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Wintersportler aufgepasst: Kameras verteilen Bußgelder auf Umfahrungsstrecken

Boete

Bußgeldalarm - Wer in diesem Winter mit dem Auto in Richtung Schweiz unterwegs ist, sollte besonders aufpassen, wenn er an Birsfelden bei Basel vorbeifährt. In dieser Gemeinde steht seit Kurzem ein automatisches Kamerasystem, das FahrerInnen erfasst, die weniger als 15 Minuten im Ort bleiben. In diesem Fall kann dich eine Umfahrung schnell mal ein Bußgeld von 100 CHF – etwa 108 Euro – kosten.

Neues System gegen Schleichverkehr

Umfahrungsstrecken sorgen bei den AnwohnerInnen regelmäßig für Ärger. Deshalb gelten in Österreich während der Hochsaison in Tirol und Vorarlberg Fahrverbote auf ausgewählten Umfahrungsstrecken (Schleichwegen). Seit dem 1. September 2025 gibt es auch in der Schweizer Gemeinde Birsfelden Maßnahmen gegen Durchgangsverkehr. An verschiedenen Stellen im Ort stehen spezielle Kameras, die alle Kennzeichen erfassen, die in das Dorf einfahren. Wer innerhalb von 15 Minuten das Dorf wieder verlässt, wird automatisch als Regelbrecher registriert. Das Bußgeld wird per Post verschickt – auch an ausländische FahrerInnen.

Das System soll den Schleichverkehr eindämmen, der in den letzten Jahren durch den Ausbau der A2 Richtung Deutschland stark zugenommen hat. Ausgenommen sind AnwohnerInnen von Birsfelden und dem angrenzenden Freuler-Distrikt in Muttenz, sowie Taxis und Rettungsdienste.

Schleichroute zwischen Basel und dem Rhein

Birsfelden liegt zwischen Basel und dem Rhein und ist eine beliebte Abkürzung für Verkehr aus Deutschland, der die Staus auf der A3 umgehen will. Vor allem während der Hochsaison – im Sommer wie im Winter – nutzten viele AutofahrerInnen die Dorfstraßen als Abkürzung in Richtung Engelberg, Andermatt oder Davos. Laut Gemeinde führte dies zu unnötigem Verkehrsaufkommen, Lärm und Gefahr für die AnwohnerInnen. Mit der Einführung des Kamerasystems hofft die Verwaltung, dass der Verkehr wieder über die Autobahn geleitet wird.

Explosion der Bußgelder

Bereits jetzt wurden viele Bußgelder verteilt. Erwartet wurden etwa 15 Verstöße pro Tag – tatsächlich sind es inzwischen über 1.000 Bußgelder pro Tag. Damit hat Birsfelden in kurzer Zeit mehr als 1,5 Millionen CHF (ca. 1,7 Millionen Euro) eingenommen.

Das hohe Bußgeldaufkommen bedeutet allerdings auch mehr Arbeit: Die Gemeinde musste zusätzliches Personal einstellen, um alle Strafzettel zu bearbeiten.

Navigationssysteme schicken teilweise in die falsche Richtung

Warum gibt es täglich so viele Verstöße? Ein Grund könnte sein, dass nicht alle Navigationssysteme auf dem neuesten Stand sind. Die Gemeinde hat Google und TomTom gebeten, die Karten anzupassen, dies ist jedoch noch nicht überall geschehen. So fahren FahrerInnen unbewusst in die verbotene Zone und erhalten ein Bußgeld.

Was bedeutet das für WintersportlerInnen?

Für dich heißt das: Route genau prüfen, bevor du in die Schweiz einfährst, und Innenstraßen rund um Basel meiden. Die Autobahn A2 ist die sicherste und schnellste Verbindung zu den Alpen.

Tipps:

  • 🚫 Birsfelden (Basel) als Durchfahrtsroute vermeiden
  • ⏱️ Mindestens 15 Minuten im Ort bleiben, falls du durchfährst
  • 🗺️ Navigationssystem prüfen – aktuelle Karten verwenden
  • 💸 Bußgeld: 100 CHF (~107 €) bei zu kurzem Aufenthalt
3235 - Winter - Bettina

Über Bettina

Bettina ist seit 2021 Webredakteurin und fährt gerne die redaktionellen Hänge des Spalder Skiuniversums ab. Sie liebt das Freeriden und hat daher immer ein Auge auf die aktuelle Schneesituation und versorgt euch mit aktuellen (Neu-)schneeberichten. Neugierig macht sie das Verhalten von Touristen in Skigebieten und generell alle Skinews auf der ganzen Welt, die sie euch gerne frisch serviert.