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Snowfarming: Vorjahresschnee macht frühen Ski-Start in den Alpen möglich

Sneeuwwerkzaamheden Pistenbully

Der Herbst hat gerade erst begonnen, doch in den Alpen und in Skandinavien werden die ersten Skipisten bereits wieder weiß. Nicht nur dank früher Schneefälle, sondern auch durch eine Technik, die immer mehr Skigebiete anwenden: Snowfarming. In St. Moritz in der Schweiz und in Idre Fjäll in Schweden wird nun der Schnee verteilt, der im vergangenen Winter eingelagert wurde. So sind die Pisten Mitte Oktober schon in perfektem Zustand und bereit für die ersten Schwünge.

Schnee, der den Sommer überdauert

Während die Dörfer und Täler noch in den bunten Herbsttönen leuchten, verteilen Pistenbullys in St. Moritz riesige Schneehaufen über die Skipisten von Diavolezza. Der Schnee lag monatelang unter einer dicken Schicht Isoliermaterial verborgen und hat den Sommer überraschend gut überstanden. Insgesamt werden mehr als vier Hektar Schnee wiederverwendet – eine solide Basis für den frühen Start am 18. Oktober.

 Auch in Idre Fjäll startet jetzt die Saison: Dort öffnen die ersten Pisten bereits am 17. Oktober. Für professionelle Skiteams ist das ideal, denn so haben sie die Möglichkeit zu trainieren, bevor die Weltcup-Saison Ende Oktober in Sölden beginnt.

Was ist Snowfarming eigentlich?

Snowfarming klingt futuristisch, doch das Prinzip ist einfach. Am Ende des Winters schieben Pistenbullys und Bulldozer den verbleibenden Schnee zu großen Haufen zusammen. Diese Schneemassen werden anschließend mit Isoliermaterial abgedeckt – meist Holzschnitzel oder weiße Kunststoffplanen, sodass Sonne und Regen wenig Chancen haben, den Schnee zu schmelzen. Im Herbst wird die Schutzschicht entfernt und der Schnee erneut verteilt.

Untersuchungen des Schweizer Schnee- und Lawinenforschungsinstituts (SLF) zeigen, dass auf diese Weise etwa 70 bis 80 Prozent des Schnees erhalten bleiben. Je größer der Haufen, desto besser der kühlende Effekt.

Eine nachhaltige Methode, den Winter zu verlängern

Für verschiedene Skigebiete ist diese Methode mittlerweile ein wichtiges Hilfsmittel. Während früher niedrige Temperaturen nötig waren, um die Schneekanonen zu starten, liegt die Grundschicht dank Snowfarming bereits auf den Abfahrten. Das bedeutet: weniger Energieverbrauch, weniger Wasserverbrauch und mehr Sicherheit, dass die Skipisten rechtzeitig geöffnet werden können. In Zeiten, in denen das Wetter unberechenbarer wird und der Herbst oft zu warm ist, sorgt gespeicherter Schnee für Planbarkeit. Mit Snowfarming sei es möglich den Saisonstart zu planen, statt abzuwarten, lautet die Aussage von mehreren Bergbahnbetrieben.

Die Zukunft des schneesicheren Skifahrens

Snowfarming ist kein Wundermittel, doch es hilft Skigebieten, den Übergang zu einem wärmeren Klima besser zu meistern. Für leidenschaftliche WintersportlerInnen bedeutet das vor allem: Wer früh Ski fahren möchte, muss nicht auf die ersten großen Schneefälle warten. In Orten wie St. Moritz, Idre Fjäll und auch in anderen Skigebieten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bereits im Oktober weiße Pisten öffnen – hergestellt aus Schnee, der den Sommer überdauert hat.

3237 - Winter - Miriam

Über Miriam

Skifahren, gutes Essen und entspannte Familienzeit – genau diese Mischung macht für Miriam den perfekten Skiurlaub aus. Als Redakteurin bei Snowplaza schreibt sie über familienfreundliche Skigebiete, kulinarische Highlights und persönliche Erlebnisse aus den Alpen. Dabei bringt sie ihre eigene Erfahrung als Mama und Genussmensch mit viel Herz und Authentizität ein.