23. Dezember 2018 Von: Marlene in 'Skigebiete unter der Lupe'' | 0 Kommentare

Immer wieder versperren Schneeböen die Sicht. Dicke Schneeflocken tanzen im Scheinwerferlicht. Wir drosseln die Geschwindigkeit. Bangen, ob wir die letzte Steigung bis nach Obertauern auf der schneebedeckten Fahrbahn zurücklegen können. Hoffentlich bleiben wir nicht stecken. Rechts und links türmen sich die Schneeberge. Immer weiter fahren wir in Richtung Winterwunderland. Immer weiter fahren wir in Richtung Obertauern hinauf. Dort, in der sogenannten Schneeschüssel der Alpen werden wir die nächsten zwei Tage verbringen. Snowplaza-Bloggerin Marlene berichtet über Schneemassen, wärmende Gamsmilch und wiederentdeckte Kindheitserinnerungen.

Der erste richtige Schnee

Als wir in Obertauern vor unserem Hotel ankommen, ist es bereits dunkel. Ich steige aus. Sofort kleben Schneeflocken in den Haaren. Meine Halbschuhe, die nicht wintertauglich sind, versinken in weichem Schnee. Nach wenigen Metern sind die Socken kalt und nass. Bei jedem Schritt knirscht es. Ein Zeichen, dass der Schnee und die Umgebungsluft gleichermaßen kalt sind. Ich schaue mich im Ort um und blicke zu den hohen Schneebergen auf, die der Winterdienst zusammengeschoben hat. Die sind bestimmt einen Meter höher als ich groß bin. Und es schneit und schneit immer weiter.

First Track: Skifahren vor allen anderen

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker viel zu früh. Draußen ist es noch stockdunkel. Wir packen die Skiausrüstung zusammen und stehen um 7:45 Uhr an der Talstation der Seekarspitzbahn zur First-Track-Veranstaltung. Ein paar weitere Skifahrer haben sich ebenfalls eingefunden, um genau wie wir noch vor allen anderen die ersten Spuren in den Schnee zu ziehen.Der Lift läuft nur für uns. Es ist bitter kalt. Beim Ausatmen bilden sich Schneewolken. Der Blick Richtung Himmel lässt die Kälte kurz vergessen. Die Schneewolken ziehen ab und der Himmel verfärbt sich orange-rot. Nebel umrahmen die Berge. Beflügelt von dem Naturschauspiel gleiten wir über die griffigen Pisten ohne Unebenheiten nach unten.

Von Neuschnee und Kindheitserinnerungen

Mit der ersten Abfahrt ist das Staunen nicht vorbei. Auch tagsüber gleicht die Umgebung einem Winterwunderland. Wir fahren durch zauberhaft verschneite Waldpassagen. Schneekristalle glitzern in der Sonne und werden wild durch die Luft gewirbelt. Immer wieder müssen wir stehenbleiben und Fotos machen. Ich werfe mich in den Schnee. Mache Schwimmbewegungen und fühle mich in dem fluffig weichen Powder so wohl wie lange nicht. Die tief verschneite Landschaft lässt Kindheitserinnerungen wach werden. Euphorisch drücke ich Schneemengen an mich. Ich grinse von einem Ohr zum anderen. Hier will ich bleiben, hier fühle ich mich wohl.

Aufwärmen bei einem Glas Gamsmilch

Der frische Schnee liegt nicht nur neben, sondern auch auf der Piste. Bei jeder Abfahrt ziehen wir Staubwolken hinter uns her, während wir durch die Neuschneeschicht gleiten. Das macht sich schon bald in den Oberschenkel bemerkbar. Auch die kalte Luft zehrt an den Kraftreserven. Wir kehren in der Gamsmilchbar ein und wärmen an einem Glas Gamsmilch nicht nur die Hände. Die Milch mit Rum müsse man immer schön links herum rühren, weist uns die Hüttenwirtin an. Wir folgen ihrem Beispiel und wollen wissen, was das besondere an der Gamsmilch sei. Statt einer Antwort bekommen wir nur ein verschwörerisches Grinsen: "Das Rezept der Gamsmilch ist geheim." Sei's drum. Lecker ist sie trotzdem.

Beim First Track ziehen wir bei Sonnenaufgang die ersten Spuren auf die Piste

Skifahren First Track Obertauern

© homeoftravel

So fluffig! Hier fühle ich mich wohl!

Neuschnee in Obertauern

© homeoftravel

So hoch sind die Schneeberge in Obertauern

Schneeberge Obertauern

© homeoftravel

Fazit

Ein Skitag wie aus dem Bilderbuch. Das beschreibt unseren Aufenthalt in Obertauern wohl am besten. Noch bei der Anreise raubt uns der Neuschnee den Atem. Dann, pünktlich zum Start des Skitags kommt die Sonne raus und lässt das Winterwunderland in seinem vollen Glanz erstrahlen. Zwar konnten wir die Gamsleiten II nicht fahren, da die berüchtigte Abfahrt nicht geöffnet war, dafür haben wir die Oberschenkel beim Powdern auf der Piste zum Brennen gebracht. Bessere Bedingungen kann man sich kaum noch wünschen. Erschöpft, glücklich und mit wärmenden Wintergedanken im Herzen fahren wir nach Hause. So viel Schnee haben wir dieses Jahr noch nicht gesehen!

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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