9. Juli 2020 Von: Miriam in SkifahrenMaterialAllgemein

Immer mehr Skifahrer tragen einen Skihelm beim Skifahren und das ist gut so! Doch gibt es überhaupt eine Helmpflicht in den Skigebieten? Wo ist das Tragen eines Skihelms wirklich Pflicht, wo nur Empfehlung? Müssen nur Kinder einen Helm tragen? Und wo ist das Skifahren "oben ohne" erlaubt?  Snowplaza zeigt dir, wo es Kontrollen gibt, wie hoch das Bußgeld ist, und warum das Skifahren ohne Schutz so gefährlich ist. Hier wurden alle Informationen zur Skihelmpflicht zusammengestellt.

Alles zur Helmpflicht beim Skifahren

Die Unfälle von Michael Schuhmacher im Dezember 2013 und Dieter Althaus im Januar 2009 zeigen, wie tragisch eine Abfahrt enden kann. Todesfolge und Koma sind zwar unglückliche Extremfälle, dennoch stehen Kopfverletzungen in den Skigebieten dieser Welt auf der Tagesordnung. Voraussichtlich 80 Prozent aller Kopfverletzungen lassen sich durch das Tragen eines Helms vermeiden und das Risiko eines Schädel-Hirn-Traumas sinkt um 40 Prozent. Aus diesem Grund sollte der Skihelm, ebenso wie Skistöcke und Skibrille, zur Grundausrüstung eines jeden Wintersportlers gehören. Denn er bietet Schutz vor Kopfverletzungen, wärmt den Kopf und sieht sogar stylish aus. Um SkifahrerInnen und SnowboarderInnen die Entscheidung, ob Kopfschutz oder nicht, zu erleichtern, haben einige Länder zudem eine Skihelmpflicht eingeführt. Diese richtet sich zwar meist an Kinder und Jugendliche, doch auch Erwachsene sollten nicht darauf verzichten.

Skifahrerin mit Helm
Wer einen Helm auf der Piste trägt, verringert das Risiko eines Schädel-Hirn-Taumas um 30 % - 40 %.

Österreich

In Österreich hat die Bundesregierung eine Helmpflicht nur für Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren empfohlen, die von den Bundesländern umgesetzt werden kann. In Salzburg, Steiermark, Kärnten, Niederösterreich und Burgenland besteht eine Helmpflicht, in Tirol und Vorarlberg gibt es bislang keine Regelung zum Tragen eines Helms. Kontrollen werden nicht durchgeführt und infolgedessen wird auch kein Bußgeld erhoben.

Deutschland

In Deutschland besteht keine Pflicht zum Tragen eines Schutzhelms auf der Skipiste. Dennoch klären der Deutsche Skiverband und der Deutsche Skilehrer Verband SkifahrerInnen und SnowboarderInnen mit Nachdruck über den Sinn von Helmen auf. Die Deutschen sind zumindest überzeugt und greifen häufig freiwillig zum Helm. Seit 2009 nimmt der Anteil der Helmträger auf der Piste stetig zu, sodass die Bereitschaft auf der Skipiste damit zu fahren, heutzutage bei 80 % liegt.

Italien

In Italien müssen alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren seit Anfang 2022 einen Skihelm tragen. Bei Missachtung dieser Vorschrift droht den Eltern ein Bußgeld bis zu 200 Euro und der Entzug des Skipasses. Die Polizei übernimmt die Kontrolle der Helmpflicht.

Schweiz

Die Schweizer haben sich gegen eine Helmpflicht ausgesprochen, unternehmen aber erfolgreiche Aufklärungskampagnen, wie die der Suva, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt, um auf die Gefahren beim Skifahren hinzuweisen. Damit sind sie sehr erfolgreich. Die Tragequote von Helmen ist in der Schweiz die europaweit höchste. Es ist kaum jemanden ohne Kopfschutz auf den Schweizer Pisten unterwegs.

Skifahrerin mit Helm
Bei Geschwindigkeiten bis zu 80 Kilometern in der Stunde sind Wintersportler mit Schutzhelm besser geschützt.

Polen

Seit dem 1. Januar 2012 gilt die Skihelmpflicht auf polnischen Skipisten. Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren dürfen nur noch mit Kopfschutz auf die Piste. Getreu dem Motto, dass Eltern für ihre Kinder haften, müssen sie mit einer Geldbuße und dem Entzug des Skipasses rechnen, wenn sie der Verordnung nicht nachgehen und ihre Kinder ohne Helm auf die Pisten in Polen lassen. Dort gibt es übrigens regelmäßige Kontrollen, sodass kaum ein Ski- oder Snowboardfahrer damit durchkommt, ohne Skihelm unterwegs zu sein.

Norwegen und Schweden

Obwohl es in Schweden und Norwegen bislang keine Helmpflicht gibt, werden Kinder und Jugendliche lieber mit einem Skihelm gesehen, als ohne. So haben die Norweger seit Jahren ein „Helmprojekt für Kinder und Jugendliche“, bei dem Helme für Kinder gratis verliehen werden und Helmträger sogar mit einem Gratis-Skipass belohnt werden. In Schweden dürfen Kinder ohne Schutzhelm gar nicht erst im Skilift mitfahren.

Frankreich

Keine Helmpflicht und bedauerlicherweise auch nur eine geringe Bereitschaft zum Tragen eines solchen besteht in Frankreich. Doch seit Michael Schumachers Unfall in den französischen Alpen sind die Franzosen zunehmend für Skihelme sensibilisiert und der Verkauf steigt stetig. Auch der Extremsportler Xavier Cousseau versucht mit seiner Xspeed Ski Tour die französischen Wintersportler von der Wichtigkeit eines Helms zu überzeugen.

Tschechien

Auch in Tschechien gibt es keine Skihelmpflicht in den Skigebieten. Wer dort einen Helm ausleihen möchte, steht häufig sogar vor fragenden Gesichtern, denn es gibt kaum welche zum Leihen.

Slowakei

Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 15 Jahren sind in den Skigebieten der Slowakei zum Tagen eines Schutzhelms verpflichtet.

Kinder mit Skihelm auf der Piste
Kinder ohne Helm sind in alpinen Skigebieten so gut wie gar nicht mehr zu sehen.

Spanien und Andorra

Auf den spanischen Skipisten, ebenso wie auf den Pisten Andorras wird lediglich von den Skigebietsbetreibern selbst empfohlen, einen Helm zu tragen. Eine Helmpflicht gibt es nur für Freerider, die abseits der Piste unterwegs sind.

Slowenien und Kroatien

Auch in Slowenien und Kroatien ist das Tragen eines Skihelms für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren Pflicht. Die Einhaltung wird stichprobenartig kontrolliert und bei Missachtung erwarten die Wintersportler Geldstrafen in dreistelliger Höhe und auch ein möglicher Entzug des Skipasses.

Kanada und USA

In den USA und Kanada gehören Helme ebenfalls nicht zur Pflichtausstattung. Doch sie kommen mehr und mehr in Mode. Viele Nordamerikaner tragen gerne freiwillig einen Kopfschutz, auch wenn es nicht verpflichtend ist.

Weitere Hinweise zur Skihelmpflicht

Obwohl die Helmpflicht noch eine Seltenheit in den Skigebieten dieser Welt ist, ist es immer ratsam, seinen Kopf zu schützen. Im Falle eines Unfalls mit Kopfverletzungen können Versicherungen Schadensersatzanforderungen mindern oder gar ganz verweigern, wenn beim Sturz kein Helm getragen wurde. Mit dem Skihelm auf dem Kopf muss es aber erst gar nicht so weit kommen. Die neuen Skihelme verfügen unter anderem über eine besondere Sicherheits-Technologie. Die sogenannten MIPS- und 2nd Skin-Technologien vermindern die beim Sturz auf den Kopf einwirkenden Rotationskräfte und können sich dadurch der Stärke des Aufpralls anpassen. Also sei ein Vorbild und trage Helm!

Wichtig beim Kauf eines Skihelms

"Sitzt, wackelt und hat Luft", gilt bei der Wahl des passenden Kopfschutzes nur bedingt. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass man seinen Kopfumfang kennt. Wer sich nicht sicher ist, kann diesen einfach nachmessen. Einfach einen Zentimeter oberhalb der Augenbraue mit dem Maßband ansetzen, einmal um den Kopf legen und Größe ablesen. Bei der Passform geht es einmal um die Sicherheit, aber auch um einen guten Sitz. Wer mit der Anprobe beginnt, sollte sich von großen zu kleiner werdenden Skihelmen durchprobieren, bis der Passende gefunden ist. Auch ohne festgezurrten Kinnriemen sollte ein Schutzhelm fest am Kopf anliegen, also bei normalen Bewegungen, wie Kopfschütteln, nicht rutschen. In dem Moment, wo der Helm bei Kopfbewegungen nicht mehr auf den Haaren rutscht, sondern fest am Kopf sitzt, ist der passende Schutz für den Kopf gefunden.

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Morgens früh Schwünge auf fast leeren Pisten zu ziehen ist Miriams Highlight beim Skifahren, deswegen ist sie auch immer eine der Ersten an der Gondel. Am liebsten bei bestem Wetter und optimalen Pistenbedingungen. Nach dem Skifahren genießt sie Saunagänge und die kulinarischen Köstlichkeiten der Alpen.

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