23. Juli 2020 Von: Katharina in Snowboardtechnik

„Ein Snowboard ist ein Wintersportgerät in Form eines Brettes, um damit auf Schnee zu fahren.“ Soweit die Definition. Doch Snowboard fahren ist viel mehr: Es steht für Freiheit und das Ausleben des eigenen Ichs auf der Piste, im Park oder im Tiefschnee. Eine faszinierende Sportart, die nicht schwer zu erlernen ist. Am einfachsten und schnellsten geht das unter der fachkundigen Anleitung eines Snowboardlehrers. Für einen ersten Einblick und überzeugte Autodidakten hat Snowplaza einen kleinen Crashkurs mit Übungen, Videos und Insider-Tipps zusammengestellt und zeigt, welche Ausrüstung für das erste Mal auf dem Snowboard sinnvoll ist.

Tipps & Übungen zum Snowboarden lernen

Der Grundstein für das Snowboarden liegt im Surfen. Zwei begeisterte Wellenreiter, Tom Sims und Jake Burton Carpenter, experimentierten bereits 1963 mit alten Türen und Holzbrettern, auf welchen sie einfache Laschen montierten. Ihr Ziel: Das Surf-Feeling auf den Schnee zu übertragen. Als Ur-Snowboard gilt das 1963 gebaute „Skiboard“. 1965 kreierte Sherman Poppen seinen „Snurfer“, das erste vermarktete Snowboard. Es verkaufte sich zwischen 1966 und 1976 rund eine Million Mal. Bis heute haben sich Ausrüstung und Technik kontinuierlich weiterentwickelt und das Snowboarden erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Auch wenn die Sportart vergleichsweise einfach zu erlernen ist, braucht es dennoch viel Übung und Durchhaltevermögen bis der Rausch der Geschwindigkeit Glückshormone freisetzt. Top 10 Skigebiete für Anfänger ansehen >

1. Die richtige Ausrüstung ist das A und O

Wichtigste Frage zunächst: Regular oder Goofy? Fährst du mit dem rechten (Goofy) oder dem linken Bein (Regular) vorne? Beim Snowboarden steht das starke Bein vorne, denn die Richtungsänderung wird zumindest am Anfang vom vorderen Bein induziert. Stell dir vor, du ziehst eine Hose an. Welchen Fuß steckst du zuerst hinein? Zu 99 Prozent ist das der Fuß, der vorne an das Board montiert wird. Für den Anfang tut es auf alle Fälle ein Leihbrett. Gute Snowboardhandschuhe halten die Hände warm, trocken und schützen die Handgelenke beim Stürzen. Ein gut sitzender Helm ist ein Must-have. Nützlich ist auch eine Protektorhose, die unter der Snowboardhose getragen, das Steißbein schützt. Und auch beim Kauf der Snowboard-Hose sollte nicht gespart werden. Absolute Wasserdichte ist bei Einsteigern ein Muss, denn der Po landet häufig im Schnee.

2. Aller Anfang ist schwer – Rollern in der Ebene

Den vorderen Fuß in die Bindung schnallen und  – wie beim Skateboard fahren – leicht anschubsen. Der Blick ist dabei immer in Fahrrichtung, nicht auf das Board, gerichtet. Diese Fortbewegungsart ist immens wichtig – beim Befahren von Ziehwegen, beim Anstehen am Lift sowie beim Ein- und Aussteigen. Wenn du genügend Schwung hast, kannst du das hintere Bein auf das Anti-Rutsch-Pad stellen. Vorsicht: Beim Einsteigen in die Bindung bzw. beim Aussteigen immer gut auf das Snowboard achten. Und bei Pausen immer aufpassen, dass das Brett auf der Bindung im Schnee liegt. Nichts ist ärgerlicher als seinem Board zu Fuß hinterher rennen zu müssen.

3. Backside und Frontside rutschen und bremsen

Nun geht es ein paar Meter einen flachen Hügel bergauf. Mit beiden Füßen in die Bindung steigen und mittig, locker in die Knie gehen. Versuche backside, das heißt mit dem Rücken zum Hang, die Piste nach unten zu rutschen. Wird die Backside-Kante entlastet, geht es voran. Zum Stehen kommt man, wenn man in die Knie geht, das Gewicht auf die Backside-Kante verlagert und Druck darauf gibt. Hierfür die Zehen im Schuh nach oben richten. Wenn das gut funktioniert ist frontside an der Reihe, also mit Blick zum Berg. Auch hier rutscht man indem Belastung von der Frontside-Kante genommen wird. Um zu bremsen, Gewicht auf die Frontside-Kante geben und die vordere Kante bzw. die Zehenspitzen leicht in den Schnee drücken. Wenn das sitzt, ist es Zeit für „The falling leaf“. Im Zickzack lassen sich so flache Pisten sicher herunterrutschen.

4. Es geht voran – Kurven fahren

Jetzt steht die erste Königdisziplin an: Das Kurven fahren. Eine Drehung von der Backside-Kante auf die Frontside-Kante nennt sich Frontsideturn. Man leitet die Drehung ein indem man in der Schrägfahrt das Gewicht auf den vorderen Fuß verlagert und in die Knie geht. Der Oberkörper führt die Bewegung an. Erst dreht er sich, anschließend folgt das Brett. Auch nach der Kurve in dieser Haltung bleiben. Wenn das gut klappt folgt der Backsideturn. Auch hier löst stets der Oberkörper die Drehung aus. Ausgestreckte Arme helfen dabei die Balance nicht zu verlieren. Das klappt natürlich nicht sofort. Aber Übung macht den Meister.

5. Lift fahren – für alle Snowboarder eine echte Herausforderung

Ob Teller- oder Schlepp- oder Sessellift – das Liften versetzt Neu-Boarder zunächst in Angst und Schrecken. Doch mit der richtigen Technik ist es halb so wild. Der Sessellift sollte kein großes Problem darstellen, wenn das Rollern – wie oben beschrieben – gut geübt wurde. Etwas schwieriger gestaltet sich das Schlepplift fahren für Snowboarder. Zunächst den hinteren Fuß abschnallen und zum Einstieg rollern. Das Brett in Fahrtrichtung gedreht stellst du den hinteren Fuß auf das Anti-Rutsch-Pad und bleibst locker und mittig auf dem Board stehen. Wichtig: Niemals hinsetzen! Am Ausstieg immer schnell aus der Bahn gehen – der nächste Wintersportler kommt. Aller Anfang ist schwer und bestimmt wirst du das eine oder andere Mal aus dem Lift fallen. Aber auch hier gilt: Üben, üben, üben!

Die besten Skigebiete für Snowboarder

Tiefschnee, Piste oder Funpark – die Skigebiete in den Alpen bieten mit ihren Snowparks für jeden Snowboard-Typen das richtige Terrain. Besonders zu empfehlen: Ischgl in Tirol. Das „Boarders Paradise” an der Idalp ist ein Traum für alle Snowboard-Fanatiker. Ebenfalls angesagt: Der Snowpark Sölden am Giggijoch. Der Funpark bietet verschiedene Hindernisse, Kicker und Jumps. Aber auch Kaprun, Flachauwinkl, Mayrhofen, Kitzbühel, Flims-Laax und die Gletscher-Skigebiete in Tirol sind beliebte Treffpunkte der Boarderszene.

Servus! Mein Name ist Katharina. Die Liebe zum Schnee wurde mir bereits in die Wiege gelegt. Als Tochter zweier skibegeisterter Eltern, stand ich im zarten Alter von zwei Jahren das erste Mal auf Ski. Zu Hause bin ich seit jeher in München. Das Beste an meiner Heimatstadt: Die Nähe zu den Bergen!