Sie gilt als eine der spektakulärsten Skirunden der Alpen: Die Sellaronda. Auf über 40 km Länge führt sie einmal komplett um das imposante Sellamassiv durch vier verschiedene Täler und drei Provinzen. Unterwegs genießt du die herrlichsten Aussichten auf die wunderschönen Dolomiten. Kein Wunder, dass die Skirunde so beliebt ist und bei vielen WintersportlerInnen ganz oben auf der To-Do-Liste steht. In diesem Artikel erfährst du alles über die Sellaronda in den Dolomiten.
Sellaronda: Die Skirunde, die man einmal im Leben gemacht haben sollte
Seit 2009 gehören die Dolomiten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dort führt die Sellaronda rund um das imposante Sellamassiv. Am Piz Boè, dem höchsten Punkt des Massivs mit 3.151 Meter treffen genau die drei Provinzen Bozen, Trient und Belluno aufeinander. Der Name der Skirunde stammt von den Ladinern, einer ethnischen Gruppe aus dem Norden Italiens, die früher die Sellaronda antraten, um Waren auszutauschen oder zu handeln – damals natürlich noch ohne Skilifte! In den Tälern spricht man drei verschiedene Sprachen: Deutsch, Italienisch und immer noch die alte ladinische Sprache. All diese historischen Fakten und die beeindruckenden Ausblicke unterwegs machen die Route noch besonderer.
Fakten und Zahlen zur Sellaronda:
- Land: Italien
- Startpunkt: In den Skigebieten Val Gardena, Alta Badia, Arabba-Marmolada und Val di Fassa
- Schwierigkeitsgrad: Mittleres Skilevel
- Länge der Skirunde: 40 km, davon 26 km Skifahren
- Dauer der Skirunde: Halber bis ganzer Skitag (wenn du auch die Berghütten unterwegs testen möchtest!)
1 Skirunde: 4 Täler, viele Highlights
Die Sellaronda führt durch vier verschiedene Täler mit jeweils eigenen Skigebieten. Dabei durchqueren SkifahrerInnen Gröden (Val Gardena) und Alta Badia, die zu den besten Skigebieten Italiens zählen, sowie Arabba und das Fassatal, wo Abstecher zum Pordoijoch und zum Marmolada-Gletscher möglich sind. Inklusive der Skilifte ist die Skirunde 40 km lang, ohne die Lifte kommst du auf insgesamt 26 km Abfahrt. Die schafft man in der Regel in ein paar Stunden oder einem halben Skitag. Das hängt ganz davon ab, wie viel auf den Pisten und an den Liften los ist und wie schnell du selbst Ski fährst. Keine Eile, denn unterwegs gibt es viele gemütliche Berghütten und die Ausblicke sind einfach unglaublich, sodass man besser einen ganzen Tag einplant.
Welche Richtung, lieber orange oder grün?
Die Sellaronda gibt es in zwei Varianten: Die orange Route, die im Uhrzeigersinn verläuft, und die grüne Route, die gegen den Uhrzeigersinn geht. Beide Routen sind wunderschön und vom Schwierigkeitsgrad her gleich. Wenn du eine Woche im Winterurlaub bist, solltest du unbedingt beide ausprobieren! Fang früh an und schau zwischendurch immer mal wieder auf die Uhr, damit du nicht die letzte Liftfahrt verpasst. Die Skirunde ist für den durchschnittlichen Skifahrer gut machbar.
- Tipp: Einen Vorteil gibt es bei der orangen Richtung im Sonnenverlauf, denn im Uhrzeigersinn fahren WintersportlerInnen nur selten im Schatten.
Pause in gemütlichen Berghütten
Nicht nur die Aussichten und die herrlichen Pisten machen einen Winterurlaub in Italien besonders, sondern auch das fantastische Essen. Entlang der Sellaronda mangelt es nicht an gemütlichen Berghütten. Dank der südlichen Lage scheint die Sonne hier besonders oft, so genießt du eine kurze Pause oder ein Mittagessen auf einem sonnigen Terrassenplatz. Die Region ist bekannt für ihre vielfältige Küche. Hier findest du sowohl typisch italienische Spezialitäten wie Pasta als auch Gerichte der rustikalen Südtiroler Küche. Möchtest du süßen Kaiserschmarrn oder herzhafte Knödel zu Mittag essen oder doch lieber eine frischgebackene Pizza? Und am Ende des Skitages wartet noch ein Drink mit herrlichen Antipasti in einer der vielen Bars auf dich.
Die schönsten Aussichten
Aufgrund der schönen Aussichten kann man seinen Blick selbst beim Skifahren kaum von der Kulisse abwenden. Mach zwischendurch immer wieder Halt an einer sicheren Stelle und vergiss nicht, deine Kamera oder dein Handy parat zu haben für spektakuläre Fotos! Bist du neugierig, was dich erwartet? Hier ein kleiner Eindruck von dieser schönen Skirunde in den Dolomiten.
Dolomiti Superski
Alle Skigebiete, durch die die Sellaronda führt, gehören zu Dolomiti Superski. Der größte Skiverbund Italiens und Europas bietet ganze 1.200 Pistenkilometern verteilt auf 12 verschiedene Skigebiete, zu denen du mit dem Dolomiti Superski Skipass Zugang hast. So kannst du im Skiurlaub ganz einfach mehrere Skigebiete entdecken. Praktischer Tipp: Kauf den Skipass online und hol dir 5 % Rabatt.
Im Folgenden stellen wir dir die Skigebiete, die du auf deiner Route passierst, kurz vor:
Val Gardena
Val Gardena ist ein über 25 km langes Tal in Südtirol mit Liften und Pisten auf beiden Seiten. Dazwischen liegen die drei Dörfer Ortisei (St. Ulrich/Urtijëi), Santa Cristina und Selva (Wolkenstein). Das Skigebiet umfasst 175 Pistenkilometer, aber durch die Anbindung an andere Gebiete und den Dolomiti Superski Skipass hast du Zugang zu vielen weiteren Pisten. Hier findest du die berühmte La Longia World Cup-Abfahrt und wenn du auch andere Skirunden ausprobieren möchtest, ist die Val Gardena Runde sehr empfehlenswert.
Arabba-Marmolada
In Arabba-Marmolada dreht sich alles um den höchsten Gipfel der Dolomiten, die 3.342 Meter hohe Marmolada. Mit etwas mehr als 60 Pistenkilometern ist dieses Gebiet nicht besonders groß, aber dank aller Verbindungen merkst du das kaum. Hier kannst du außerdem eine großartige und geschichtlich interessante Skirunde fahren, die über 80 km langen Giro della Grande Guerra.
- Tipp: Nimm den Lift rauf zur Marmolada. Es ist absolut empfehlenswert, vom höchsten Punkt mit den Skiern bis ins Tal abzufahren.
Alta Badia
Feinschmecker sind in Alta Badia genau richtig. Kein Wunder, dass dieses Gebiet auch als „kulinarische Hauptstadt der Alpen“ bezeichnet wird. Nirgendwo findest du so viele Michelin-Sterne auf nur 15 (!) Quadratmetern. Wer Winterurlaub in Alta Badia macht, findet Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Skidörfern. Unter ihnen Corvara und Colfosco, welche bekannt sind für ihr lebendiges Treiben. Das Skigebiet hat etwa 130 km Pisten, mit allen Anbindungen zu den umliegenden Gebieten sind es über 500 km. Hier mangelt es nicht an hervorragenden Berghütten und kulinarischen Events. Nach der Stärkung empfiehlt sich ein Abstecher zur Skipiste Gran Risa, wo schon zahlreiche Rennen des Alpinen Skiweltcups stattgefunden haben.
- Tipp: Du kannst hier sogar eine kulinarische Skisafari machen.
Val di Fassa-Carezza
Imposante Dolomitengipfel sind während eines Winterurlaubs in Val di Fassa-Carezza garantiert. Hier kannst du bekannte Gipfel wie die Col Rodella (2485 m), Rosengarten (2981 m), Latemar (2842 m) und Langkofel (3181 m) sehen. Im Tal gibt es mehrere Dörfer und verschiedene Skigebiete, die nicht alle miteinander verbunden sind. Wenn du alle Highlights in diesem Skigebiet sehen möchtest, solltest du auch die Panorama-Skirunde auf deine To-do-Liste setzen!
- Tipp: Unser Tipp ist ein Abstecher mit der Seilbahn zur Pordoispitze (2.950 m). Auf dem Felsplateau befindet sich ein Restaurant und eine Plattform mit atemberaubender Aussicht auf den Sellastock, den Rosengarten, die Seiser Alm, die Marmolada und die Ötztaler Alpen.
Skier anschnallen, es geht los auf die Sellaronda
Zum Schluss nehmen wir euch noch mit auf die Sellaronda, so wie wir sie gefahren sind. Die Skirunde kann ab Wolkenstein, Corvara, Arabba und Canazei begonnen werden. Dies hier ist die Variante ab Wolkenstein, die für viele als idealer Einstiegspunkt gilt.
Station 1: Gröden
Zuerst geht es auf das Grödner Joch (2.121 Meter). Von dort hat man einen fantastischen Blick auf den Langkofel, der mit 3.181 Metern der Hauptgipfel der Grödner Dolomiten ist. Genieße die beeindruckende Aussicht, bevor es weiter Richtung Alta Badia geht.
Station 2: Alta Badia
Die zweite Etappe der Sellaronda umfasst vornehmlich einfache Pisten, die direkt unter dem Sellamassiv entlangführen. Nicht vergessen, hier in eine der vielen besonderen Hütten einzukehren.
Station 3: Arabba-Marmolada
Hier sind die Pisten etwas schwieriger, allerdings leicht zu schaffen für durchschnittliche WintersportlerInnen. Die Abfahrten werden länger und die Atmosphäre in Arabba wird italienischer. Highlight ist die Gletscher-Aussicht vom Porta Vescovo (2.562 Meter). Hier empfiehlt sich ein Abstecher zum Marmolada-Gletscher.
Station 4: Fassatal
Weiter geht es durch die Skigebiete Belvedere bei Canazai und Col Rodella bei Campitello, wo gute Snow- und Funparks für Action sorgen. Auf diesem Stück der Sellaronda bist du komplett von den Bergriesen des UNESCO Weltkulturerbes Dolomiten umgeben.
Station 5: zurück ins Grödnertal
Auf dem letzten Teilstück in Richtung Wolkenstein wird es wieder heimischer, was man daran erkennt, dass aus einigen Hütten deutsche Après-Ski-Hits schallen. Für uns das Stichwort, um nach diesem fantastischen Skitag auf der Sellaronda noch einzukehren.
- Tipp: Wer noch nicht genug hat, sollte auf der Skipiste Saslong nach St. Christina abfahren. Bekannt durch die Abfahrtsläufe der Herren im Skiweltcup, führt sie auf 3,5 km von der Seilbahnstation Ciampinoi unterhalb des Langkofels hinab ins Tal und hat ein Gefälle von bis zu 57 Prozent.