Zermatt modernisiert erneut eine wichtige Liftanlage im Matterhorn Ski Paradise. Der älteste Sessellift des Skigebiets, die Patrullarve aus dem Jahr 1989, wird durch einen hochmodernen 6er-Sessellift von LEITNER ersetzt. Das Besondere: Es handelt sich um den ersten ROPERA-Sessellift der Schweiz und erst um die zweite Anlage dieses Typs weltweit.
Kurz zusammengefasst
- Zermatt ersetzt den Patrullarve-Sessellift aus dem Jahr 1989.
- Die neue Anlage wird der erste LEITNER ROPERA-Sessellift in der Schweiz.
- Weltweit ist es erst der zweite Sessellift mit diesem neuen System.
- Ausgestattet wird sie mit DirectDrive, LeitPilot und einem komplett neuen Stationsdesign.
- Die Eröffnung ist für die Wintersaison 2026/2027 geplant.
Abschied vom ältesten Sessellift in Zermatt
Mit dem Neubau verschwindet eine der traditionsreichsten Liftanlagen des Skigebiets. Der bestehende 4er-Sessellift wurde 1989 in Betrieb genommen und hat in den vergangenen 37 Jahren rund 24 Millionen WintersportlerInnen befördert.
Die Liftgeschichte an diesem Standort reicht allerdings noch weiter zurück. Bereits am 1. Februar 1965 wurde dort der Skilift National zwischen Patrullarve und Blauherd eröffnet. Er gehörte zu den ersten Liftanlagen im Gebiet Sunnegga–Blauherd. Mit steigenden Besucherzahlen wurde eine leistungsstärkere Verbindung notwendig, die schließlich 1989 mit dem Patrullarve-Sessellift realisiert wurde. Der Name bleibt bestehen, die Technik wird jedoch vollständig erneuert.
Neuer 6er-Sessellift zwischen Patrullarve und Blauherd
Die neue Patrullarve wird als moderner 6er-Sessellift zwischen Patrullarve und Blauherd gebaut. Er befindet sich an einer zentralen Stelle im Skigebiet und soll SkiurlauberInnen künftig komfortabler und effizienter durch diesen Bereich des Matterhorn Ski Paradise transportieren.
Während der Fahrt genießen Gäste weiterhin den beeindruckenden Blick auf das Matterhorn. Damit bleibt der Skilift nicht nur eine wichtige Verbindung, sondern bietet auch eine der schönsten Liftfahrten im Skigebiet. Die neue Anlage erreicht eine Förderleistung von 2.000 Personen pro Stunde bei einer Fahrgeschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde.
Zahlen und Fakten des neuen Patrullarve-Lifts
Wer wissen möchte, was der neue Sessellift zu bieten hat, findet unten die wichtigsten Zahlen und Fakten:
- Typ: 6er-Sessellift
- Hersteller: LEITNER
- System: ROPERA
- Strecke: Patrullarve – Blauherd
- Ersatz für: 4er-Sessellift aus dem Jahr 1989
- Förderleistung: 2.000 Personen pro Stunde
- Geschwindigkeit: 6 Meter pro Sekunde
- Antrieb: LEITNER DirectDrive
- Steuerung: LeitPilot an der Bergstation
- Design der Stationen: entwickelt gemeinsam mit Pininfarina
- Geplante Eröffnung: Wintersaison 2026/2027
Erster ROPERA-Sessellift der Schweiz
Die eigentliche Neuheit steckt im technischen Konzept. Die neue Patrullarve wird der erste ROPERA-Sessellift von LEITNER in der Schweiz. Das System basiert auf einer komplett neu entwickelten Liftplattform, bei der Stationen, Antrieb, Fahrzeuge, Steuerung sowie der Zugang für Wartungsarbeiten vollständig neu konzipiert wurden.
Für Skigebiete bringt das mehrere Vorteile. Die Anlage wurde auf einen leiseren Betrieb, effizientere Wartung, geringere Stillstandszeiten und einen nachhaltigeren Betrieb ausgelegt. Gleichzeitig verbessert sich die Arbeitssicherheit für das Personal, da technische Komponenten leichter zugänglich sind.
Dass sich Zermatt für diese Technologie entscheidet, passt zur aktuellen Modernisierungsstrategie des Skigebiets. Die neue Patrullarve erhält ein zeitgemäßes Design, das sich an dem Gifthittli-Sessellift orientiert, die im November 2025 eröffnet wurde. So entsteht Schritt für Schritt ein modernes und einheitliches Erscheinungsbild der Liftanlagen.
Leiser und effizienter dank DirectDrive
Der neue Skilift wird mit dem LEITNER DirectDrive ausgestattet. Bei diesem Antriebssystem entfällt das klassische Getriebe, da der Motor direkt mit der Seilscheibe verbunden ist. Das sorgt für einen leiseren Betrieb, einen geringeren Energieverbrauch und weniger Wartungsaufwand. Auch die neuen Stationsgebäude tragen dazu bei. LEITNER entwickelte gemeinsam mit dem italienischen Designstudio Pininfarina eine neue Stationshaube, die besser gegen Wind, Schnee und andere Witterungseinflüsse geschützt ist.
Bergstation arbeitet künftig autonom
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist LeitPilot. Mit diesem System kann die Bergstation der neuen Patrullarve weitgehend autonom betrieben werden. Sensoren, Kameras und intelligente Steuerungssysteme übernehmen zahlreiche Aufgaben im täglichen Betrieb.
Der neue Patrullarve-Sessellift ist dabei nicht die erste Liftanlage in Zermatt mit dieser Technik. Auch die Kumme-Gondelbahn sowie der Hublot-Sessellift besitzen bereits die technischen Voraussetzungen für einen autonomen Betrieb. Für viele Skigebiete gewinnen solche Systeme zunehmend an Bedeutung. Das liegt unter anderem am Fachkräftemangel, steigenden Sicherheitsanforderungen und dem Wunsch nach effizienteren Betriebsabläufen.
Alte Sessel erhalten ein zweites Leben
Die Sessel der bisherigen Patrullarve-Bahn werden nicht verschrottet. Stattdessen verkauft Zermatt die ausgemusterten Sessel an Interessierte. Sie eignen sich beispielsweise als Gartenbank, Dekoration oder außergewöhnliches Möbelstück. Jeder Sessel wiegt rund 150 Kilogramm und wird ohne Aufhängung sowie ohne Klemme verkauft. Die Abholung ist ab Ende August direkt in Zermatt möglich.
Zermatt investiert weiter in moderne Lifttechnik
Die neue Patrullarve ist Teil der umfassenden Modernisierung des Matterhorn Ski Paradise. In den vergangenen Jahren arbeitete Zermatt bereits mehrfach mit LEITNER zusammen, unter anderem beim Bau der Matterhorn Alpine Crossing, die die Schweiz und Italien miteinander verbindet.
Auch der Gifthittli-Sessellift stammt von LEITNER und war bei seiner Eröffnung der erste 8er-Sessellift der Schweiz. Mit dem neuen Patrullarve-Lift folgt nun die nächste technische Innovation. Für WintersportlerInnen wird sich das vor allem in Form einer leiseren, komfortableren und moderneren Verbindung nach Blauherd bemerkbar machen – an einem Standort mit langer Liftgeschichte und großer Bedeutung für das Skigebiet.