29. Januar 2015 Von: Yvonne in 'Reisetipps'' | 0 Kommentare

Sturz beim Skifahren, Bild: DSV

Brauche ich wirklich eine Skiversicherung? Wenn Sie nur einmal pro Jahr für ein oder zwei Tage Skifahren, lautet die Antwort wahrscheinlich „Nein“. Eine Skiversicherung ist vor allem für Vielfahrer interessant, um Schäden abzudecken. Versichert werden können Diebstahl der Ausrüstung, Bergungskosten, Skiunfälle, Behandlung im Krankenhaus & Co. Außerdem können Reiserücktrittskosten-Versicherung, Rechtsschutz-, Haftpflicht- und eine Auslandskranken-Versicherung abgeschlossen werden. Snowplaza gibt Tipps zu den wichtigsten Versicherungen fürs Skifahren. Bereits gut versichert? Hier planen Sie Ihren Skiurlaub >>

Die wichtigsten Versicherungen zum Skifahren im Überblick

Die gute Nachricht ist, dass sich in den letzten 30 Jahren die jährlichen Skiunfälle halbiert haben. Dass die Zahl weniger geworden sind, liegt vor allem an der verbesserten Ausrüstung. Die schlechte Nachricht ist, dass gesetzliche Sozial- oder Krankenversicherung und auch die üblichen Haftpflicht-Versicherungen mögliche Schäden rund ums Skifahren höchstens teilweise beinhalten. Die meisten Versicherungsanbieter schließen Skifahren sogar als Risikosportart aus. Experten raten deshalb, zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung und eine Unfallpolice abzuschließen, die Skiunfälle abdeckt. Auch eine gesonderte Haftpflichtversicherung, eine Krankenzusatzversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung können sinnvoll sein, um im extremen Schadensfall abgesichert zu sein. Ein Rundum-Sorglos-Paket gibt es allerdings nicht. Wie hoch die Risiken beim Skifahren sind, zeigt diese Grafik >>

Informationsgrafik über das Verletzungsrisiko beim Skifahren von Toptarif.de


1. Skiversicherung für Unfälle

Eine Zusatz-Skiversicherung für Unfälle sorgt bei einem Skiunfall vor allem für eine bessere Behandlung vor Ort, beim Abtransport und im Krankenhaus. Sie greift beispielsweise bei Invalidität, kosmetischen Operationen, Bergungen und Todesfällen. Auch ein Krankenhaustagegeld und die Übernahme von Überführungskosten können enthalten sein. Achtung! Viele Zusatz-Skiversicherungen beinhalten Einschränkungen wie zum Beispiel bei den Bergungskosten (maximal 2.500 Euro beim ADAC, maximal 10.000 Euro beim DSV). Also auf die Details der Tarife achten.


2. Diebstahlversicherung

Immer wieder werden Skier während des Après-Skis im Talbereich oder sogar aus dem Skiraum in der Unterkunft gestohlen. Versichert werden eigene und gemietete Ski samt Bindung und Helm. Bei manchen (hochpreisigen) Paketen sind auch Stöcke und Zubehör mitversichert. Allerdings gibt es oft auch eine Selbstbeteiligung spätestens, wenn die Ski zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren gestohlen werden. Diese liegt zum Beispiel beim DSV bei 20 Prozent. Diebstahlversicherungen können aber auch vor Ort beim Skiverleih abgeschlossen werden.


3. Reiserücktrittskostenversicherung

Eine Reiserücktrittskostenversicherung ist ratsam, wenn der Zeitraum zwischen Buchung und Reiseantritt sehr groß ist. Es können mögliche Stornierungskosten für die Reise abgewendet werden, falls eine Reise unerwartet abgesagt werden muss. Bei Abbruch aufgrund eines Schadens, ist zu beachten, dass der Nachweis über den Abbruch der Reise sofort eingeholt werden muss. Da viele Hotel-Portale eine kostenlose Stornierung anbieten, und in der Regel der Skipass erst vor Ort gekauft wird, ist die Reiserücktrittskosten-Versicherung besonders bei Pauschalreisen, Flügen oder Reiseschnäppchen ohne Stornierungs-Möglichkeiten interessant.


4. Versicherung gegen Schäden an Ausrüstung

Eine Versicherung gegen Schäden an der Ausrüstung ist meist Bestandteil eines Gesamtpakets. Gemietete und selbst gekaufte Skier und Skihelme kann dabei gegen Brüche und Beschädigungen versichern lassen. Bei teureren Versicherungs-Paketen sind auch Stöcke und Zubehör versichert. Die Ausrüstung wird dabei gleichzeitig gegen Diebstahl versichert. Diese Versicherung ist vor allem für Vielfahrer interessant, die mit hochpreisigem Material in den Skigebieten unterwegs sind.


5. Rechtsschutz-Versicherung

Eine Rechtsschutz-Versicherung sichert vor allem die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen gegenüber Dritten. Hotelbesitzer, Liftbetreiber oder fahrlässig handelnde Skifahrer können ohne weitere Kosten angezeigt werden, wenn es einen Schadensersatzanspruch gibt. Außerdem kann die Versicherung bei der Verteidigung von Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingesetzt werden. Sogar eine Kautionsleistung von bis zu 25.000 Euro kann enthalten sein, wobei diese zurückgezahlt werden muss. Allerdings sollte zu Hause überprüft werden, ob man bereits eine Rechtschutz-Versicherung besitzt.


6. Auslandskranken-Versicherung

Zu den wichtigsten Versicherungen beim Skifahren gehört die Auslandskranken-Versicherung, die in jedem Fall vor der Reise abgeschlossen werden sollte. Beispiel: Herr Mustermann stürzt beim Skifahren ohne Handschuhe und zieht sich eine tiefe Schnittverletzung zu. Seine Wunde muss im Krankenhaus genäht werden. Die Kosten in Österreich liegen dafür bei über 300 Euro. Bei schweren Verletzungen würden weitere Kosten für die Rettung oder stationäre Behandlung hinzukommen. Im Vergleich dazu kostet die Auslandskrankenversicherung mit einem Jahresbeitrag von unter 15 Euro vergleichsweise wenig.


7. Bergungskosten

Für Freerider ist eine Abdeckung der Bergungskosten dringend zu empfehlen und lohnt sich selbst dann, wenn nur aller zehn Jahre ein durchschnittlicher Schaden auftritt – bei einem großen Schaden, wie zum Beispiel einer Hubschrauber-Bergung, sogar, wenn es einmal im Leben passiert. Denn eine Bergung kann über 10.000 Euro kosten, und die Kosten werden nicht von der Krankenversicherung übernommen. Wer übrigens Mitglied im Deutschen Alpen Verein ist, genießt bereits eine Deckungssumme von bis zu 25.000 Euro. Außerdem ist eine Unfallversicherung enthalten.

Helikopter-Rettung im Skigebiet. Bild: DSV

Anbieter von speziellen Skiversicherungen

Einer der bekanntesten Anbieter von Skiversicherungen ist der Deutsche Skiverband in Zusammenarbeit mit ARAG. Die Versicherung umfasst unter anderem Diebstahl und Schäden an der Ausrüstung, Bergungskosten, Krankenhaustagegeld, Transportkosten, Rechtsschutz und eine Haftpflicht. Man kann in der Regel zwischen Einzel-, Partner- und Familienversicherung wählen, wobei die Familienmitgliedschaft pro Person am preiswertesten ist. Der Einzelpreis liegt bei 39 Euro pro Jahr. Auch der ADAC bietet mit seinen Partnern ein ähnliches Paket für 27 Euro pro Jahr an. Eine Mitgliedschaft im DAV, die wichtige Versicherungsleistungen beinhaltet, kostet zwischen 45 und 90 Euro pro Jahr. Generell gilt es, genau hinzusehen und zu überprüfen, welche Versicherungen man bereits besitzt. Denn oft sind Zusatzversicherungen nur für Ski-Vielfahrer, Extremsportler oder welche mit sehr teurem Material interessant.

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Vor 20 Jahren begann mein Abenteuer in den Alpen. Damals saß ich zum ersten Mal auf dem Schlitten und bin als Kind die Pisten hinunter gebraust. Bald entdeckte ich, dass ich lieber gern zwei Bretter unter den Füßen hätte. Und so begann meine große Liebe für die wunderbare Welt der Berge, Schnee und Skifahren.

 
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