12. Januar 2018 Von: Marlene in 'Skiführer-Tipp'' | 0 Kommentare

Die anhaltenden Schneefälle sorgen für eine zugespitzte Lawinensituation in den Alpen. In manchen Regionen wurde Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen. In regelmäßigen Abständen wird von Lawinenabgängen berichtet. Teilweise forderten die ausgelösten Schneebretter schon das Leben einiger Wintersportler und es ist von Lawinen zu lesen, die Skipisten, Häuser und Straßen verschüttet haben. Da stellt sich manchem Skifahrer berechtigterweise die Frage, ob Skifahren aktuell überhaupt noch sicher ist. Snowplaza informiert Sie über die Lawinensituation und berichtet über das richtige Verhalten auf und neben der Skipiste.

Aktuelle Lawinensituation in den Skigebieten

In Kühtai wurden zwei Personen teilverschüttet, konnten aber unverletzt geborgen werden. Bei Kals am Großglockner kamen zwei Deutsche ums Leben. In Osttirol am Deferegger Pfannhorn löste sich eine riesige Lawine mit einer Breite von 1 Kilometer. In der Schweiz, in Italien und in Frankreich wurden Straßen verschüttet und aufgrund der Lawinengefahr gesperrt. Schnee drang in ein fünfstöcksiges Wohnhaus ein. Nach all den Schreckensmeldungen der letzten Tage gibt es nur langsam Entwarnung. Zumindest in Tirol beruhigt sich die Situation laut des regionalen Lawinenwarndiests. Trotzdem bleibt die Lawinengefahr bestehen.

Häufen sich die Lawinen?

Die Meldungen der letzten Tage und Wochen könnten vermuten lassen, dass die Lawinengefahr im Vergleich zu früher größer geworden sei. Das ist nach Aussage der Wetter-Experten jedoch nicht korrekt. Die meisten Lawinen werden durch Menschen oder Tiere ausgelöst. In den Westalpen kam die prekäre Neuschneesituation hinzu, die so nur alle 30 Jahre vorkomme. Aufgrund der Massen an Schnee, die in den letzten Tagen gefallen ist, wurde sogar vereinzelt Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen. Das ist die höchste Stufe der fünteiligen Lawinenwarnskala und bedeutet, dass die Selbstaustlösung großer und sehr großer Lawinen häufig vorkommen könne.

Wie schützt man sich vor Lawinen im Skigebiet?

Im Falle von solch extremer Lawinengefahr, wie sie aktuell vorherrscht, bleiben selbst die Skigebiete häufig geschlossen. Sobald eine Skipiste jedoch freigegeben ist, gilt diese als sicher. Sollte Gefahr bestehen, dass aus einem darüberliegenden Hang eine Lawine abgehen könnte, wird die Lawine kontrolliert ausgelöst. Das geschieht meist noch vor dem offiziellen Skibetrieb. Falls eine Skipiste während des Skitags weiterhin gesperrt bleibt, müssen sich Skifahrer unbedingt an das Schild halten.

Lawinensprengung im Pitztal am 03.01.2018

Niemals ohne Notfallausrüstung und Wissen das Skigebiet verlassen

Tourengeher und Tiefschneefahrer müssen das Risiko einschätzen können. Der Lawinenlagebericht dient als Hilfsmittel. Er gibt Aufschluss darüber, wie die Lawinenwarnstufe zurzeit aussieht und welche Geländeformen vor allem gefährdet sind. Doch es reicht nicht, den Lagebericht und die Lawinenwarnstufe zu kennen, man muss die Angaben auch verstehen und auf den Hang und die Abfahrt anwenden können. Dazu sei gesagt, dass das Risiko damit zwar reduziert wird, aber trotzdem noch besteht. Das Mitführen der entsprechenden Notfallausrüstung, die aus LVS-Gerät, Schaufel und Sonde besteht, ist deshalb unerlässlich.

Lawine ausgelöst: Was tun?

Die Gefahr einer Lawinenauslösung kann nie ausgeschlossen werden. Deshalb sollten auch erfahrene Skifahrer die Hänge meiden, die sich oberhalb einer Skipiste befinden, um keine weiteren Skifahrer in Gefahr zu bringen. Falls doch eine Lawine ausgelöst wird und die Wintersportler zum Glück nur mit einem Schrecken und unverletzt davonkommen, muss die Lawine dennoch gemeldet werden. Ansonsten kann es zu einer unnötigen Suchaktion der Bergrettung kommen, weil unklar ist, ob nicht doch jemand verschüttet wurde.

Benutzung von LVS-Gerät, Sonde und Schaufel muss im Schlaf funktionieren

Praktische Infos zum richtige Verhalten im gesicherten Skigebiet

Wintersportler, die auf Nummer sicher gehen, bleiben auf der Skipiste und beachten Hinweise und Schilder. Doch auch im Skigebiet besteht Verletzungsgefahr. Zwar ist man auf der Skipiste vor alpinen Gefahren wie Lawinen, Gletscherspalten und Felsen weitestgehend sicher, doch dafür muss auf andere Skifahrer Rücksicht genommen werden. Dazu gibt es die FIS Verhaltensregeln. Die wichtigste Regel ist, so zu fahren, dass kein anderer gefährdet wird. Dazu gehört unter anderem eine an das Können angepasste Geschwindigkeit und das Einhalten von ausreichend großen Sicherheitsabständen.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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