Für viele SkiurlauberInnen gehört Après-Ski genauso zum Urlaub wie das Skifahren selbst. Nach einem Tag auf der Piste ein leckeres Getränk, schräg-schöne Musik, Geselligkeit und natürlich lautes Mitsingen bei Liedern, die man zu Hause wahrscheinlich nie anhören würde. Herrlich! Aber wo viele Menschen und Alkohol zusammenkommen, kommt es auch schnell mal zu dem ein oder anderen Ärgernis. Denn so gesellig Après-Ski auch ist: Es gibt ein paar ungeschriebene Regeln, an die sich meiner Meinung nach alle halten könnten. Zeit für eine neue Folge von „Wie macht man das eigentlich?“.
Kurz zusammengefasst
- Après-Ski macht Spaß, aber nimm ein bisschen Rücksicht auf die Menschen um dich herum.
- Von verschütteten Getränken bis zu Freundesgruppen, die den Durchgang blockieren: Manche Ärgernisse kommen einem nur allzu bekannt vor.
- Guter Après-Ski muss nicht bis tief in die Nacht dauern. Man darf auch einfach rechtzeitig Schluss machen!
Behalte dein Getränk ein bisschen bei dir
Fangen wir mit meinem vielleicht größten Ärgernis beim Après-Ski an: Menschen, die ihr Getränk über dich verschütten. Besonders, wenn du noch in Skikleidung unterwegs bist. Du hattest gerade einen herrlichen Tag auf der Piste, deine Jacke ist noch schön frisch und dann kommt jemand vorbei und kippt dir die Hälfte seines Biers über den Ärmel.
Und das Schlimmste? Am nächsten Morgen riecht deine Jacke immer noch nach einer Mischung aus Bier, süßen Getränken und Après-Ski. Herrlich, wenn du anschließend wieder in den Skilift steigst. Eben nicht. Natürlich kann jedem einmal versehentlich etwas verschütten. Aber wenn du mit drei vollen Gläsern versuchst, dich durch ein überfülltes Après-Ski-Zelt zu tanzen, ist die Wahrscheinlichkeit für ein kleines Missgeschick ziemlich groß. Und dann ist ein einfaches „Sorry“ wirklich das Mindeste, was du tun kannst.
Das ganze Après-Ski-Zelt gehört nicht deiner Freundesgruppe
Du kennst sie bestimmt: diese großen Freundesgruppen, die einen kompletten Durchgang blockieren und so tun, als würden sie eine Privatparty veranstalten. Versuchst du, an ihnen vorbeizukommen, erntest du böse Blicke oder es wird schlicht kein Zentimeter Platz gemacht.
Natürlich macht es Spaß, mit einer großen Gruppe zusammenzustehen. Aber andere müssen auch noch zur Bar, zur Toilette oder einfach nach draußen kommen. Ein bisschen Platz zu machen kostet wirklich keine Mühe. Und nein, du verlierst deine Freunde nicht gleich, nur weil jemand zwischen euch durchgeht.
Vordrängeln an der Bar macht dein Getränk nicht leckerer
Ein Getränk beim Après-Ski zu bestellen, kann manchmal eine ziemliche Herausforderung sein. Vor allem, wenn es voll ist und alle ungefähr gleichzeitig beschließen, dass es Zeit für die nächste Runde ist. Es gibt allerdings immer jemanden, der glaubt, ein besonderes Talent dafür zu haben, eine Lücke an der Bar zu finden. Diese Person schiebt sich Stück für Stück weiter nach vorne, bis sie plötzlich vor allen anderen steht.
Wir haben alle Durst, aber ein bisschen Geduld macht die Sache gleich viel entspannter. Und wenn du siehst, dass jemand schon eine Ewigkeit versucht, etwas zu bestellen, dann lass die Person doch einfach kurz vor. Dein eigenes Bier wird davon wirklich nicht weniger kalt.
Die Schlange vor der Toilette ist manchmal länger als die Warteschlange am Skilift
Es gibt kaum etwas, das einen so schnell aus der Après-Ski-Stimmung reißt wie eine endlose Schlange vor der Toilette. Du singst gerade ausgelassen mit und musst plötzlich aufs Klo. Und bevor du endlich zurück bist, sind drei Lieder vorbei und deine Gruppe steht inzwischen irgendwo ganz anders.
Besonders frustrierend sind Leute, die sich ausführlich unterhalten, während eine Schlange wartet. Oder die glauben, sie hätten Vorrang, weil ihre Freunde schon drin sind. Mein Rat: Mach daraus kein großes geselliges Treffen. Da warten noch zwanzig Leute mit genau demselben Problem. Und: Beeil dich einfach ein bisschen, wenn du die Kabine gerade für dich hast. Deine Auszeit kannst du dir auch woanders nehmen.
Nicht jeder muss bis zum Schluss bleiben
Ich liebe geselligen Après-Ski, aber auch ich habe meine Grenzen. Am liebsten ist mir ein schöner Après-Ski Nachmittag draußen, unten an der Piste oder zum Beispiel bei Seppi’s in Gerlos. Ein paar Getränke, gute Musik, noch die letzten Sonnenstrahlen genießen und danach lecker essen. Und ganz ehrlich? Nach neun Uhr abends wird die Stimmung für mich oft ein kleines bisschen zu ausgelassen. Dann ist es meistens Zeit für mich, Schluss zu machen oder ich entspanne schon längst frisch geduscht im Bademantel.
Das heißt nicht, dass die anderen nicht weiterfeiern dürfen. Im Gegenteil! Aber akzeptiert auch einfach, dass nicht jeder bis tief in die Nacht bleiben möchte. „Noch eins!“ ist ja schön und gut, aber nach dem sechsten Mal klingt es nicht mehr ganz so überzeugend. Außerdem finde ich es selbst herrlich, am nächsten Morgen wieder früh auf der Piste zu stehen – mit gut erholten Beinen und, wenn es geht, einer sauberen Jacke.
Tanzen ist erlaubt, aber achte ein bisschen darauf, wo du stehst
Après-Ski ohne Tanzen ist natürlich kaum Après-Ski. Egal, ob du zum aktuellen Klassiker von DJ Ötzi herumhüpfst oder aus voller Kehle einen Klassiker mitsingst: Das gehört alles dazu. Aber vergiss nicht, dass du oft noch Skischuhe anhast. Und die sind ziemlich schwer, wenn dir jemand voller Begeisterung auf die Zehen tritt.
Auch das Tanzen auf Bänken und Tischen ist nicht überall erlaubt. Schau also kurz nach, welche Hausregeln gelten, bevor du beschließt, dass die Möbel eigentlich eine Bühne sind. Und vielleicht noch der wichtigste Tipp: Nicht jeder wartet auf deine spontanen Ambitionen, Tanzpartner zu werden. Ein bisschen persönlicher Abstand ist auch nach drei Runden noch angenehm.
Was beim Après-Ski passiert, muss nicht sofort online landen
Beim Après-Ski werden jede Menge Fotos und Videos gemacht. Natürlich ist das toll, besonders wenn du mit Freunden im Urlaub bist. Aber nicht jeder möchte sich am nächsten Morgen singend, tanzend oder auf eine andere, weniger schmeichelhafte Weise auf Instagram wiederfinden.
Mach gern Fotos für deine eigenen Erinnerungen, aber frag erst, bevor du peinliche Aufnahmen von anderen online stellst. Manche Après-Ski-Momente sind wirklich schöner, wenn sie in der Freundesgruppe bleiben.
Geselligkeit kennt manchmal leider keine Grenzen
Apropos Après-Ski und Alkohol: Ich erinnere mich noch an einen Samstagabend in Gerlos. Auf der Straße trafen wir einen Jungen, der an diesem Tag gerade zu seinem Skiurlaub angekommen war. Es gab nur ein kleines Problem: Er wusste nicht mehr, wie sein Hotel hieß, wo er hinmusste oder wo seine Freunde waren.
In dem Moment ist so eine Situation eigentlich überhaupt nicht lustig. Du bist in einem fremden Ort, weißt nicht, wohin du gehen sollst, und hast niemanden, an den du dich wenden kannst. Das zeigt aber, wie schnell die Stimmung an einem gemütlicher Abend kippen kann. Ein bisschen aufeinander aufzupassen gehört meiner Meinung nach auch dazu – besonders, wenn sich jemand offensichtlich nicht mehr zurechtfindet.
Und vielleicht überflüssig, aber trotzdem: Nach dem Trinken noch schnell auf Skiern ins Tal zu fahren, ist natürlich keine gute Idee. Sorge dafür, dass du sicher zu deiner Unterkunft zurückkommst.
Das Schönste am Après-Ski? Jeder feiert auf seine eigene Art
Die einen tanzen am liebsten schon um drei Uhr nachmittags auf den Tischen, die anderen trinken lieber ganz entspannt ein Bier in der Sonne. Und es gibt genug WintersportlerInnen, die Après-Ski ganz auslassen. Ist doch alles völlig in Ordnung, oder? Ich selbst mag vor allem die ersten gemütlichen Stunden nach dem Skifahren. Draußen stehen, ein Getränk in der Hand, Musik dazu und über die schönsten Abfahrten des Tages plaudern.
Danach lecker essen und rechtzeitig ins Bett gehen, damit ich am nächsten Morgen wieder zu den Ersten auf der Piste gehöre. Vielleicht nicht die spektakulärste Art, Après-Ski zu feiern, aber für mich die perfekte Kombination. Und wenn ich am nächsten Morgen meine Skijacke anziehe, hoffe ich vor allem auf eins: dass sie nicht nach dem Bier von jemand anderem riecht!