwischendurch, hin und wieder muss das Equipment zum Skiservice. Nur ein gut gewachster Ski gleitet mühelos über den Schnee und ohne geschliffene Kanten wird die Kurve auf der Eisfläche zur gefährlichen Rutschpartie. Skifahren macht nach dem Skiservice also nicht nur mehr Freude, sondern ist darüber hinaus auch sicherer. Ein regelmäßiger Service, bestehend aus Wachsen und Kanten schleifen, ist also Pflicht. Damit der Skiservice für den Skiurlaub nicht zu teuer wird, verrät Ihnen Snowplaza im Folgenden 9 hilfreiche Tipps, wie Sie den Skiservice an ihrer Skiausrüstung selbst durchführen können.

1. So erkenne ich, wann die Ski gewachst werden müssen

Die Wachsschicht, die den Belag schützt und ein müheloses Gleiten auf dem Schnee ermöglicht, fährt sich im Laufe der Zeit ab und muss regelmäßig erneuert werden. Das ist spätestens dann der Fall, wenn der Ski nicht mehr rutscht und der Schnee sogar kleben bleibt. Doch auch zuvor lassen sich Anzeichen erkennen. Sobald der Belag matt, verkratzt und milchig aussieht, ist Zeit für eine Auffrischung der Wachsschicht. Ähnlich wie nach dem Eincremen der Haut erscheint die Gleitschicht dann wieder in neuem Glanz.


2. Darin unterscheiden sich Kaltwachs und Heißwachs

Das Heißwachs wird, wie der Name schon sagt, erhitzt und bleibt dadurch nicht nur auf der Oberfläche kleben, sondern dringt auch in die Poren ein. Deshalb setzen Weltcup-Fahrer auf diese Methode. Auch beim professionellen Skiservice wird mit Heißwachs gearbeitet. Kaltwachs ist dafür einfacher anzuwenden. Weil es aber eben nicht so tief eindringt, sollte es täglich erneuert werden. Für den bestmöglichen Effekt werden beide Arten bereits am Vortag aufgetragen und können über Nacht einwirken.

3. Das richtige Wachs für die richtige Schneetemperatur

Neben der Unterscheidung zwischen Kalt- und Heißwachs gibt es spezielles Wachs für spezielle Temperaturen. So ist an einem eiskalten Wintertag ein anderes Wachs zu empfehlen als an einem sonnigen Skitag im April. Damit der Ski bei allen Gegebenheiten rutscht, greift man am besten auf ein Universalwachs zurück. Der Hersteller TOKO bietet ein Universal-Heißwachs an, dass sich nach eigenen Angaben für Schneetemperaturen von 0° Celsius bis -30° Celsius eignet.

4. Das brauche ich, um meine Ski zu wachsen

Zusätzlich zum (Heiß-) Wachs wird ein Bügeleisen zum Erhitzen benötigt. Ein spezielles Wachsbügeleisen lässt sich präzise in der Temperatur regulieren, sodass der Belag nicht überhitzt wird. Darüber hinaus ist eine sogenannte Wachsklinge notwendig, um das überschüssige Wachs zu entfernen. Zum Schluss wird noch eine Struktur in den Ski gebürstet. Dazu gibt es Bürsten, die eigens zum Skiwachsen entwickelt wurden. Snowplaza Tipp: Eine Skihalterung oder eine Werkbank ermöglichen das Fixieren des Skis.

5. So kann ich Kratzer und Schrammen im Belag ausbessern

Kratzer in der Gleitfläche lassen sich mit einer Repair Candle selbst ausbessern. Die Repair Candle besteht aus dem selben Material wie der Belag. Zuerst werden überschüssige Wachsreste und Verschmutzungen mithilfe einer Kupferbürste aus dem Kratzer entfernt. Anschließend die Wachskerze anzünden, etwa 20 Sekunden warten, und das flüssige Belagsmaterial in den Kratzer hineinlaufen lassen, bis der vollständig gefüllt ist. Danach muss das Material aushärten. Die Fläche wird daraufhin mit einer scharfen Wachsklinge geebnet, bis keine Erhebung beim Drüberfassen mehr zu spüren ist. Achtung: Dadurch wird die Struktur des Skis auch geglättet.

6. Das muss ich beim Kantenschleifen beachten

Bei einem ordentlichen Skiservice gehört auch das Schleifen der Kanten zum Programm. Viele Wintersportler geben ihre Skier beim Fachmann im Skigebiet ab. Der lässt jedoch meist nur ein Programm drüberlaufen. Das bedeutet, dass die Skikanten für einen Anfänger vielleicht zu aggressiv, für einen professionellen Carver allerdings zu leicht bearbeitet sind. Deshalb, und aus Kostengründen, bietet es sich an, die Kanten selbst zu schleifen. Mithilfe eines Kantenschleifers kann der Winkel, in dem die Kante bearbeitet werden soll, selbst eingestellt werden.

7. Das brauche ich zum Schleifen der Skikanten

Neben dem Kantenschleifer, mit dessen Hilfe sich der Kantenwinkel einstellen lässt, ist ein Schleifstein erforderlich. Der wird in den Kantenschleifer eingespannt. Für die Feinarbeit sind Kantengummis ratsam, die Verhärtungen an der Skikanten im Vorhinein abreiben und im Nachhinein für den Feinschliff sorgen.

8. Die richtige Reihenfolge beim Schleifen & Wachsen ist wichtig

Die Skikanten sollten immer vor dem Wachsen geschliffen und Beschädigungen wie Kratzer vor dem Wachsen aufgefüllt werden. Nur so wird sichergestellt, dass die neu aufgetragene Wachsschicht nachträglich nicht beschädigt wird und für eine optimale Gleitperformance auf der Skipiste sorgen kann.

9. Das Fahrkönnen entscheidet über den Kantenwinkel

Die Kantenschleifer sind zwischen 89° und 86° einzustellen. Dabei ist eine Skikante, die mit 89° geschliffen wird, vor allem für Kinder und Anfänger geeignet. Wer schon länger auf Skiern steht und Kurven ohne viel Kraftaufwand meistern möchte, stellt den Kantenschleifer auf 88° ein. Erfahrene Skifahrer mit einem sportlichen Fahrstil fahren oftmals mit mehr Technik und schätzen es, wenn die schärfere Kante dank des Winkels von 87° noch besser greift. Rennläufer hingegen greifen auf die schärfste, aggressivste Stufe, auf 86° zurück, um die optimale Kantenkontrolle zu spüren.

Wie oft ist ein Skiservice notwendig?

Wer Kratzer direkt ausbessert, die Wachsschicht regelmäßig erneuert und die Skikanten stets geschärft hält, schont das Material, hat mehr Spaß auf der Skipiste und ist zudem sicherer unterwegs. Doch bei jedem Schwung auf der harten Piste wird die Kante wieder stumpfer und das Wachs fährt sich ab. Deshalb ist es ratsam, den Skiservice nicht nur zum Saisonstart vor dem ersten Skitag durchzuführen. Stattdessen sollten sowohl die Wachsschicht als auch die Skikanten nach etwa 7 Skitagen wieder erneut behandelt werden.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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