Skibrillen sind eine Wissenschaft für sich. Je nach Wetter, persönlichen Präferenzen sowie Kopf- und Helmform sind unterschiedliche Modelle gefragt. Snowplaza erklärt, mit welchen Skibrillen du die beste Sicht beim Skifahren hast und was du über die verschiedenen Linsenarten, Passform, Brillenpflege sowie Skibrillen für Brillenträger wissen solltest. Außerdem haben wir die aktuellen Skibrillen-Trends.
Wozu brauche ich eine Skibrille?
In erster Linie schützt eine Skibrille vor gefährlicher Sonneneinstrahlung, die in hohen Lagen und durch den reflektierenden Schnee zusätzlich noch verstärkt wird. Zudem schirmt sie die Augen vor eisigem Fahrtwind, Schnee und Eis sowie vor Ästen beim Fahren abseits der Piste ab. Nicht zuletzt sorgt eine Skibrille auch für einen besseren Durchblick in den Skigebieten.
Worauf muss ich beim Skibrillenkauf achten?
Bei gutem Wetter sollte eine andere Brille bzw. ein anderes Glas gewählt werden als bei schlechtem. Eine Anti-Fog-Beschichtung ist mittlerweile Pflicht, um nervigem Brillenbeschlagen vorzubeugen. Auch den Komfort der Skibrille gilt es zu beachten. Zwei Schichten aus weichem Schaumstoff sind Standard, besonders angenehm auf der Haut ist eine dritte zusätzliche Fleeceschicht. Daneben gibt es noch weitere Highlights, wie polarisierte oder fotochromatische Gläser. Die technischen Finessen haben allerdings auch ihren Preis. Ordentliche Modelle gibt es aber bereits ab 50,– €. Nach oben ist keine Grenze gesetzt. In jedem Fall solltest du immer auch deinen Helm zum Brillenkauf mitbringen, um das passende Modell zu finden.
1. Unterschiedliche Wetterbedingungen, unterschiedliche Gläser
Bei welchen Bedingungen benutzt du deine Skibrille am häufigsten? Gehst du nur bei schönem Wetter auf die Piste oder auch, wenn es schneit? Diese beiden extremen Wetterlagen erfordern ganz unterschiedliche Brillengläser. Bei schönem, klarem Wetter ist es am besten, ein lichtschwaches und beschichtetes Glas zu verwenden, damit es nicht so blendet. Bei dunklen Lichtbedingungen, Bewölkung und Schnee willst du trotzdem die bestmögliche Sicht haben. Dann ist ein Glas ausreichend, das das (wenige) Licht gut durchlässt, aber trotzdem Kontraste erkennen lässt.
Gläser für schönes Wetter
Bei hoher Lichteinstrahlung sollten Brillengläser mit starker Tönung gewählt werden (Stufe 2 oder 3). Die Filterkategorien reichen von 0 (Schutz vor Wind und Insekten) bis 4 (Gletscherbrille). Ein Polarisationsfilter kann hier ebenfalls Hilfe verschaffen. Er filtert störende Lichtreflexe heraus und erhöht die Kontraste. Auch verspiegelte Brillen eignen sich besonders gut bei Schönwetterbedingungen. Diese sehen nicht nur cool aus, sondern reflektieren auch die Sonnenstrahlen. Für schlechtes Wetter sind sie allerdings weniger gut geeignet. Ein guter Kompromiss sind (die nicht günstigen) fotochromatischen Gläser. Diese passen ihre Tönung automatisch den Lichtverhältnissen an.
Gläser für schlechtes Wetter
Bei schlechtem Wetter ist ein orange-gelblich getöntes Brillenglas das Glas der Wahl. Es ermöglicht eine kontrastreiche Darstellung, wodurch Konturen und Geländeübergänge besser wahrgenommen werden können. Unabhängig von der Sonneneinstrahlung und der Tönungsstufe sollte der UV-Schutz eines Glases jedoch mindestens 400 nm betragen. Gegen das Beschlagen der Skibrille hilft eine Anti-Fog-Beschichtung. Unterstützend wirken auch Doppelgläser. Diese bilden eine Thermobarriere und halten die kalte Luft draußen. Dadurch sind angelaufene Skibrillen Schnee von gestern. Die meisten Hersteller bieten mittlerweile auch Rahmen an, bei denen die Brillengläser gewechselt werden können. Mit einem Glas für schlechtes und einem für gutes Wetter bist du dann bestens für die meisten Bedingungen gerüstet.
Zylindrische, sphärische oder torische Gläser?
Auch bei der Form des Brillenglases gibt es Unterschiede. Es gibt drei Arten von Linsen, die jeweils Vor- und Nachteile bieten. Im Endeffekt ist es aber eher eine Frage des Geschmacks, wofür man sich entscheidet.
- Zylindrisch: Das ist die preiswertere Variante. Diese Gläser haben eine horizontale Krümmung (von links nach rechts) und bieten ein breites Sichtfeld. Der Blick kann jedoch etwas eingeschränkt sein, da die Ausbuchtung von oben nach unten fehlt.
- Sphärisch: Die sphärische Linse ist der natürlichen Form der Augen angepasst. Dieses Glas ist dreidimensional gebogen, also nicht nur horizontal gekrümmt, sondern auch vertikal (von oben nach unten). Dadurch ergibt sich ein breiteres Sichtfeld und mehr Platz für die Belüftung im Innenraum, was das Beschlagen des Glases vermindert. Sphärische Gläser sind in der Regel teurer als zylindrische.
- Torisch: Das torische Skibrillenglas ist eine Mischung der beiden anderen Arten. Vertikal weist es weniger Krümmung auf als sphärische, horizontal jedoch mehr als zylindrische Gläser. Es zeichnet sich durch kaum Verzerrung des Sichtfeldes aus und hat ein weniger futuristisches Aussehen als die sphärische Linse.
Skibrillen für Brillenträger
Eine gute Skibrille für Brillenträger ist schwer zu finden. Die Brille über der Brille sollte breiter sein und Aussparungen für die Bügel haben. Alternativ gibt es auch Skibrillen mit Clipsystemen, in die Einstärkegläser geclipt werden können. Ein grundsätzliches Problem solcher Modelle ist, dass die innere Brille gerne mal beschlägt. Auch diese sollten mit einem Anti-Fog-Mittel behandelt werden. Eventuell lohnt es sich sogar, auf Tages-Kontaktlinsen umzusteigen. Optional könnte auch ein Helm mit Visier eine Alternative für dich sein. Er bietet Rundumschutz und ist auch für Brillenträger geeignet. Mittlerweile gibt es jedoch auch schon optische Skibrillen.
Neuheiten und Innovationen
Im Bereich Skibrillen gibt es aktuell spannende Neuheiten und Innovationen, die Sicht, Komfort und Sicherheit auf der Piste nochmal deutlich verbessern:
- Photochrome und adaptives Glas: Moderne Scheiben passen sich automatisch an wechselnde Lichtverhältnisse an. Sie dunkeln bei Sonneneinstrahlung ab und werden bei Wolken oder Schatten wieder heller. Das reduziert den Bedarf, mehrere Gläser mitzunehmen.
- Verbesserte Anti-Fog-Technologien: Fortschrittliche Belüftungssysteme kombiniert mit speziellen Anti-Fog-Beschichtungen und mikroperforierten Dichtungen sorgen dafür, dass die Gläser auch bei hoher Aktivität nicht beschlagen.
- Weitwinkel- und Panoramascheiben: Innovative Scheibendesigns vergrößern das Sichtfeld nach oben, unten und seitlich, was die Orientierung im Gelände erleichtert und mehr Sicherheit gibt, besonders bei hoher Geschwindigkeit oder in unübersichtlichem Gelände.
- Magnetische Wechselglas-Systeme: Immer mehr Skibrillen setzen auf magnetische Mechanismen, mit denen sich Gläser in Sekunden austauschen lassen, ganz ohne Fummelei und selbst mit Handschuhen.
- Integration von Technologie und Sensorik: Einige Highend-Modelle bieten Heads-Up-Displays (HUD), integrierte Bluetooth-Konnektivität, Action-Cam-Kompatibilität oder sogar Navigation und Leistungs-Tracking, um Daten direkt im Sichtfeld anzuzeigen.
- Bessere Helm-Kompatibilität und Komfort: Durch ergonomischere Rahmenformen, weichere Polster und belüftete Passformen sind moderne Skibrillen komfortabler und druckfreier. Gleichzeitig verbessern sie die Verbindung zwischen Brille und Skihelm für optimalen Schutz.
- Nachhaltige Materialien: Zunehmend kommen recycelte oder umweltfreundlichere Kunststoffe und Beschichtungen zum Einsatz, ohne Kompromisse bei Performance oder Sicherheit einzugehen.
Pflegehinweise für Skibrillen
Damit du lange Freude an deiner Skibrille hast, sollte diese immer in dem dafür vorgesehenen Aufbewahrungsbeutel gelagert und transportiert werden. Zur Reinigung nimmt man am besten ein Mikrofasertuch. Allerdings sollte auf keinen Fall die Innenseite der Gläser gereinigt werden. Dadurch wird die Anti-Fog-Beschichtung zerstört. Bei Stürzen einfach den Schnee abklopfen, die Brille in die Hand nehmen und eine Abfahrt lang vom Fahrtwind trocknen lassen. Bei älteren Skibrillen kann die beschichtete Innenseite übrigens mit einem speziellen Anti-Fog-Spray behandelt werden.
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