Der Schneesturm in den chilenischen Anden sorgt weiterhin für außergewöhnliche Bedingungen. In Portillo wurden am 20. Juli bereits mehr als 4,5 Meter Schnee gemessen und laut Angaben des Skigebiets könnte in den kommenden Tagen noch weiterer Neuschnee hinzukommen. Der Zugang zu Portillo bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen, während andere Skigebiete in Chile nach tagelangen Schneefällen vorsichtig versuchen, den Betrieb wieder aufzunehmen.
Kurz zusammengefasst
- Portillo meldete am 20. Juli mehr als 4,5 Meter Schnee.
- Der Zugang zum Skigebiet bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen.
- In Portillo sind aktuell keine Lifte geöffnet.
- Valle Nevado erhielt innerhalb von sieben Tagen mehr als 2,5 Meter Schnee.
- Der massive Schneefall folgt auf einen schwierigen Start der südamerikanischen Wintersaison.
Portillo unter meterhohem Schnee begraben
Während bei uns Sommer herrscht, ist auf der anderen Seite der Welt tiefster Winter. Dort fällt bereits seit Tagen extrem viel Schnee, besonders in Portillo. Das Skigebiet meldet inzwischen mehr als 4,5 Meter Neuschnee und erwartet weitere Schneefälle. Verantwortlich für diese außergewöhnlichen Mengen ist ein heftiger Schneesturm in den Anden.
Skigebiet vorerst geschlossen
Aus Sicherheitsgründen bleibt Portillo weiterhin geschlossen. Das betrifft sowohl die Zufahrt über die Straße als auch den Zugang aus der Luft, der unter den aktuellen Bedingungen nicht selbstverständlich möglich ist. Das Skigebiet liegt hoch in den Anden nahe der Grenze zu Argentinien und ist deshalb stark von sicheren Bergstraßen und stabilen Wetterbedingungen abhängig.
Eine Wiedereröffnung erfordert deutlich mehr als nur das Räumen von Schnee. Lawinengefährdete Hänge müssen kontrolliert, Straßen freigeräumt und Bereiche rund um Gebäude, Lifte und technische Anlagen von den enormen Schneemassen befreit werden. Zudem ändern sich die Wetterprognosen ständig, weshalb derzeit noch nicht vorhergesagt werden kann, wann es möglich, ist Portillo wieder für BesucherInnen zu öffnen.
Von Schneemangel zu Schneechaos
Der Wandel in den Anden ist enorm. Zu Beginn der Saison hatten mehrere südamerikanische Skigebiete noch mit schwierigen Schneeverhältnissen zu kämpfen. Aufgrund eines schwachen Winterstarts war die Schneedecke vielerorts dünn und nur ein eingeschränkter Pistenbetrieb möglich.
Innerhalb weniger Tage hat sich die Situation komplett verändert. Statt nach Schnee zu suchen, kämpfen die Skigebiete nun mit gesperrten Straßen, Lawinengefahr, eingeschneiten Gebäuden und riesigen Schneemengen, die zunächst sicher bewältigt werden müssen. Zum Vergleich: Die gesamte Schneemenge der Skisaison 2026 liegt in Portillo inzwischen bei 470 cm. Davon fielen 408 cm innerhalb der vergangenen sieben Tage.
Valle Nevado öffnet vorsichtig
Auch Valle Nevado oberhalb von Santiago erhielt enorme Schneemengen. Laut aktuellem Bergbericht fielen dort innerhalb von sieben Tagen 260 cm Schnee. Die Gesamtschneemenge der Saison 2026 beträgt inzwischen 301 cm. Das Skigebiet ist teilweise geöffnet. Nach dem aktuellen Stand sind 11 von 45 Pisten sowie 6 von 13 Liften in Betrieb.
Straßen nur unter bestimmten Bedingungen geöffnet
Die Zufahrt zu den Skigebieten oberhalb von Santiago wird derzeit kontrolliert geregelt. Die Straßen G-21 und G-251 sind nicht für alle BesucherInnen frei zugänglich. Nur Reisende, die die Voraussetzungen erfüllen und die entsprechenden Dokumente bei der chilenischen Polizei vorzeigen können, dürfen in die Berge fahren. Dazu gehören unter anderem AnwohnerInnen, MitarbeiterInnen, Rettungskräfte sowie Gäste mit einer gültigen Hotelreservierung.
Auf der G-251 ist aktuell eine Fahrspur geöffnet, der Verkehr wird reguliert. Schneeketten sind verpflichtend. Die Regelungen können sich kurzfristig aufgrund des Wetters, des Verkehrsaufkommens oder Anweisungen der Behörden ändern.