25. Februar 2018 Von: Sarah in 'Gaudi'' | 0 Kommentare

Im Skiort treffen sie aufeinander, in der Unterkunft, auf der Skipiste oder in der Après-Ski-Bar. Meistens aber schon auf der Autobahn in Richtung Skigebiet. Wenn deutsche und niederländische Skifahrer aufeinandertreffen, wird es interessant. Denn obwohl sich die beiden Länder eine Grenze teilen und die Sprachen ähnlich sind, kann es im Skigebiet doch passieren, dass der Kampf der Kulturen ausbricht. Mit völligem Unverständnis für den jeweils anderen, mit fassungslosem Kopfschütteln oder einfach Lachanfällen. Snowplaza zeigt, wie das so abläuft, wenn sich Deutsche und Holländer im Skiurlaub begegnen.

Situation 0 (vor der Ankunft): Krieg auf der Autobahn

NL: Niederländer sind auf 130 km/h geeicht, denn schneller heißt automatisch, dass es teuer wird. Deswegen sicherheitshalber mit 80 km/h auf der linken Spur entlangkrebsen und vor jedem Brückenpfeiler, Baum oder Gebüsch (dahinter könnte sich ja ein Blitzer verstecken) panisch abbremsen und einen Stau bis Kufstein verursachen. Der Deutsche dahinter kriegt Puls.

DE: Tempoverwöhnt wird jede Minute und vor allem jede Lücke auf der Autobahn ausgenutzt. Schließlich geht die Zeit im Stau oder beim gemütlichen Fahrstil von der Zeit auf der Skipiste ab. Also: „Ey, Kaaskopje, weg von der linken Spur!“

Situation 1: Essen an der Skipiste

NL: Der Durchschnittsholländer hat einen Igel in der Tasche, das ist offenbar so im genetischen Code der Niederländer verankert. Wenn es nicht irgendwie mit den Zauberworten „Rabatt“ oder „gratis“ markiert ist, ist es uninteressant, denn ein Holländer würde nie auf die Idee kommen, zu viel für ein Produkt zu bezahlen. Gleiches gilt für ein Mittagessen an der Skipiste: 18 Euro für ein Schnitzel. Nix da! Der Niederländer hat vorgesorgt und bringt sich „Broodjes“ in einer Frühstücksbox mit.

DE: Das Zeitmanagement des Deutschen sagt folgendes: Schlag 7 Uhr Frühstück, Punkt 12 Uhr Mittagessen, man muss ja den Plan einhalten. Besonders wird dabei strategisch bedacht, wann die Mehrheit der Skifahreressen geht (da werden ganz komplizierte Feldstudien durchgeführt), damit dann essen gegangen werden kann, wenn es noch leer ist, damit man dann später Platz auf der Skipiste hat. Sollte Kritik an der Zeit-Diktatur aufkommen, folgt das energische Klopfen auf die Armbanduhr: „Wir haben doch keine Zeit!“

Situation 2: Überzahl in Skigebieten

NL: Der Niederländer an sich tritt in Großfamilien oder wahlweise auch in Rudeln auf. Das kennen besonders Skigebiete in der Nähe der Grenzregion, etwa Winterberg, liebevoll mittlerweile auch in „dutch mountains“ umgetauft.

DE: Ist meist nicht mit besonders guten Fremdsprachenkenntnissen ausgestattet und hält sich daher naturgemäß auch nur da auf, wo er verstanden wird. Das bringt automatisch die Überzahl im Skigebiet mit sich.

Situation 3: Flirten im Skiurlaub

NL: Das niederländische Partytier will alles im Skiurlaub mitnehmen, also wirklich ALLES. Holländer/innen müssen es aber nicht unbedingt sein, die hat man ja zu Hause. Aber es gibt ja noch Deutsche, Schweizer, Franzosen, Briten …

DE: Ist der Skiurlaub eine Woche lang, braucht der/die Deutsche auch genau so lange, um sich Mut angetrunken und einen originellen Satz als Eisbrecher zu überlegen. Na, auch zum Skifahren hier? Hat er/sie es dann endlich, ist das Objekt der Begierde schon längst abgereist.

Situation 4: Lautstärke im Skigebiet

NL: Fakt ist, 4 Holländer machen so viel Lärm wie 40 Deutsche. Ohne, dass sie sich groß anstrengen müssten. Vielleicht muss man ihnen aber auch zugutehalten, dass das Echo in der Bergwelt unterstützend wirkt.

DE: Deutsche haben ja eher den Ruf, ruhige Vertreter zu sein. Aber wehe, jemand drängelt sich in der Warteschlange am Skilift vor oder nimmt ihm die Vorfahrt. Dann ist Holland in Not, buchstäblich.

Situation 5: Selbstbewusstsein beim Après-Ski

NL: Diimmala, diimmala. Nicht schön und vor allem nicht textsicher, aber dafür laut und ausgelassen singen Holländer beim Après-Ski mit. Fehlen die Sprachkenntnisse oder einfach ein paar Zeilen im Liedtext, wird improvisiert. Aus dem Après-Ski-Hit "Die immer lacht" wird dann ein am fünften Bier vorbei genuscheltes Diimmala. Das Schämen übernehmen dann meist die deutschen Skifahrer stellvertretend.

DE: Hat ganz schwer damit zu tun, dieses Zeitfenster von 20 Minuten zwischen "Ich singe nicht" und "Ich glaub, mir wird schlecht" abzupassen.

Situation 6: Witze im Skiurlaub

NL: Vermutlich können sie es schon gar nicht mehr zählen, wie oft Holländer schon hören mussten: „Guckt mal, das da, das sind Berge. Das kennt ihr ja bei euch zu Hause nicht.“

DE: Kann da gar nicht drüber lachen.

Situation 7: Abschied vom Skigebiet

NL: Zuletzt haben Holländer wohl so geweint, als sie sich im Fußball mal wieder eine Klatsche von Deutschland abgeholt haben. Denn wenn es heißt, Abschied zu nehmen vom Skigebiet, werden echte Emotionen wach und es fließen Sturzbäche von Tränen.

DE: Deutsche haben dafür gar keine Zeit. Vati hat nämlich einen Plan. Der hat sich seit Jahren bewährt und davon wird auch nicht abgewichen. 7 Uhr Frühstücken, 7.23 Uhr Auto beladen, 7.58 Schlüssel abgeben und auschecken, spätestens 8.27 Uhr auf der Autobahn sein, vor allen Holländern.

Deutsche vs. Holländer im Skiurlaub - Das Video

In Zusammenarbeit mit der Zillertal Arena ist ein Video über Deutsche und Holländer entstanden, in dem wir uns alle einfach mal selber verschaukeln. Manche Klischees stimmen, manche nicht. Und den Typ Deutschen oder den Typ Holländer gibt es sowieso nicht. Also, alles mal nicht so ernst nehmen und drüber lachen. Ja, auch über sich selber. Denn das ist sicher was, was Deutsche noch von Holländern lernen können.

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Hallo, ich bin Sarah. Meine Skikarriere begann mit Benjamin Blümchen-Skiern, mit denen ich wohl mehr angegeben habe, weil sie so schön rosa waren, anstatt dass ich wirklich damit gefahren bin. Heute bin ich für Snowplaza auf den Pisten unterwegs und berichte von meinen Erlebnissen im Snowplaza Blog.

 
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