6. Januar 2018 Von: Marlene in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Skifahren ist ein teurer Spaß. Wer jedes Wochenende auf die Piste möchte, muss oft sehr tief in die Tasche greifen. Auch die obligatorische Woche im Skigebiet wird Jahr für Jahr teurer. Gerade für Familien geht ein Tagesausflug schnell in den dreistelligen Bereich. Manch einer ärgert sich so sehr über die steigenden Skipasspreise, dass er lieber gar nicht mehr ins Skigebiet fährt. Andere versuchen die Kosten ins Verhältnis zu setzen – schließlich investiert das Skigebiet Tag für Tag auch wahnsinnig viel Geld. Aber welche Kosten fallen denn da an? Snowplaza erklärt, warum der Skipass so teuer ist.

Wie teuer ist Skifahren wirklich?

Das Tagesticket für einen Erwachsenen kostet in der Hauptsaison in der Region Ski amadé 51,50 Euro, im Hochzillertal 52,50 Euro und in Kitzbühel sogar stolze 55 Euro. Das ist ganz schön teuer und es wird von Jahr zu Jahr teurer. Erwirtschaften sich die Skigebietsinhaber damit eine goldene Nase? Finanzieren Skifahrer den Porsche des Liftbetreibers? Oder steckt etwa der Tourismuschef das ganze Geld ein? Wenn der Skitourismus ein Minusgeschäft wäre, gäbe es bestimmt keine privatwirtschaftlichen Bergbahnen mehr. Viele Einnahmen, die durch den Verkauf von Skipässen generiert werden, fließen stattdessen direkt wieder ins Skigebiet selbst. Sei es um zu investieren, die Pisten zu beschneien, oder um das Personal zu bezahlen.

Die neue Palinkopfbahn: Eine der Investitionen in Ischgl

Die neue Palinkopfbahn: Eine der Investitionen in Ischgl

Jährliche Neuerungen und Investitionen

Pünktlich zum Saisonstart nahm in Ischgl die neue Palinkopfbahn den Betrieb auf und das Restaurant Alp Trida erstrahlt in neuem Glanz. Außerdem wird die Beschneiungsanlage ab der aktuellen Wintersaison vom neuen Speicherteich Vierböden gespeist, der in Herzform angelegt wurde. Die Skigebiete in Dolomiti Superski haben sogar insgesamt über 63 Millionen Euro zum Start der neuen Saison in die Hand genommen und in Liftanlagen investiert, die Beschneiung erneuert sowie neue Skipisten erschlossen. Zwar fallen die Investitionssummen nicht überall in dieser Höhe aus, doch sind sämtliche Skigebiete stets mit der Weiterentwicklung und Modernisierung beschäftigt und das kostet Geld.

Täglich fallen Betriebskosten der Bahnen und Anlagen an

In die Bahnen muss zuerst einmal investiert werden. Die Kosten werden natürlich in der Kalkulation auf die Saison umgelegt. Das bedeutet, je länger ein Gebiet geöffnet hat, umso geringer sind die täglichen Fixkosten. Doch dabei bleibt es ja nicht. Jeden Tag fallen auch noch laufende Kosten an. Darunter fällt nicht nur der Aufwand für die Energie, die benötigt wird. Gleichzeitig sind regelmäßige Wartungsarbeiten und damit verbunden auch Reparaturmaßnahmen eine feste Größe, die es zu berücksichtigen gilt.

Pistenraupe im Einsatz

Pistenraupe im Einsatz

Nachts sorgen die Pistenbullys wieder für glatte Pisten

Hochkommen ist die eine Sache – herunterfahren eine ganz andere. Jede Nacht werden die Pisten wieder frisch präpariert. Allein in Sölden stehen dafür 26 Geräte bereit. Mit rund 500 PS werden die 12 Tonnen Masse bewegt, die so eine Pistenraupe auf die Waage bringt. Gleichzeitig muss auch noch der Schnee von A nach B geschoben werden. Das kostet einiges an Treibstoff. Dabei leistet in Sölden ein einziger Pistenbully etwa 1.600 Arbeitsstunden im Jahr ab. Die Abnutzung ist enorm hoch. Pro Jahr müssen deshalb drei bis vier Pistenraupen ausgetauscht werden – nur das kostet in etwa so viel wie fünf Einfamilienhäuser.

Beschneiungsanlagen garantieren Schneesicherheit in den Gebieten

Mit der Präparation allein ist es aber noch nicht getan. Zuerst einmal muss genügend Schnee da sein, damit die Piste überhaupt präpariert werden kann. Weil der Naturschnee dafür oft nicht ausreicht, wird mit Kunstschnee nachgeholfen. Sölden verfügt über 235 Beschneiungsanlagen, die in einer einzigen Sekunde 750 Liter Wasser im Skigebiet verteilen können. Das ergibt mal eben 1,8 Kubikmeter Schnee. Dazu wird ein entsprechend großer Speicherteich benötigt. Über ein 55 km langes Leitungsnetz wird das Wasser schließlich über Pumpen zu den jeweiligen Schneekanonen transportiert. Bei dem Aufwand wird der Schnee schon fast zum Luxusgut!

Für die künstliche Beschneiung muss es kalt genug sein

Für die künstliche Beschneiung muss es kalt genug sein

Die Pistensicherheit wird groß geschrieben

Selbst bei besten Schneeverhältnissen und perfekt präparierten Pisten, passieren im Skigebiet täglich Unfälle. Laut der ASU-Unfallanalyse mussten in der vergangenen Saison über 41.000 Skisportler stationär behandelt werden. Damit im Ernstfall sofort Hilfe zur Stelle ist, ist der Rettungsdienst immer vor Ort. Außerdem gibt es am Ende des Tages auf allen Pisten Kontrollfahrten, um sicherzustellen, dass alle wohlbehalten ins Tal gekommen sind. Neben dem Rettungsdienst gibt es aber noch viel mehr Menschen, die im Skigebiet arbeiten: Pistenraupenfahrer, Liftpersonal, Kassenmitarbeiter, Bergführer, Infoguides, usw. Da fallen monatlich hohe Lohn- und Gehaltszahlungen an. Und zwar unabhängig davon, ob der Winter jetzt gut oder schlecht ist.

Sonstige Kosten im Skigebiet

Selbst wenn der Infoguide vor Ort noch so gut ist, möchte sich der Skiurlauber doch schon vorab ein wenig über das Skigebiet informieren. Das funktioniert natürlich völlig unkompliziert über die Homepage der jeweiligen Bergbahn. Und die kostet Geld. Genauso wie auch die Werbung, das Kassensystem, die Software für die Skipässe. Hinter den Kulissen fallen noch etliche administrative Kosten an, die zum Großteil die Informatik betreffen.

Perfekt präparierte Pisten? Die müssen jede Nacht wieder aufbereitet werden.

Perfekt präparierte Pisten? Die müssen jede Nacht wieder aufbereitet werden.

Sind die Skigebiete reich?

Die Bergbahnen sind privatwirtschaftliche Unternehmen. Am Ende einer Saison soll - wie in jedem anderen Unternehmen auch - Gewinn herausspringen. Doch auch wenn die Skipasspreise enorm hoch erscheinen, nur die wenigsten Skifahrer kaufen den Skipass zum vollen Preis. Die meisten profitieren von Mehrtagesangeboten, Studenten-/Seniorenrabatten oder von Verbund- und Saisonkarten. Wenn man dann die anfallenden Kosten abzieht, wird die Gewinnspanne stark geschmälert. Sicher ist: Wenn es allzu unlukrativ wäre, gäbe es keine Bergbahnbetreiber mehr. Das eine oder andere Skigebiet legt manchmal am Ende der Saison sogar drauf. Egal, wie man es dreht und wendet - Skifahren ist und bleibt ein teurer Spaß. Sowohl für die Bergbahnen als auch für die Wintersportler. Skiurlaub günstig buchen: 10 Tipps, wie Sie Geld sparen >

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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