Letztes Update 8. Oktober 2026 — El Niño stellt im September einen Rekord auf: +2,84 °C, der höchste Monatswert seit 1982. Wie wird der Winter 2026/2027? Die Saisonmodelle deuten für Europa auf einen milden, nassen Winter mit hoher Schneefallgrenze: viel Schnee oberhalb von 1800 bis 2000 Metern, in den Tälern häufiger Regen. Ein Kältewinter ist damit nicht ausgeschlossen, eine verlässliche Schneeprognose für einzelne Monate gibt es aber noch nicht. Hier liest du, was wir jetzt wissen und was das für deinen Skiurlaub bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze: Winterprognose 2026/2027
El Niño ist auf Rekordniveau, doch über Schnee in den Alpen sagt das noch wenig. Der Stand am 8. Oktober:
- Rekord: Der Niño3.4-Index kam im September auf +2,84 °C, den höchsten Monatswert seit 1982.
- Europa: Die Saisonmodelle deuten auf einen milden, nassen Winter mit hoher Schneefallgrenze.
- Buchen: Setz auf Höhe. Skigebiete oberhalb von 1800 bis 2000 Metern und Gletscher sind diesen Winter die sicherste Wahl.
El Niño 2026: die neuesten Signale
Die offizielle Monatsreihe des Climate Prediction Center zeigt einen steilen Anstieg: von +0,47 °C im April auf +2,84 °C im September. Das ist der höchste Monatswert seit Beginn der Reihe 1982. Der bisherige Rekord stand seit November 2015 bei +2,72 °C. Und der Höhepunkt kommt erst noch: Er fällt meist in den November oder Dezember.
Am 8. Oktober erhöhte die NOAA die Wahrscheinlichkeit für einen historisch starken El Niño, also stärker als jeder El Niño seit 1950, für Oktober bis Dezember von 75 auf 83 Prozent. Beim IRI rechneten Ende September alle 22 Modelle mit einer weiteren Verstärkung, bei einer El-Niño-Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent bis einschließlich Februar 2027.
Wer die Zahlen selbst nachschlägt: Die NOAA rechnet mit einem anderen Referenzzeitraum und nennt für September +2,1 °C. Der Rekord gilt für die CPC-Monatsreihe. Auf dem RONI-Maßstab der NOAA, der die Erwärmung aller Ozeane herausrechnet, ist die historische Schwelle noch nicht erreicht.
Wird der Winter 2026/2027 ein Kältewinter?
Das lässt sich noch nicht vorhersagen. El Niño ist eine Erwärmung des Meerwassers im tropischen Pazifik. Sie verändert weltweit die Luftzirkulation, doch auf Europa wirkt sie nur indirekt. Frühere starke El-Niño-Winter fielen in den Alpen sehr unterschiedlich aus.
Im Schnitt geht El Niño in Nordeuropa mit einem milden, nassen und windigen Herbst und Winterbeginn einher. Später im Winter steigt die Chance auf ruhigeres und kälteres Wetter. Das ist ein Durchschnitt, kein Versprechen.
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Was sagen die Saisonmodelle zum Winter 2026/2027?
Copernicus sieht für fast ganz Europa eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen milderen Winter und für weite Teile auch für einen nasseren. Für die Alpen heißt das vor allem: viel Niederschlag, aber eine hohe Schneefallgrenze. Weiter oben kann das gerade viel Schnee bringen, während es in den Tälern regnet.
Was dafür spricht
- Viel Schnee in der Höhe: Oberhalb von 1800 bis 2000 Metern kann ein nasser Winter eine solide Schneebasis aufbauen.
- Kalte Phasen bleiben möglich: Auch ein im Schnitt milder Winter kann schneereiche Wochen bringen.
- Die zweite Hälfte zählt mit: Ein milder Dezember sagt wenig über Januar, Februar und März.
Was dagegen spricht
- Regen in den Tälern: Tief gelegene Pisten und Talabfahrten sind anfällig, vor allem rund um Weihnachten.
- Wind und Sturm: Aktive Tiefs bringen Schnee, aber auch Liftsperren und schlechte Sicht.
- Regen auf Schnee: Kühlt es danach ab, werden die Pisten hart und eisig.
Die NAO: die große Unbekannte für Europas Winter
Neben El Niño entscheidet vor allem die NAO darüber, wie der Winter in Europa ausfällt. Gemeint ist der Luftdruckunterschied zwischen Island und den Azoren. Bei einer positiven NAO wehen kräftige Westwinde: mild, nass und eine relativ hohe Schneefallgrenze. Bei einer negativen NAO kann Kaltluft aus Norden oder Osten durchbrechen, mit Chancen auf Schnee bis in die Täler. Allerdings nur, wenn auch Niederschlag kommt.
Polarwirbel: erste Signale, noch keine Gewissheit
Der Polarwirbel ist die Windzirkulation hoch über dem Nordpol. Wird er gestört, wie im vergangenen Winter, kann Polarluft nach Süden ausbrechen. Das ECMWF sieht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine solche Störung um Ende Dezember und Januar, und in sehr starken El-Niño-Wintern kommt das häufiger vor als im Schnitt.
Zwei Faktoren zeigen allerdings in verschiedene Richtungen. Die QBO, ein Windmuster hoch über dem Äquator, befindet sich in der Westphase und hält den Polarwirbel meist stabil. Das rekordniedrige Meereis in der Barentssee und der Karasee spricht dagegen für einen schwächeren Wirbel. Deshalb kann noch niemand etwas Verlässliches über den Januar sagen.
Schneeprognose Alpen: vier Szenarien
Auf Basis der Saisonläufe vom August und September ist Szenario 1 derzeit das wahrscheinlichste. Die anderen drei bleiben möglich, vor allem wenn der Polarwirbel gestört wird.
1. Mild und wechselhaft, mit hoher Schneefallgrenze
Tiefs aus dem Westen bringen weiter oben viel Schnee und in den Tälern Regen. Hoch gelegene Skigebiete und Gletscher profitieren am meisten. Skigebiete mit vielen Pisten über 2000 Meter ›››
2. Nordwestwind und Nordstau
Kommt der Niederschlag aus Nordwesten und ist es kalt genug, erleben die Nordalpen schneereiche Phasen. Das betrifft etwa Vorarlberg, Tirol, das Salzburger Land, die Nordschweiz und die französischen Nordalpen. Skigebiete in den Nordalpen ›››
3. Blockaden und Kälte aus Norden oder Osten
Ein Hochdruckblock kann kalte Luft in die Alpen lenken, mit einer niedrigen Schneefallgrenze. Ohne Niederschlagsgebiet bleibt es dann allerdings trocken und sonnig.
4. Südströmung: Die Alpensüdseite profitiert
Bei einer südlichen Strömung fällt der meiste Schnee in Italien, in den französischen Südalpen und im Süden der Schweiz. Auf der Nordseite sorgt dann der Föhn für mildes und trockenes Wetter. Skigebiete in den Südalpen ›››
Schneeprognose Österreich, Frankreich, Schweiz, Italien und Deutschland
Eine konkrete Prognose pro Land ist noch nicht möglich. Jedes Wintersportland hat aber seine eigenen Stärken und Schwächen.
Österreich
Österreich profitiert vor allem von Nordwestlagen, die auf der Alpennordseite viel Schnee bringen können. In milden Phasen sind Gletscher und hoch gelegene Skigebiete die sicherste Wahl.
Frankreich
Viele französische Skiorte und Pisten liegen hoch, und das ist in einem milden, wechselhaften Winter ein Vorteil. Die Nordalpen profitieren von Nordwestwind, die französischen Südalpen von Tiefs aus dem Süden. Schneesichere Skigebiete in Frankreich ›››
Italien
Die italienischen Alpen brauchen südliche Strömungen. Bei viel Westwind kann es dort trockener ausfallen, doch die Dolomiten haben mit ihren Beschneiungsanlagen eine solide Basis.
Schweiz
Durch ihre zentrale Lage funktionieren in der Schweiz mehrere Szenarien: die Nordseite bei Nordstau, das Wallis und Graubünden eher bei anderen Strömungen.
Deutschland
Die deutschen Skigebiete liegen tiefer und reagieren empfindlicher auf milde Phasen. Die besten Chancen gibt es in der Höhe: auf der Zugspitze, am Garmisch-Classic und in Oberstdorf/Kleinwalsertal. Im Schwarzwald und in Winterberg kommt es auf kalte Nächte und Kunstschnee an.
Was heißt das jetzt schon für deine Skiplanung?
Am 10. September hat der Winter schon gezeigt, wie es läuft. Sölden meldete 20 Zentimeter Neuschnee auf 3.000 Metern, während auf 2.315 Metern nichts lag. Ein paar Tage später war unterhalb von 2.500 Metern alles wieder weg. Genau dieser Unterschied von ein paar hundert Höhenmetern dürfte diesen Winter entscheiden.
- Höhe: Wähl Skigebiete mit vielen Pisten oberhalb von 1800 bis 2000 Metern.
- Gletscher: Sie bieten in der Vor- und Nachsaison die größte Sicherheit. Gletscherskigebiete in den Alpen ›››
- Lage: Nordhänge halten den Schnee länger, und Gebiete wie Ski Arlberg liegen in einem Schneeloch.
- Beschneiung: Sie hilft, aber nur, wenn es kalt genug ist.
- Flexibel buchen: Wer bei Termin oder Ziel flexibel ist, erwischt häufiger guten Schnee.
Schnee in Deutschland: Gibt es weiße Weihnachten 2026?
Das lässt sich frühestens etwa zehn Tage vorher sagen. Für Schnee im Flachland müssen Kälte, Niederschlag und Timing zusammenpassen, und dafür sind die NAO und Kaltluft aus Norden oder Osten wichtiger als El Niño. Am ehesten wird es in den Mittelgebirgen weiß, etwa im Sauerland, im Harz, im Erzgebirge und im Schwarzwald.
Was sagt der 100-jährige Kalender zum Winter 2026/2027?
Der 100-jährige Kalender von Abt Mauritius Knauer aus dem 17. Jahrhundert ist keine wissenschaftliche Vorhersage, aber eine unterhaltsame Ergänzung. 2026 ist ein Merkurjahr, 2027 ein Mondjahr. Aber Vorsicht: Der Kalender sagt einen eisigen Januar voraus, die Modelle dagegen einen milden, nassen Winter.
- Oktober: erst Sonne, zur Monatsmitte Regen, danach Nebel.
- November: Wind und Niederschlag, danach Frost.
- Dezember: beginnt mit Schnee, starker Schneefall am 5. Dezember, kalt um Weihnachten.
- Januar: fast den ganzen Monat sehr kalt.
- Februar: kalt, zur Monatsmitte Schnee und strenger Frost.
- März: viel Niederschlag, Glatteisgefahr und ein stürmisches Ende.
Wann wissen wir mehr über den Winter 2026/2027?
- Zweite Oktoberhälfte: eine neue IRI-Modellübersicht.
- Ende Oktober: die Schneebedeckung in Sibirien, ein früher Hinweis auf den Polarwirbel.
- 12. November: das nächste NOAA-Update mit dem Oktoberwert von El Niño.
- 10. Dezember: NOAA-Update und ein erster Abgleich mit dem tatsächlichen Saisonstart.
Fazit: Winterprognose 2026/2027
El Niño hat im September einen Rekord aufgestellt und legt weiter zu. Was das für Schnee in den Alpen bedeutet, hängt in den kommenden Monaten von der NAO, dem Jetstream und dem Polarwirbel ab. Bis dahin gilt für alle, die früh buchen: Setz auf Höhe, Schneesicherheit und Flexibilität.