2. März 2018 Von: Marlene in 'Skigebiete unter der Lupe'' | 0 Kommentare

Rodeln ist die spaßige Alternative zum Skifahren. Auf präparierten, gesicherten Rodelbahnen wird die wilde Fahrt auf dem Holzschlitten zum Spaß für die ganze Familie. Besonders dann, wenn die Sicht zum Skifahren nicht optimal ist, oder die Beinmuskulatur eine Pause benötigt. Als Rodelberg in Tirol gilt der Elfer im Stubaital. Zwei lange Rodelbahnen, die teilweise auch nachts beleuchtet sind, führen ins Tal hinab. Auf dem Weg nach unten können die Schlittenfahrer außerdem einkehren und sich kulinarisch verwöhnen lassen. Snowplaza-Reporterin Marlene hat den Rodelberg getestet und berichtet, worauf sich Schlittler freuen können.

Rodelparadies am Elfer im Stubaital

"Rodeln? Das ist doch was für Kinder!" Die Gedanken sind mal wieder etwas voreilig, als wir uns die schweren Holzschlitten an den Elferbahnen ausleihen. Ungefähr 400 Stück gibt es im Verleih an der Talstation. Manchmal seien tatsächlich alle vergeben. Dann kommen die ersten aber schon bald wieder zurück, sodass es keine langen Wartezeiten gibt. Lange Wartezeiten gibt es heute auch nicht am Lift: "Meistens ist es hier voll, wenn die Sicht nicht so gut ist. Heute seid ihr nahezu alleine unterwegs". Wir wuchten die schweren Schlitten in die Gondel und setzen uns während der Auffahrt die Helme auf. "Das kann ja nicht so schwer sein"...

Blick ins Stubaital

Wunderschöne Aussicht unterhalb des Elferstocks

Bevor wir aufsatteln genießen wir die Aussicht. Vor der Bergstation wartet ein weiter Tiefblick übers Stubaital. Leichte Nebelfelder schwirren noch in der Luft. Ansonsten ist es ruhig und sonnig. Ein paar Fotos später sind wir Startbereit. Die Rodelbahn, die in Serpentinen unterhalb der Gondel entlangführt, wird von den Einheimischen als "unser Monaco" bezeichnet. Weil man nicht so schnell wird und die ganzen kleinen Kurven und steilen Kehren es in sich haben, erklärt man uns. Der Vergleich mit einer Formel-1-Rennstrecke lässt mich etwas unruhig werden. Vorsichtig zupfe ich nochmal am Helm und setze schließlich die Skibrille auf. Es kann losgehen!

Schnell, schneller, Kurve!

Füße hoch, ermahne ich mich selbst. Verdammt, das wird ganz schön schnell. Also Füße wieder runter. Und wieder hoch. Rechts und links sind schließlich Schneewände. Was soll denn schon passieren? Rasant düsen wir auf die erste Kurve zu. Wie lenkt man nochmal? Achja, Hacke in den Schnee rammen. Oh nein, etwas zu fest ... Viel zu fest! Statt elegant um die Kurve zu rutschen, übersteuert der Schlitten dreht sich und kommt schließlich zum Stillstand. Das müssen wir wohl nochmal üben. Dazu bleibt auch noch ausreichend Zeit, schließlich ist die Sportrodelbahn insgesamt 8 Kilometer lang.

Rodeln ist ein Ganzkörperworkout

Mt der Zeit kommt die Übung. Wir trauen uns immer mehr, lassen es auf den geraden Teilstücken auch mal laufen und meistern mittlerweile selbst die steilen Kehren mehr oder weniger erfolgreich. Bald wird jedoch auch klar, dass Rodeln keinesfalls so entspannt ist, wie es von außen immer aussieht. Vor allem die Bauchmuskeln machen sich bemerkbar. Ein abschätzender Blick nach unten verrät uns, dass wir ungefähr die Hälfte der Strecke zurückgelegt haben. Noch ein Stück. Dann kommt laut Pistenplan eine Hütte. Also Muskeln nochmal anspannen und Gas geben!

Boxenstopp in der Jausenstation zum Weber Lois

Zwei spitze Kehren und ein paar leichtere Kurven später steigen wir ab und räkeln uns vor der Jausenstation zum Weber Lois. Die Einkehrmöglichkeit liegt in einer Kurve direkt am rechten Rand der Rodelbahn. Bei einem Heißgetränk werden die Kraftreserven wieder aufgefüllt und so legen wir die restlichen Meter zum Ende der Rodelbahn mit neuer Energie zurück. Wenn die Rodelbahn zum Nachtrodeln montags, mittwochs und freitags von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr beleuchtet ist, versorgt der Hüttenwirt die hungrigen Rodler übrigens an der Schneebar vor dem Haus.

Jausenstation zum Weber Lois oberhalb von Neustift

Tipp: Familienrodelbahn Pinnistal mit Winterwanderung

Nachtrodeln ist nicht nur auf der Sportrodelbahn unterhalb der Gondel möglich, sondern auch auf der Klassik Rodelbahn ins Pinnistal. Der Einstieg dieser Strecke befindet sich an der begehbaren Sonnenuhr an der Bergstation der Elferbahn und führt ebenfalls über 8 Kilometer hinab ins Tal. Wenn Wetter und Motivation mitspielen, lohnt sich auf der Abfahrt ein Abstecher an der Kreuzung zur Issenangeralm. Von hier aus führt ein etwa einstündiger Winterwanderweg zur Pinnisalm, um sich dort zu stärken. Tipp für alle, die nicht laufen wollen: Der Hüttenwirt bietet jeden Tag einen Shuttleservice um 12:00 Uhr von der Issnangeralm an.

So viel Spaß macht Rodeln am Elfer

Die Sportrodelbahn führt unter der Gondel der Elferbahnen hindurch

Blick auf den Skiort Neustift

Die Sportrodelbahn ist während des Nachtrodelns beleuchtet

Praktische Infos zum Skigebiet Elferbahnen im Stubaital

Beide Rodelstrecken sind über die Elferbahnen in Neustift zu erreichen. An der Bergstation der Kabinenbahn lohnt sich eine Einkehr in das Panoramarestaurant, das seinem Namen alle Ehre macht und ein Blick über weite Teile des Stubaitals ermöglicht. Wer von der Aussicht nicht genug bekommen kann, nimmt am besten die Skier mit und fährt mit dem Schlepplift noch ein Stück weiter nach oben. Zusätzlich zum Panoramablick wartet dann eine sportliche, gleichmäßig steile und leere Skipiste zum Carven. Die Talabfahrt im Anschluss ist zwar als Skiroute ausgewiesen, wird aber je nach Schneelage häufig auch präpariert.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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