15. November 2017 Von: Marlene in 'Skigebiete unter der Lupe'' | 0 Kommentare

Die längste Skiabfahrt der Welt liegt nicht in den Alpen und auch nicht in Europa, sondern führt vom Mt. St. Elias hinab bis zum Meer. Dadurch dass es sich dabei nicht um eine präparierte Skipiste in einem Skigebiet handelt, kann sie nicht jeder befahren. Nur wer über ausreichend alpinistische Erfahrung verfügt, den langen Aufstieg in Kauf nimmt und sich auf eine exzellente Skitechnik im unpräparierten Gelände verlassen kann, kann sich an die Abfahrt wagen. Spektakulär ist sie allemal, wie das folgende Video zeigt. Snowplaza stellt das Video vor und berichtet über die Tücken und Schwierigkeiten von Aufstieg und Abfahrt.

Die längste Skiabfahrt der Welt am Mt. Elias

Der Mount St. Elias türmt sich mit 5.489 Metern ab Meeresniveau auf und zählt damit relativ gesehen zu den höchsten Bergen der Welt. Nur wenige Alpinisten haben ihn bisher bestiegen. Eine Skiexpedition im Jahre 2002 kostete zwei der Skifahrern das Leben. Dennoch übt der Koloss einen gewissen Reiz Wintersport- und Bergliebhaber aus. Schließlich hält der Berg in Alaska bei den richtigen Verhältnissen die längste Skiabfahrt der Welt bereit. Die drei Skifahrer im spektakulären Video haben die Herausforderung angenommen und den Mount St. Elias mit Skiern erklommen. Doch auch sie konnten nicht durchgehend Skifahren, sondern mussten hin und wieder der Sicherheit wegen die Skier abschnallen.

Mt St Elias - A sea to summit expedition from Mark Smiley on Vimeo.

Skifahren, Klettern und Wandern - ein fordernder Aufstieg durch Eis und Fels

Für den Aufstieg der Expedition wählen die drei Skifahrer leichte Skitourenski, so wie sie für Skitourenrennen verwendet werden. Die Skier zeichnen sich neben ihrem geringen Gewicht durch eine schmale Form aus. Außerdem sind sie weicher. Was beim Aufstieg Gewicht spart, liegt beim Abfahren also nicht so gut im Schnee. In Skitourenschuhen, ausgestattet mit Steigeisen, Pickel und kompletter Gletscherausrüstung geht es dann in mehreren Etappen zum Gipfel. Teilweise müssen die Skier in den Kletterstellen am Rucksack befestigt werden. Geschlafen wird im Zelt - Hütten gibt es keine. Nach dem vierten Camp fehlt nur noch der Anstieg zum Gipfel. Das letzte Stück legen die drei jedoch der Sicherheit wegen ohne Skier zurück. Abrutschen wäre lebensgefährlich.

Eisige, steile Skiabfahrt bis zum Meer

Vom Gipfel aus, der eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge Alaskas und auf das Meer bietet, steht die Abfahrt bevor. Über 5.000 Meter Höhe gilt es zu überwinden. Die Verhältnisse sind eisig und steil. Felsen ziehen sich durch die Berghänge und lassen die Bedingungen noch schwieriger werden. Zwischendurch warten Gletscherspalten und das Zelt muss wieder eingesammelt werden. Hin und wieder werden Passagen abseilend mit den Skiern am Rucksack gemeistert und sobald das Wetter schlechter wird, ist Warten angesagt. Schließlich ist die Abfahrt nicht markiert und es wäre zu gefährlich, sich im Nebel zu verfahren. Mal schnell rauf und runter, wie es Wintersportler aus dem Skigebiet gewohnt sind, ist bei so einem Berg nicht möglich.

Gefährliche Unternehmung

Bereits zuvor wurde der Mt. St. Elias mit Skiern erklommen und verfilmt. Die Dokumentation aus dem Jahr 2009 begleitet eine Gruppe Skibergsteiger, die 2007 zwei Anläufe gebraucht haben, um den Gipfel zu erreichen. Im Mai mussten sie aufgrund von schlechtem Wetter per Flugzeug evakuiert werden. Im September gelang der Aufstieg dann mit Skiern. Zuvor hatten es im Jahr 2002 bereits drei andere Skifahrer versucht. Bei dieser Unternehmung verunglückten zwei Skifahrer tödlich. Die Expedition zum Mt. St. Elias erfordert neben ausreichend Zeit, Kondition und Akkilmatisation auch Erfahrung und durchweg gute Verhältnisse und ist damit nicht für den Freizeitskifahrer gemacht.

Die Skiabfahrt von Mt. St. Elias überwindet 5.000 Höhenmeter

Die Skiabfahrt von Mt. St. Elias überwindet 5.000 Höhenmeter

Die längsten Skiabfahrten der Alpen

Auch, wenn es sich gut anhört, 5.000 Höhenmeter auf einer Skiabfahrt zu überwinden, so ist die Abfahrt nicht nur reines Vergnügen. Die Bedingungen sind nicht mit einer Skiabfahrt auf der Piste vergleichbar. Der Körper muss den Höhenunterschied wegstecken und es warten viele alpine Gefahren. Für Freizeitskifahrer gibt es jedoch auch in den Alpen lange Skiabfahrten. So wird auf der sogenannten Höhenfresser Tour in der Zillertal Arena auf einer Distanz von 10 Kilometern immerhin ein Höhenunterschied von 2.000 Metern überwunden. Die längste Talabfahrt in Deutschland liegt übrigens am Nebelhorn und ist 7 Kilometer lang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentar schreiben

Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
Top 3 Angebote
travel Top 3
Skiurlaub Angebote