30. März 2019 Von: Marlene in 'Skigebiete unter der Lupe''

Ein Besuch in den Schweizer Alpen ist für mich immer was besonderes. Umso mehr freue ich mich, dass ich im März einen Tag in Andermatt+Sedrun+Disentis verbringen kann. In dieser Ecke war ich noch nie zuvor. Mein erstes Mal quasi. Schon bei der Anfahrt liegt wohlige Aufregung in der Luft. Die steigt mit jedem Meter, den wir uns unserem Ziel nähern. Vor allem dann, als plötzlich Straßen als auch Gipfel tief verschneit sind. Snowplaza-Bloggerin Marlene berichtet über ihren Skitag, über die neue Skiverbindung zwischen Andermatt und Sedrun sowie über die persönliche Lieblingsabfahrt vom Gemsstock hinab.

Anreise nach Andermatt

Der Weg nach Andermatt führt von München aus in Richtung Bodensee und dann zuerst durch Österreich und später über die Schweizer Autobahnen. Wir legen noch einen letzten Stopp zum Tanken in Deutschland ein und kaufen beide Vignetten. Vorher tanken lohnt sich übrigens. Die Tankpreise in der Schweiz sind deutlich teurer als in Österreich und Deutschland. Zwischendurch wird es auf der Anreise beinahe frühlingshaft, als wir den Vierwaldstättersee passieren, der in der Sonne glitzert. Doch als wir nach knapp fünf Stunden die letzten Serpentinen in Richtung Skiort hinauffahren, ist von Frühling keine Spur mehr. Stattdessen ist alles weiß.

Variierende Skipasspreise

Wir parken direkt am Gütsch-Express, der auf den 2.344 Meter hohen Gütsch hinaufführt. Die Parkgebühr für einen Skitag liegt bei 5 CHF. Die Ski geschultert machen wir uns auf den Weg zur Gondel, die unterirdisch über ein Förderband und eine Rolltreppe zu erreichen ist. Für den Skipass gibt es seit der Saison 2017 / 2018 keinen festen Preis mehr. Täglich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis des Tagestickets. Dabei spielen Haupt- und Nebensaison, aber auch Wochentag und sogar das Wetter eine Rolle. Auch der Buchungstag ist wichtig. Wer den Skipass bereits im Voraus online bucht, kann ab 39 CHF im Skigebiet Skifahren.

Endlich wieder in den Schweizer Alpen

Oben angekommen lasse ich das Ambiente erstmal so richtig auf mich wirken. Um mich herum ragen die Schweizer Alpen in die Höhe. Ich bin mittendrin. Ich genieße die Ruhe, die der Anblick der Berggipfel auf mich ausstrahlt. Dann ziehe ich die Skibrille über die Augen, schnalle die Skier an und mache mich bereit für die Abfahrt. Die Kanten gleiten durch den griffigen Schnee. Es staubt bei jedem Schwung. So mache ich mich auf den Weg in Richtung Sedrun. Die Skiverbindung ist erst seit dieser Saison überhaupt mit Skiern machbar. Zuvor mussten Skifahrer immer mit der Bahn zwischen Andermatt und Sedrun hin- und herpendeln. Das ist zwar sicher auch ein Erlebnis, aber ich bin gerade bei so einem Traumskitag froh, die Zeit auf der Piste verbringen zu dürfen.

Glücksgefühle auf der langen Panoramapiste vom Gemsstock

Und weil's so schön ist, geht's anschließend nochmal ganz nach oben. Mit der Kabinenbahn komme ich zum höchsten Punkt des Skigebiets, zum 2.961 m hohen Gemsstock nach oben. Dachte ich bis eben noch, dass die Pisten schon gut gewesen seien, bin ich jetzt nochmals positiv überrascht. Ich wähle die rote Abfahrt nach unten. Vom Gipfel bis ins Tal wird auf einer Länge von 10 km ein Höhenunterschied von 1.517 Meter überwunden. Das bringt den Körper ins Schwitzen, die Oberschenkel zum Glühen und zaubert ein Lächeln in mein Gesicht. Glücksgefühle machen sich breit. So viel Spaß kann Skifahren machen. Und das beste: Durch die Großraumgondel kommen zwar viele Leute auf einmal nach oben, wenn ihr die aber durchlasst und erst noch das Panorama genießt, habt ihr die Abfahrt für euch alleine!

Fazit

Ich glaube, das Skigebiet ist nicht nur bei Neuschnee einen Besuch wert. Mir hat das Skifahren auf besonders auf der langen Abfahrt vom Gemsstock Spaß gemacht. Rechts und links laden die Hänge zum Freeriden ein. Aber dazu muss die Notfallausrüstung unbedingt dabei sein und im Zweifel solltet ihr besser einen Skiführer mitnehmen. Andermatt, Sedrun und Disentis zählen noch nicht zu den touristischsten Orten der Schweiz, richten sich aber mehr und mehr auf Skiurlauber ein. Vor allem in Andermatt werden große Hotelanlagen gebaut. Noch ist es aber angenehm ruhig und dadurch auch exklusiv. Wer diese Atmosphäre auch erleben möchte, sollte wohl nicht mehr zu lange warten. Schon in wenigen Jahren wird sich rumgesprochen haben, wie schön es hier ist.

Überwältigende Aussicht bei der Abfahrt vom Gemsstock

Skifahren Andermatt

Der neue Schneehüenerstock-Express verbindet Andermatt und Sedrun

Skifahren Andermatt

Aussicht vom Gemsstock

Skifahren Andermatt

Praktische Tipps zu Andermatt+Sedrun+Disentis

Rund um die drei Skiorte Andermatt, Sedrun und Disentis warten 180 Kilometer Pisten. Wer mit den Skiern von Andermatt bis Disentis fahren möchte, muss aktuell entweder ins Auto steigen oder auf eine kurze Passage mit dem Zug ausweichen. Um die Fahrt selbst zur Attraktion zu machen, pendelt mehrmals am Tag ein Après-Ski-Zug zwischen den Bahnhöfen hin und her. Die Fahrt ist mit einem gültigen Skipass kostenlos. Ab der kommenden Saison 2020 / 2021 steht eine weitere neue Bahn in Richtung Disentis zur Verfügung. Dann rückt das Skigebiet noch enger zusammen.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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