Im süddeutschen Fischen im Allgäu verschwindet ein Stück Wintersportgeschichte. Der Stinesserlift, jahrelang ein beliebter Familienlift und Trainingsort für örtliche Skiclubs, wird noch in diesem Jahr abgebaut. Schneearme Winter und steigende Kosten haben zu diesem unausweichlichen Entschluss geführt.
Ein beliebter Skilift bei den Einheimischen
Der Stinesserlift in Fischen im Allgäu, Teil der Skiregion Hörnerdörfer, ist seit vielen Jahren ein geschätzter Lift bei der lokalen Bevölkerung. Seit den 1970er- und 1980er-Jahren, als Skiurlaube stark an Beliebtheit gewannen, zog der Lift vorwiegend Familien und AnfängerInnen an, die abseits der großen Skigebiete Ruhe suchten. Für die Gemeinde in Fischen war der kleine Schlepplift ein wichtiger Treffpunkt – und ein Ort, an dem viele ihre ersten Schwünge im Schnee gemacht haben. Doch der Charme allein konnte den Wandel nicht aufhalten: In den vergangenen beiden Wintern (2023/2024 und 2024/2025) stand der Ankerlift vollständig still.
Zu wenig Schnee
Dass der Lift nicht in Betrieb war, hatte einen klaren Grund: immer mildere Winter und zu wenig Schnee. Kunstschnee erwies sich nicht als Lösung, da dessen Produktion teuer und umweltschädlich ist – und sich in dieser Höhenlage kaum noch lohnt. Laut Gemeinderat gab es kein realistisches Szenario mehr, in dem der Lift erhalten oder erneuert werden konnte.
40.000,– € für den Abbau
Ende August fasste der Gemeinderat einstimmig den endgültigen Beschluss. Nach ausführlichen Analysen, bei denen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche und technische Faktoren berücksichtigt wurden, wurde entschieden, dass der Stinesserlift in Fischen abgebaut wird. Für den Abbau wurden etwa 40.000,– € eingeplant. Die Gemeinde blickt inzwischen in die Zukunft und prüft, ob Teile der Infrastruktur, wie die alten Schneeleitungen, eine neue Nutzung finden können, beispielsweise für die Brandwasserversorgung. Der benachbarte Buckelwiesenlift bleibt vorerst noch bestehen, sodass es in Fischen weiterhin begrenzte Skimöglichkeiten gibt.
Fischen: ein charmantes Dorf im Allgäu
Auch wenn der Stinesserlift verschwindet, bleibt Fischen ein attraktives Reiseziel. Das Dorf in den Allgäuer Alpen im Süden Deutschlands liegt in einer malerischen Landschaft und ist bekannt für seine reichen Traditionen und die frische Bergluft. Mit oder ohne den Stinesserlift bleibt Fischen ein wunderbarer Ort für Ruhesuchende und NaturliebhaberInnen. Der Buckelwiesenlift bleibt vorerst bestehen, und außerdem kann man auf andere Skigebiete in der Region Hörnerdörfer ausweichen. Auch im Sommer gibt es genug zu erleben, mit zahlreichen Wander- und Fahrradrouten in der Umgebung.
Ein breiterer Trend in den Alpen
Leider ist es nicht das erste Mal, dass wir über ein Skigebiet berichten müssen, das schließen muss. Immer mehr kleine und mittlere Skigebiete kämpfen mit den Folgen des Klimawandels, hohen Energiekosten und veralteten Liften. Manche Dörfer versuchen den Schritt hin zu Sommer- und Ganzjahrestourismus. Andere, wie Fischen, müssen sich von ihrer Wintersporttradition verabschieden. Das unterstreicht, wie groß die Herausforderungen für die Zukunft des Wintersports in tiefer gelegenen Regionen sind. Lies auch: