11. März 2017 Von: Marlene in 'Reiseberichte''

Die Drei Zinnen sind ein eindrucksvoller Gebirgsstock in den Dolomiten. Imposant treten sie hervor. In unmittelbarer Nähe dazu, oft mit freiem Blick auf die Felsformation, liegt das gleichnamige Skigebiet 3 Zinnen. Aber wussten Sie, dass die Gipfel nicht nur als Fotomotiv dienen, sondern auch die Uhrzeit voraussagen können? Und war Ihnen bewusst, dass an der Rotwand die steilste Piste Italiens liegt? Snowplaza Reporterin Marlene war im Skigebiet 3 Zinnen und berichtet über den perfekten Skitag mit Besuch der Schneemannfamilie, Rentierrudel und Sightseeingtour mit dem Skibus.

09:32 Uhr: Auffahrt zum schönsten Aussichtspunkt

Von Sexten aus führt mich die Gondel in Richtung Helm und zum gleichnamigen Restaurant am Gipfel. Bis in den April hinein sind die Pisten unterhalb der Einkehrmöglichkeit sonntagmorgens für Skitourengeher geöffnet. Nach dem Aufstieg bei Sonnenaufgang können die Wintersportler dann ein Frühstück auf der aussichtsreichen Sonnenterrasse am Helm-Restaurant genießen. Apropos Aussicht: Für mich geht es direkt weiter zum Stiergarten auf 2.092 Metern. Die Bergstation ist gleichzeitig Aussichtspunkt und ermöglicht einen freien Blick auf die Drei Zinnen. Kein Wunder, dass die Piste, die hier hinabführt, 3-Zinnen-Piste heißt.

Blick auf die "Sextner Sonnenuhr"

Blick auf die "Sextner Sonnenuhr"

10:02 Uhr: Sextner Sonnenuhr

Bevor es weitergeht, musste ich mich noch von der Sextner Sonnenuhr überzeugen. Der Name ist nicht willkürlich gewählt. Je nach Sonnenstand werfen die Gipfel der umliegenden Dolomitenberge ihre Schatten und funktionieren damit ähnlich wie eine Sonnenuhr. Je nach Schattenwurf lässt sich die ungefähre Uhrzeit bestimmen. Demnach zu urteilen ist es schon fast 10:00 Uhr. Das Smartphone bestätigt meine Vermutung. 10:02 Uhr und noch immer hatte ich keinen Kaffee. Es wird Zeit für eine Einkehr.

10:38 Uhr: Einkehr in die "Recyclinghütte"

Der Henn Stoll, der an der Talstation der 3-Zinnen-Bahn liegt, heißt zwar "Hühnerstall" hat damit aber nur wenig zu tun. Die urige Inneneinrichtung lädt zum Wohlfühlen ein. Mit der Insiderinfo, dass die Hütte aus den Baumbeständen gebaut wurde, die beim Ausbau des Skigebiets der Rodung zum Opfer gefallen sind, bekommt sie noch mehr Flair. Da wurden die Rohstoffe gut verwendet und man kann fast von einer "Recyclinghütte" sprechen. Während ich mir einen Kaffee schmecken lasse, lade ich mir außerdem die 3-Zinnen-App herunter. Je nach Interessensgebiet bekommt man so interessante Insiderinfos zum Skigebiet direkt auf's Handy!

"Recyclinghütte" Henn Stoll

"Recyclinghütte" Henn Stoll

12:11 Uhr: Die steilste Skipiste in Italien

Nach dem Kaffee bin ich endlich richtig wach. Das ist gut so, denn jetzt steht mir die Holzriese-Abfahrt bevor. Die steilste Piste Italiens hat ein Gefälle von 72 Prozent und verlangt von mir beim Abfahren höchste Konzentration. Geschwindigkeitskontrolle durch Kurzschwung ist die Devise. So komme ich dann auch sicher nach unten. Als ich mich nochmals umdrehe, sehe ich gerade einen Skiclub auf der Abfahrt. Mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit als ich sie hatte und dennoch sehr sicher, ziehen die Kids ihre Schwünge in den Schnee.

12:28 Uhr: Selfie mit der Schneemannfamilie

An der Rotwand gibt es mit der Holzriese Abfahrt zwar die steilste Piste Italiens, ansonsten ist das Gebiet mit seinen leichten und mittelschweren Abfahrten sehr familienfreundlich. Begrüßt werden die Gäste auch sogleich durch die große Schneemannfamilie. Die freundlich dreinblickenden Gesellen sind riesig und sind Attraktion und Fotopoint zugleich. Am Fuße der Rotwandspitze wirken die 8 Meter großen Schneemänner, -frauen und -kinder aber schon fast wieder klein.

Schneemannfamilie an der Rotwand

Schneemannfamilie an der Rotwand

12:47 Uhr: Besuch beim Rentierrudel

Die Schneemannfamilie ist nicht das einzige Highlight an der Rotwand. Auch das kleinste Rentierrudel der Alpen ist Besuchermagnet. Bis Mitte März findet jeden Donnerstag ab 14:00 Uhr eine öffentliche Fütterung der Tiere statt. Ich habe den falschen Tag für meinen Besuch gewählt und konnte deshalb an der Fütterung nicht teilnehmen. Die Rentiere habe ich trotzdem gesehen. In dem weitläufigen Gelände liegen die stattlichen Tiere in unmittelbarer Nähe zum Zaun. Wenn ich die Hand ausstrecken würde, könnte ich sie glatt berühren. Schüchtern sind sie wohl nicht.

Rentierrudel an der Rotwand

Rentierrudel an der Rotwand

13:13 Uhr: Ein Stück zum Genießen

Um von der Rotwand weiter zu den Kreuzbergwiesen zu kommen, bringt mich der Lift zum Anfangspunkt eines Ziehwegs. Bei der Holzunterführung, die unter dem Lift hindurchführt, muss kurz der Kopf eingezogen werden. Dann stehe ich am Einstieg eines Verbindungsstücks, das sich perfekt zum Schussfahren eignet. Am Fuße der Rotwandspitze entlang, durch Wälder und durch Kurven, mit einem fast durchgehend konstanten Gefälle führt der Weg zum Kreuzbergpass. Die Passage ist nicht anstrengend und landschaftlich schön. Es ist ein Stück zum Genießen und Entspannen.

13:52 Uhr: Schneesicherheit am Kreuzbergpass

Bevor es zu den Schleppliften am Kreuzbergpass geht, muss ich zuerst noch mit einem Förderband ein Stück nach oben fahren. Die Verbindung von der Rotwand zum Kreuzbergpass ist auch für Kinder ein Vergnügen und genauso für Anfänger gut machbar. Am eigentlichen Schlepplift warten dann rote Abfahrten und ein herrliches Panorama. Der Kreuzbergpass gehört übrigens zu den schneesichersten Gebieten der Dolomiten. Weil ich noch die Pisten auf der anderen Seite des Skigebiets, am Haunold, besichtigen möchte, schnalle ich die Ski anschließend ab und laufe die paar Meter zur Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite.

Piste am Stiergarten

Piste am Stiergarten

14:23 Uhr: Sightseeingtour mit dem Skibus

Jetzt ist zuerst einmal Warten angesagt. Den letzten Bus habe ich knapp verpasst und der nächste, der anhält, fährt leider nicht bis nach Innichen zur Talstation am Haunold. Während alle anderen in den Bus einsteigen, bleibe ich alleine an der Haltestelle zurück. Die Warterei lohnt sich allerdings. Als vorerst einziger Fahrgast im nächsten Bus nach Innichen komme ich direkt mit dem Fahrer ins Gespräch. Der Einheimische kennt die Gegend wie seine Westentasche und hält sogar kurz am Einstieg des Fischleintals, um mir von den Wandermöglichkeiten und der landschaftlichen Schönheit der Schneise vorzuschwärmen. Das Fischleintal ist außerdem der Ausgangspunkt einer sehenswerten Schneeschuhwanderung zu den Drei Zinnen!

15:17 Uhr: Kaiserschmarrn am Familienberg

Nach knapp 40 Minuten Busfahrt verabschiede ich mich von meinem Privatguide und steige in Innichen an der Talstation des Haunolds aus. Das Teilgebiet ist ideal für Familien mit Kindern geeignet. Es gibt einen Kinderpark, eine Rodelbahn und Nachtskifahren ist möglich. Mit der zügigen Sesselbahn fahre ich nach oben und schließe den Tag bei einer Einkehr in der Riese-Haunold-Hütte auf 1.500 Metern ab. Denn was gibt es schöneres als den perfekten Skitag im Skigebiet 3 Zinnen bei leckerem Kaiserschmarrn und einer heißen Schokolade Revue passieren zu lassen?

Ein perfekter Skitag im Skigebiet 3 Zinnen

Ein perfekter Skitag im Skigebiet 3 Zinnen

Praktische Tipps zum Skigebiet 3 Zinnen

Das Skigebiet 3 Zinnen hat insgesamt 71 Pistenkilometer zu bieten. Die leichten und mittelschweren Abfahrten sind ideal für den Skiurlaub mit der Familie. Die Sextner Dolomiten, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören, machen das Skifahren am Fuße der Drei Zinnen zum Highlight. Für den skifreien Tag stehen an der Rotwand und der Signaue außerdem Rodelbahnen zur Verfügung und auf den 200 Loipenkilometern kann man sich austoben. Mit dem richtigen Equipment lädt die Umgebung auch zu Schneeschuhwanderungen und Skitouren ein. Den perfekten Tagesabschluss bietet schließlich die Südtiroler Küche in einem der umliegenden Wintersportorte.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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