Gute Nachrichten für Val Gardena/Gröden! Die Pläne für eine neue Ciampinoi-Kabinenbahn haben eine wichtige Genehmigungsphase erfolgreich durchlaufen. Die Südtiroler Landesregierung hat das Projekt für die neue Ciampinoi-Kabinenbahn in Wolkenstein in Val Gardena/Gröden teilweise genehmigt. Die bestehende 12er-Kabinenbahn darf durch eine moderne 16er-Kabinenbahn ersetzt werden. Außerdem wird das Restaurant an der Bergstation neu gebaut.
Kurz zusammengefasst
- Die Ciampinoi-Kabinenbahn in Wolkenstein in Gröden darf erneuert werden.
- Die bestehende 12er-Bergbahn wird durch eine moderne 16er-Gondel ersetzt.
- Die Förderkapazität steigt von 2.400 auf maximal 3.200 Personen pro Stunde.
- An der Bergstation entsteht ein neues Panoramarestaurant.
- Die Modernisierung steht im Zusammenhang mit der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2031.
Wichtiger Schritt für die neue Ciampinoi-Kabinenbahn
Die Seilbahnen Ciampinoi AG plant, die bestehende Ciampinoi-Kabinenbahn von Wolkenstein auf den 2.254 Meter hohen Ciampinoi vollständig zu erneuern. Das Projekt wurde im Herbst 2025 zusammen mit einer Umweltverträglichkeitsstudie bei den Südtiroler Behörden eingereicht.
Der Umweltbeirat hatte bereits im Juni eine positive Stellungnahme dazu abgegeben, allerdings unter bestimmten Auflagen. Die Südtiroler Landesregierung hat diese Empfehlung inzwischen übernommen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Das bedeutet jedoch noch nicht, dass die Bauarbeiten unmittelbar beginnen. Zum genauen Zeitplan, zur Bauphase und zum Eröffnungstermin wurden bislang keine Informationen veröffentlicht.
Alte 12er- Kabinenbahn entspricht nicht mehr den Anforderungen
Die heutige Ciampinoi-Bergbahn wurde Ende der 1980er-Jahre errichtet. Sie verfügt über Gondeln für zwölf Personen und kann maximal 2.400 WintersportlerInnen pro Stunde befördern. Nach Angaben der Betreibergesellschaft reicht diese Kapazität zu Stoßzeiten nicht mehr aus. Die Ciampinoi-Seilbahn ist nicht nur für SkifahrerInnen wichtig, die von Wolkenstein in Richtung St. Christina oder St. Ulrich unterwegs sind, sondern auch für die berühmte Sellaronda. Besonders zu Spitzenzeiten kommt es an der Talstation regelmäßig zu langen Warteschlangen. Mit den größeren Kabinen möchte die Betreibergesellschaft vor allem die Situation an der Talstation entschärfen und die Verbindung auf den Ciampinoi langfristig fit für die Zukunft machen.
Geringere Kapazität als beantragt
Auffällig ist, dass die neue Kabinenbahn nicht die ursprünglich beantragte Förderleistung erhalten wird. In den Planungen war eine Kapazität von 3.600 Personen pro Stunde vorgesehen. Die Genehmigung der Südtiroler Landesregierung begrenzt die Förderleistung jedoch auf maximal 3.200 Personen pro Stunde. Das sind zwar 800 Personen pro Stunde mehr als bei der heutigen Anlage, jedoch 400 Personen weniger als von der Betreibergesellschaft beantragt.
Das ist bisher über das Projekt bekannt
Folgende Informationen sind bislang zur neuen Ciampinoi-Kabinenbahn in Val Gardena/Gröden bekannt:
- Projekt: Abriss und Neubau der Ciampinoi-Kabinenbahn
- Standort: Wolkenstein in Val Gardena/Gröden
- Bestehende Anlage: 12er-Seilbahn aus den späten 1980er-Jahren
- Neue Anlage: moderne 16er- Kabinenbahn
- Aktuelle Förderleistung: 2.400 Personen pro Stunde
- Genehmigte Förderleistung: maximal 3.200 Personen pro Stunde
- Zusätzliches Projekt: neues Restaurant an der Bergstation
- Ausgleichsmaßnahmen: 250.000 Euro
- Baubeginn: noch nicht bekannt
- Eröffnung: noch nicht bekannt
Bedeutende Seilbahn für die Sellaronda und die Saslong
Die Ciampinoi-Kabinenbahn zählt zu den bekanntesten Liftanlagen in Val Gardena/Gröden. Sie bringt WintersportlerInnen von Wolkenstein in das höher gelegene Ciampinoi-Gebiet und bietet Anschluss an die Sellaronda. Darüber hinaus spielt die Gondel eine wichtige Rolle bei den jährlich stattfindenden Weltcup-Rennen auf der Saslong. Kurz vor Weihnachten werden AthletInnen, TrainerInnen und BetreuerInnen mit der Gondel in das Wettkampfgebiet transportiert. Dadurch ist die Ciampinoi-Kabinenbahn nicht nur für UrlauberInnen, sondern auch für den internationalen Skisport von großer Bedeutung.
Modernisierung im Hinblick auf die Alpine Ski-WM 2031
Die Pläne gewinnen zusätzlich an Bedeutung, da Val Gardena/Gröden einer der Austragungsorte der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2031 sein wird. Nach Ansicht der Projektverantwortlichen muss die bestehende Engpasssituation deutlich vor diesem Großereignis beseitigt werden.
Dabei geht es nicht ausschließlich um eine höhere Förderleistung. WintersportlerInnen erwarten heute moderne Liftanlagen mit kurzen Wartezeiten, komfortablen Kabinen und schnellen Verbindungen. Auch während internationaler Großveranstaltungen muss die Logistik am Berg reibungslos funktionieren.
Neues Restaurant mit Dolomitenpanorama
Neben der neuen Seilbahn wird auch das Restaurant an der Bergstation ersetzt. Das bestehende Gebäude soll einem modernen Restaurant mit Panoramablick auf die Dolomiten in Gröden weichen. Nach den aktuellen Planungen soll das neue Restaurant das gastronomische Angebot am Berg deutlich aufwerten. Details zur Größe, zur Anzahl der Sitzplätze oder zur architektonischen Gestaltung wurden bislang jedoch noch nicht veröffentlicht.
250.000,- € für Ausgleichsmaßnahmen
Mit der Genehmigung ist auch eine finanzielle Auflage verbunden. Die Betreibergesellschaft muss 250.000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen bereitstellen. Welche Maßnahmen mit diesem Betrag umgesetzt werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Bei großen Bauprojekten in den Bergen handelt es sich dabei häufig um Maßnahmen zum Schutz oder zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft. Die konkreten Details dürften im weiteren Genehmigungsverfahren bekannt werden.
Noch kein Baubeginn und kein Eröffnungstermin
Mit der teilweisen Genehmigung ist die neue Ciampinoi-Kabinenbahn einen wichtigen Schritt näher gerückt, vollständig abgeschlossen ist das Projekt jedoch noch nicht. Die Betreibergesellschaft muss zunächst alle Auflagen erfüllen und die weiteren technischen sowie organisatorischen Vorbereitungen abschließen. Für SkiurlauberInnen ändert sich deshalb vorerst nichts. Wann die bestehende Gondel abgebaut wird und in welcher Wintersaison die neue 16er-Gondel ihren Betrieb aufnimmt, steht noch nicht fest. Angesichts der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2031 liegt es jedoch nahe, dass Gröden die Modernisierung rechtzeitig vor diesem internationalen Großereignis abschließen möchte.