4. Februar 2018 Von: Janine in 'Reiseberichte'' | 0 Kommentare

Zum Skifahren nach Norwegen, das kam Snowplaza Reporterin Janine nicht wirklich in den Sinn. Für sie bedeutet Norwegen rote Fischerhäuschen, zerklüftete Felsmassive, stürmisch salzige Luft, endlose Seen und dicke Wollpullis. Eben eine einsame, wilde und weite Natur, die ideal geeignet ist, um im Sommer zu wandern und unterm Sternenhimmel zu campen. Doch dann postet eine Freundin Fotos aus Nordnorwegen mit Schlittenhunden, Nordlichtern, weiß- strahlenden Landschaften aus Schnee und Eis sowie menschenleeren Skipisten über endlos weiten Fjorden. Es ist Januar und Janine bucht spontan.

Skiurlaub mit Fjordblick und Nordlichtern

Als ich die Fotos der Skipisten auf den verschneiten Bergen mit Blick auf die Fjorde sehe, ist mir sofort klar: da will ich stehen, diese Aussicht einatmen und dann mit einem lautem Yeeehaaa! über die Piste auf den Fjord zu brettern. Da ich bei meiner dreiwöchigen Rucksackreise erst meine Freundin bei den Schlittenhunden besuchen möchte und am Ende das Ice Music Festival in der Nähe von Oslo, plane ich meinen Trip von Norden nach Süden. Mein erster Ski-Stopp ist Narvik, eine kleine Hafenstadt nördlich des Polarkreises mit Skipiste und Gondel quasi direkt in der Stadt. Von meinem Hostel in Narvik laufe ich gerade mal 15 Minuten gemütlich bergauf zur Liftstation Narvikfjellet, was soviel bedeutet wie "das Gebirge von Narvik".

Mit der Pistenraupe durch das Gebirge von Narvik

Ausgerechnet heute sind die Skilifte geschlossen. Sturm und Schneefall, aber wie! Ich bin etwas enttäuscht, hatte mich so sehr auf den Fjordblick und die Piste gefreut! Doch Rettung naht, denn Iselin und Jonas von der Skistation nehmen mich in der Pistenraupe mit hoch auf den Berg, die Pisten müssten sowieso gecheckt werden, meinen sie. Und so ein Wetter ändert sich hier auch mal schnell, sagen beide. Auf dem Weg nach oben sehe ich im Rückspiegel zum ersten Mal den Fjord. Angekommen an der Bergstation endet auch meine Pistenraupenfahrt. Ich steige aus und werde erstmal vom Schnee verweht. Doch Iselin begleitet mich, denn sie will jetzt auch unbedingt sicher stellen, dass ich den Ausblick sehe - und vor allem wieder den Weg runter finde ins Tal finde.

Der Blick über den Fjord ist atemberaubend

Obwohl das Wetter wirklich stürmisch ist, kommen tatsächlich immer wieder ein paar einheimische Skifahrer an uns vorbei. Off piste ist hier mit so viel Natur der Knaller und Skitouren gehen gerade ganz groß im Kommen in Norwegen, erzählt Iselin. Das geht eben auch an Tagen, wo die Lifte aus sind. Nach ein paar hundert Metern bleibt sie stehen: "Guck!" Ich war eingemummelt mit gesenktem Kopf durch den Schnee gestapft und hätte es fast verpasst. Links von uns reißt der Himmel auf. Und mir bleibt die Luft weg. Der Fjord!

Fjord, Wasser, Himmel, Schnee, Schiffe ...

Ab jetzt gucke ich fast nur noch durch die Linse meiner Kamera und dem Handy im Wechsel, obwohl mir bei deutlichen Minusgraden mir immer wieder Finger und Akkus einfrieren. Aber ich kann nicht aufhören zu fotografieren. So viel gilt es festzuhalten vom Fjord, Wasser, Himmel, Schnee, Schiffe und bis hin zu den Lichtern der Stadt. Iselin lacht, denn sie kennt das alles immerhin auch bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel oder, mir bleibt fast die Sprache weg, wenn dabei noch die Nordlichter über einem tanzen! Das alles gibt es hier in Narvik oft zum Skifahren gratis dazu, wenn auch nicht Heute. Ich bin trotzdem vollkommen begeistert.

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Oft liegt Schnee bis Juni

Zurück an der Talstation, hat sich das Wetter soweit beruhigt, dass ein Lift aufmachen kann. Inzwischen ist es auch schon dunkel, das geht im Winter und nördlich des Polarkreises schnell, deshalb gibt es hier auch überall Flutlichtanlagen zum Nachtskifahren. Ich leihe mir die Ausrüstung, denn ein paar Schwünge müssen sein, und zumindest ein leises "Yeeeah". Schließlich will ich die paar einheimischen Flutlichtfahrer nicht erschrecken. Der Schnee ist toll und auch der Blick auf die Lichter der Stadt. "Oft liegt bei uns Schnee bis Juni", erzählt mir Harald, der Manager von Narvikfjellet. "Und dann geht die Sonne hier fast gar nicht mehr unter." Also schreibe ich "Narvik: wiederkommen" auf meine Reiseliste.

Nachtskifahren in Norwegen

Panoramablick über das Skigebiet von Narvik

Praktische Infos zum Fagernesfjellet bei Narvik

Das Skigebiet Fagernesfjellet bei Narvik liegt nördlich des Polarkreises in den Ofoten (Norwegen, Nordland). Der höchste von insgesamt sechs Liften bringt Skifahrer und Snowboarder rauf auf gute 1.000 Meter. Es gibt 15 Abfahrten für alle Könnerstufen und neun präparierte Pisten. Die längste Abfahrt ist rund fünf Kilometer lang und führt fast bis ganz runter in die Stadt. Ein Restaurant mit Panoramaterrasse und einem einmaligen Ausblick liegt auf etwa 625 Metern Höhe über dem Fjord. Ich bin im Januar in Norwegen, also zur Nebensaison. Die Hauptsaison geht etwa von Ende Februar bis Mai/ Juni. Der Gondelbetrieb hinauf zur spektakulären Aussicht startet Mitte Februar. Unter der Woche öffnen sie in der Nebensaison sowieso erst nachmittags.

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Hallo Schneehasen, ich bin Janine. Als Snowboarderin freue mich total, dass ich bei Snowplaza zum Redaktionsteam gestoßen bin und Euch den Winter, Schneespaß und die tollsten Skigebiete schmackhaft schreiben kann.

 
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