Es ist Freitag, der 5. Juni, doch auf mehreren Webcams in den Alpen sieht es heute Morgen eher nach Winter als nach Sommer aus. Ein Kaltfront brachte in den höheren Lagen erneut Schnee. Lokal fielen die Flocken sogar bis unter 2000 Meter. In den Tälern dominieren Regen, Wolken und grüne Hänge, weiter oben färbten sich Bergstationen, Pisten und Gipfel vorübergehend wieder weiß.
In Kürze:
- ❄️ Auf mehreren Alpen-Webcams ist am Freitagmorgen Schnee zu sehen.
- 🏔️ Die Schneefallgrenze sank lokal bis rund um oder knapp unter 2000 Meter.
- 📍 Unter anderem Kühtai, Ischgl, Westendorf und Val Thorens wurden weiß.
- 🌨️ Auf den höchsten Gipfeln fiel in den vergangenen Tagen lokal ordentlich Schnee.
- ☀️ Ab Samstag steigen die Temperaturen schnell, tiefer am Berg schmilzt der Schnee wieder weg.
Kaltfront bringt den Winter kurz zurück
Der Neuschnee ist die Folge einer aktiven Kaltfront, die in der Nacht auf Freitag über die Alpen zog. Hinter der Front strömte kalte Luft ein, wodurch die Schneefallgrenze vorübergehend deutlich sank. Besonders entlang der Alpennordseite und in hoch gelegenen Regionen wurde es wieder weiß.
Das sorgte für auffällige Bilder. Nicht nur Gletscher und Gipfel oberhalb von 2500 Metern bekamen eine frische Schneeschicht. Auch tiefer gelegene Bergstationen sahen vorübergehend Schneeflocken. Auf einigen Webcams sank die Schneefallgrenze Richtung 2000 Meter oder sogar leicht darunter.
Lokal mehr als 30 Zentimeter
In niedrigeren Lagen handelt es sich meist um eine dünne, vorübergehende Schneeschicht. Weiter oben in den Bergen sieht es anders aus. Auf den höchsten Gipfeln in der Schweiz und in Österreich sind in den vergangenen Tagen lokal 30 bis 40 Zentimeter Schnee gefallen. Besonders oberhalb von etwa 2500 Metern kam ein großer Teil des Niederschlags als Schnee herunter.
Das heißt nicht, dass überall so viel Schnee liegt. Die Unterschiede sind groß und hängen von Höhe, Lage und Niederschlagsintensität ab. Trotzdem zeigen sich viele Gipfel am 5. Juni wieder erstaunlich winterlich.
Nicht der erste Schnee dieser Woche
Auffällig ist: Das ist nicht der erste winterliche Gruß der Woche. Schon am 3. Juni wurden mehrere hoch gelegene Regionen weiß. Durch den neuen Schnee der vergangenen Nacht und vom Freitagmorgen summiert sich die frische Schneeschicht auf einigen höheren Gipfeln weiter. Schnee im Juni ist im Hochgebirge nicht außergewöhnlich. Die vorübergehend niedrige Schneefallgrenze macht die Lage aber besonders. Webcam-Bilder mit Schneeflocken rund um oder knapp unter 2000 Metern sieht man Anfang Juni schließlich nicht jedes Jahr.
Ab Samstag wird es schnell milder
Lange bleibt das winterliche Bild nicht bestehen. Ab Samstag steigen die Temperaturen in den Alpen wieder deutlich an. Die Nullgradgrenze klettert dann rasch auf 3000 Meter und höher. Am Sonntag wird es noch etwas milder, lokal kann die Nullgradgrenze sogar Richtung 4000 Meter steigen. Der Schnee in tieferen Höhenlagen wird dadurch schnell verschwinden. Auf den Gletschern und höchsten Gipfeln dürfte die frische Schicht dagegen noch etwas länger sichtbar bleiben.
Dicke Flocken auf den Webcams
Mehrere Webcams zeigen am Freitagmorgen dicke Schneeflocken. Sogar in einigen hoch gelegenen Orten wie Kühtai und Val Thorens liegt inzwischen eine dünne Schneeschicht. Auch in Ischgl und Westendorf ist der winterliche Gruß deutlich zu sehen.