27. April 2018 Von: Marlene in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Jahr für Jahr nutzen die Skigebiete die Sommersaison, um die Region auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu zählt das Warten und Restaurieren von Liftanlagen. Aber auch neue Bahnen werden gebaut, neue Maschinen zur Präparierung der Pisten angeschafft, neue Pisten angelegt und die Schneeerzeugung wird immer flächendeckender. Eine ARD-Dokumentation befasst sich mit der Frage, ob es nicht irgendwann genug sei. Snowplaza berichtet über die Verfilmung, die einige Skigebiete als "Ballermann der Alpen" bezeichnet und geht auf die unterschiedlichen Standpunkte von Naturschützern und Skigebietsbetreibern ein.

Wie viel Wintersport-Tourismus verträgt der Berg?

Die Dokumentation startet mit Aufnahmen aus Ischgl. Die jetzige Tourismusmetropole war einst ein armes Bergbauerndorf. Die erste Seilbahn war nur der Grundstein. Heute gibt es mehr als nur Bergbahnen. Tunnelsysteme mit Förderbändern führen durch den Ort. Die Pisten sind bis zum letzten Hügel präpariert. Da ist es manchmal kaum noch vorstellbar, wie Ischgl noch vor einigen Jahren aussah. Naturschützer wie Reinhold Messner sehen darin ein Problem, wie die ARD-Dokumentation zeigt.

Das sagen die Skigebietsbetreiber

Die Skiurlauber erwarteten jedes Jahr eine neue Attraktion, sagen die Verantwortlichen in Ischgl. Deshalb gebe es immer noch Steigerungen. Neue Lifte werden geplant. Der Eventkalender muss gut gefüllt sein. Keiner der Gäste wolle freie, unwegsame Natur, äußert sich Ischgler Hotelbesitzer Günther Aloys, der schon die eine oder andere spektakuläre Idee für Ischgl hatte. Alles müsse deshalb so komfortabel und modern wie möglich sein.

Das sagen die Naturschützer

Extrembergsteiger Reinhold Messner sieht eine große Kluft zwischen Alpinismus und Tourismus. Normalerweise brauche es Anstrengung, um einen Berg zu erklimmen. Dabei fühle man sich als Bergsteiger im Verhältnis zu dem Gipfel, den es zu bezwingen gilt, sehr klein. Beim Pistenskifahren sei das anders. Die Anstrengung fehle. Deshalb sei der Wintertourismus viel oberflächlicher. Passend dazu äußert sich ein Naturschützer zur "Gigantonomie" in Skigebieten wie Sölden. Es gebe nichts Ursprüngliches mehr. Stattdessen gehe es nur noch ums Geld verdienen.

Gratwanderung zwischen Angebot und Natur

Die Spirale aus immer mehr Angebot, das von den Gästen gewünscht wird, lässt sich in vielen Regionen nicht mehr zurückdrehen, heißt es in der Dokumentation. Doch daneben sei noch ein anderer Trend zu beobachten. Es gebe auch die Bergsteigerdörfer, die sich ganz der Natur verschreiben und bewusst im Einklang mit dem Berg leben. Gerade weil es in diesen Orten oft ruhig und ursprünglich ist, sind sie ein beliebter Anlaufpunkt für Winter- und Sommerurlauber, die sich nach Entspannung sehnen. Alpinist Reinhold Messner bekommt das Schlusswort. Er wünsche sich wieder mehr Ursprünglichkeit und Rückbesinnung zu den Wurzeln in den Alpen.

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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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