6. Dezember 2018 Von: Marlene in 'Material'' | 0 Kommentare

Es gibt Ski in allen Formen, Größen und Farben. Beim Skikauf haben Skifahrer die Wahl zwischen Race-, Slalom- oder Sport-Carvern. In einer anderen Ecke stehen dann sogenannte Freerideski und Tourenski. Twintip-Modelle gibt es ebenfalls in fast jedem Sportgeschäft. Und dann ist oft noch von den Allroundern, den sogenannten Allmountain-Ski, die Rede. Wer soll denn da noch durchblicken? Um Licht ins Dunkle zu bringen und Ihnen einen Überblick zu verschaffen, wie sich die einzelnen Ski-Modelle unterscheiden, stellt Snowplaza die gängigsten Ski mit ihren Besonderheiten vor.

Unterschiedliche Ski-Modelle für unterschiedliche Einsatzbereiche

Um zu wissen, welcher Ski am besten zu einem passt, müssen zuerst ein paar grundlegende Fragen geklärt werden. Ein entscheidender Faktor ist das eigene Können. Wie gut stehen Sie auf dem Ski? Auch die Fahrweise ist entscheidend. Skifahrer, die am Pistenrand im Kurzschwung hinuntersausen, bevorzugen einen anderen Ski als Wintersportler, die lange ausladende Kurven auf der Abfahrt lieben. Außerdem muss klar sein, wo der Ski hauptsächlich genutzt wird. Wer immer im Skigebiet bleibt, muss sich um Sondermodelle wie Freeride- oder Tourenski nicht unnötig den Kopf zerbrechen.

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Ski-YouTuber Marius Quast erklärt den Unterschied der einzelnen Ski-Modelle

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1. Slalom-Carver: Für Kurzschwungliebhaber

Beispiel Slalom-Carver: Head i.Race Pro

Beispiel: Head i.Race Pro © Head

Ein Slalom-Carver ist für Skifahrer geeignet, die hauptsächlich auf der Piste unterwegs sind und am liebsten kurze Schwünge fahren. Meist reicht der Ski dem Skifahrer ungefähr bis zur Schulter oder zum Kinn. Der Ski ist für ein sportliches Tempo ausgelegt und fährt sich am besten mit ein bisschen Erfahrung und der richtigen Kurzschwungtechnik. Doch keine Sorge, Sie müssen mit einem Slalom-Carver nicht zwangsläufig den ganzen Tag nur kurze Schwünge fahren. Auch größere Kurven lassen sich hin und wieder mit dem Slalom-Carver ausfahren. Auf Dauer werden Riesenslalom-Liebhaber mit dieser Skiart allerdings keine Freude haben.

2. Race-Carver: Die Rennmaschine

Beispiel Race-Carver Fischer RC4 Worldcup RC

Beispiel: Fischer RC4 Worldcup RC © Fischer

Wer lange Schwünge bevorzugt, wird mit einem Race-Carver, auch als Riesenslalom-Ski bekannt, glücklich. Die Ski habe einen Radius von 16 m oder noch mehr. Das zeugt schon davon, dass der Ski sich in großen Kurven am wohlsten fühlt. Der Race-Carver wird meist in einer Länge gefahren, die ungefähr der Körpergröße entspricht und wie der Name schon sagt, ist er für hohe Geschwindigkeiten entwickelt worden. Allerdings bedarf es dann einer guten Skitechnik, ausgezeichneter Skikontrolle und einer Menge Platz auf der Skipiste, um die Rennmaschine ausfahren zu können.

3. Sport-Carver: Der variantenreiche Pistenski

Sport-Carver Völkl Deacon 74

Beispiel: Völkl Deacon 74 © Völkl

Der Sport-Carver ist eine Art Allround-Ski für den Pistenskifahrer, der gerne variiert. Die Ski sind so aufgebaut, dass sich damit sowohl lange als auch kurze Radien fahren lassen. In beiden Bereichen stößt der Ski zwar irgendwann an seine Grenzen im Vergleich zu klassischen Slalom- und Race-Carvern, aber das macht sich erst in extremen Bereichen bemerkbar und ist vom normalen Skifahrer kaum zu spüren. Der Ski ist in der Mitte oft auch ein kleines bisschen breiter als die beiden ersten Modelle. Dennoch ist er präziser und agiler als ein Allmountain-Ski.

4. Allmountain-Ski: Ein Ski für alle Fälle

Allmountain-Ski: Salomon XDR 80 Ti

Beispiel: Salomon XDR 80 Ti © Salomon

Allmountain-Ski sind in der Regel etwas breiter als reine Pistenski. Das liegt daran, dass man mit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes am gesamten Berg unterwegs sein kann. Durch die breitere Bauweise erhält der Ski im Tiefschnee mehr Auftrieb. Dadurch fällt es dem Skifahrer abseits der Skipisten leichter, oben auf dem Schnee zu fahren und nicht zu versinken. Auf der Skipiste verhält er sich etwas träger und ähnelt sich im Fahrverhalten tendenziell einem fehlerverzeihenderen Sport-Carver.

5. Freeride-Ski: Für Tiefschnee-Enthusiasten

Freeride Ski Rossigonol Super 7 hd

Beispiel: Rossigonol Super 7 hd

Freeride-Ski werden eher lang gefahren, sind noch breiter als Allmountain-Ski und weisen darüber hinaus eine ausgeprägte Rocker-Bauweise Das bedeutet, der Ski ist an der Schaufel stark gebogen. Dadurch schwimmt die Freeride-Latte im Tiefschnee noch besser oben. Die Kante kommt erst spät in Kontakt mit dem Schnee. So verschneidet der Ski nicht so schnell und gemeinsam mit der weicheren Bauweise lässt er sich gut drehen. Einige Modelle können sogar rückwärts gefahren werden. Dafür hat der Freeride-Ski auf der Piste allerdings auch nicht so viel Halt und weniger Torsionssteifigkeit als eine sportlicher Carving-Ski.

6. Tourenski: Nicht nur zum Abfahren, auch zum Aufsteigen

Tourenski Dynafit Speed 90

Beispiel: Dynafit Speed 90 © Dynafit

Tourenski sind besonders leicht gefertigt, um wenig Gewicht zu haben. Denn man läuft mit ihnen den Berg hinauf. Außerdem ist eine spezielle Bindung montiert. Anders als eine herkömmliche Bindung beim Pistenski, kann eine Tourenbindung in einen Aufstiegsmodus umgestellt werden. Dadurch ist der Skistiefel nur noch im vorderen Teil fixiert. Die Ferse ist frei beweglich, sodass beim Aufstieg mit Ski eine natürliche Gehbewegung möglich ist. Zum Aufsteigen wird unter dem Ski zudem ein Fell gespannt, das ein Zurückrutschen verhindert. Oben angekommen werden die Felle gelöst, die Bindung in den Abfahrtsmodus gestellt und dann steht der Abfahrt nichts mehr im Wege.

7. TwinTip-Ski: Der Park- und Trick-Ski

TwinTip Armada ARV 106

Beispiel: Armada ARV 106 © Armada

Bei TwinTips ist der Name Programm. Die Ski sind hinten und vorne so aufgebogen, dass der Ski in beide Richtung gefahren werden kann. Dadurch findet dieses Modell häufig im Funpark seinen Einsatz. Denn in Halfpipes und bei spektakulären Sprüngen über Kicker ist es wichtig, dass der Ski auch rückwärts fahren kann. Die Ski lassen sich leicht drehen. Auf der Piste kann man sich dafür nicht auf die Kanten verlassen. Deshalb sind TwinTip-Ski auch eher für mittlere Geschwindigkeiten geeignet.

Tipp: Ski-Modelle leihen und testen

Nur weil es für jeden Einsatzbereich ein bestimmtes Modell gibt, bedeutet das nicht, dass man nun 7 Paar Ski anschaffen muss. Wer einen Ski besitzt und zufrieden ist, kann selbst mit einem Modell ziemlich viel variieren. Wintersportler, die trotzdem die Fahreigenschaften der einzelnen Ski-Arten kennenlernen möchten, können sich außerdem die Ski im ortsansässigen Verleih ausleihen, statt sie zu kaufen. Das birgt den Vorteil, dass man während des Skiurlaubs verschiedene Ski-Modelle testen und immer wieder durchwechseln kann. Die Anschaffung eines neuen Skis kostet schließlich Geld und lohnt sich meist nur, wenn man damit dann auch regelmäßig unterwegs ist.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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