13. April 2019 Von: Max in Skigebiete unter der Lupe | 0 Kommentare

In unserer Artikel-Serie zum Thema Nachhaltigkeit beim Skifahren haben wir bisher verschiedene Auszeichnungen und Maßnahmen vorgestellt, die verschiedene Regionen unternehmen, um den Wintertourismus so umweltfreundlich wie möglich zu halten. Dafür haben sich Verbände gegründet, wie etwa die Alpine Pearls. In Frankreich wird besonders nachhaltigen Regionen die Auszeichnung grüne Schneeflocke verliehen. Ein Skigebiet, das sich gegen das alpine Skifahren und stattdessen für den alternativen Wintersport entschieden hat, ist Mieming in Tirol. Snowplaza stellt vor, was Skifahrer über diesen nachhaltigen Skiort wissen müssen.

Das Skigebiet ohne Lifte – Die Gäste kommen trotzdem

Höher, schneller, weiter – das ist mittlerweile das Motto in vielen Skigebieten, wenn es um die Liftanlagen geht. Jede Region will die modernsten Anlagen bieten und so entwickelt sich geradezu ein Wettrüsten, das ins Geld und oft auch auf Kosten der Natur geht. Am Mieminger Sonnenplateau hat man sich bewusst dagegen entscheiden. Vor acht Jahren wurden rigoros – trotz örtlichem Widerstand – alle Lifte abgebaut. Sie waren nicht mehr rentabel und zu unsicher wurden auch die Schneeverhältnisse. Stattdessen entschied sich das Skigebiet für den alternativen Wintersport – mit umweltfreundlicheren Sportarten wie Langlaufen, Skitourengehen und Schneeschuhwandern.

Langlaufen auf dem Mieminger Sonnenplateau @ TVB Innsbruck, Foto: Vorhofer

Gäste schätzen sanften Tourismus und Entschleunigung

Auch wenn die Anzahl der Übernachtungsgäste in den ersten zwei Jahren Einbußen verzeichneten, konnte diese wieder stabilisiert werden, da Hoteliers und Tourismusverbände vor Ort neue Wege gingen und auf den sanften Tourismus setzten. Der Ort präsentierte sich fortan als Ruhepol im Vergleich zu den lauten und lebhaften Stimmungen anderer Skigebiete. So gibt es kein Après-Ski, keine Bars, die sich gegenseitig mit Musik übertönen und keine Partys im Schnee. Stattdessen erwarten die Gäste, die sich vornehmlich aus Familien und Naturliebhabern zusammensetzen, sportliche umweltfreundliche Möglichkeiten in der umliegenden Bergwelt.

Ruhepol Miemingen © TVB Innsbruck, Foto: Vorhofer

Abbau der Lifte auch Vorteil im Sommer

Auch wenn Skifahrer es sicher schätzen, im Winter von den Skiliften auf den Berg gebracht zu werden, so unattraktiv ist der Mix aus Stahl, Kabeln und Pfeiler im Sommer – denn der Anblick fügt sich nicht besonders gut in die Bergwelt ein. Am Mieminger Plateau gibt es diese Aussichten nun nicht mehr, es warten allein grüne Wälder, Wiesen und die Gipfel, was besonders die Sommergäste zu schätzen wissen. Auch in der Sommersaison konnte eine Zunahme der Übernachtungsgäste verzeichnet werden.

Konzept gefährdet durch Klimawandel

Aber auch bei umweltfreundlicheren Sportarten wie dem Langlaufen und dem Schneeschuhwandern zeigen sich die Effekte des Klimawandels am Mieminger Plateau. So mussten Schneeschuhwanderungen schon öfter abgesagt werden und Langlaufenloipen wurden zeitweise geschlossen, aufgrund zu vieler grüner Stellen. Wenn irgendwann der Schnee ganz ausbleibt, wird die Region sich wieder ein neues Konzept überlegen müssen.

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Aufgewachsen im schönen Bayern, hatte ich die Berge stets in greifbarer Nähe. Im Winter arbeite ich im Zillertal als Snowboardlehrer. Bei Snowplaza berichte ich über die neuesten Trends und News im Wintersport.

 
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