Das französische Skigebiet Lac Blanc in den Vogesen wird den alpinen Skibetrieb ab der Wintersaison 2026/2027 endgültig einstellen. Die Skilifte werden künftig nicht mehr in Betrieb genommen. Damit verschwindet erneut ein Skigebiet aus dem französischen Mittelgebirge, wo milde Winter und eine immer unsicherere Schneelage das klassische Wintersportmodell zunehmend unter Druck setzen.
Kurz zusammengefasst
- Lac Blanc beendet den alpinen Skibetrieb ab der Wintersaison 2026/2027.
- Die Skilifte werden künftig nicht mehr betrieben.
- Das Skigebiet liegt auf einer Höhe zwischen etwa 900 und 1.200 Metern.
- Weniger Naturschnee und immer unberechenbarere Winter machen den Betrieb wirtschaftlich schwierig.
- Lac Blanc möchte sich künftig als Ganzjahresurlaubsdestination weiterentwickeln.
Bekanntes Skigebiet in den Vogesen verabschiedet sich vom alpinen Skisport
Lac Blanc war jahrzehntelang eines der bekanntesten Wintersportgebiete der Vogesen. Das Skigebiet entstand 1970 und zog vor allem SkiurlauberInnen aus dem Elsass, Lothringen, Deutschland und Luxemburg an. Für viele WintersportlerInnen war Lac Blanc ein beliebtes Ziel für einen Tagesausflug oder einen kurzen Skiurlaub.
Die Höhenlage zwischen rund 900 und 1.200 Metern machte das Skigebiet jedoch schon immer anfällig für milde Winter. Dank moderner Beschneiungsanlagen konnte der Betrieb lange aufrechterhalten werden. Nun endet das alpine Wintersportangebot endgültig. Ab der Wintersaison 2026/2027 bleiben die Skilifte geschlossen.
Entscheidung einstimmig getroffen
Die Entscheidung wurde von der öffentlichen Betreibergesellschaft des Skigebiets getroffen. Die aktuelle Konzession läuft aus, und für den anschließenden Zeitraum konnte kein neuer Betreiber gefunden werden, der das Skigebiet weiterführen möchte. Auch ein Eigenbetrieb erwies sich nach Angaben der Verantwortlichen als wirtschaftlich nicht tragfähig. Die Kosten für Wartung, Investitionen und technische Beschneiung sind hoch, während die Zahl der Skitage mit ausreichender Schneelage immer weiter sinkt.
Umstritten ist, dass erst im Jahr 2025 Fördermittel in Höhe von 788.000 Euro für die Modernisierung der Beschneiungsanlagen bewilligt wurden. Schon damals sorgte diese Investition wegen der Diskussionen rund um Klimawandel und Wasserverbrauch für Kritik. Mit der Entscheidung, den alpinen Skibetrieb einzustellen, erhält diese Investition nun eine zusätzliche Brisanz.
Weniger Schnee macht Wintersport immer schwieriger
Die Schließung wird ausdrücklich mit den Folgen des Klimawandels begründet. Die Betreiber verweisen auf sinkende Naturschneemengen, immer weniger Tage mit ausreichender Schneedecke sowie Winter, die zunehmend schwer vorhersehbar sind. Nach Angaben der Hydrologie-Professorin Carmen de Jong von der Universität Straßburg hat die Schneemenge in den Vogesen innerhalb der vergangenen 30 Jahre um rund 50 Prozent abgenommen. Auch Kunstschnee ist keine einfache Lösung. Für eine effiziente Beschneiung sind ausreichend kalte Nächte und genügend Wasser notwendig, doch genau diese Voraussetzungen werden immer seltener erfüllt.
Aktueller Betreiber sieht weiterhin Chancen
Nicht alle Beteiligten halten das Aus des alpinen Skisports für alternativlos. Der derzeitige Betreiber Lac Blanc Tonique erkennt zwar die Auswirkungen des Klimawandels an, ist jedoch überzeugt, dass alpines Skifahren mittelfristig weiterhin möglich wäre.
Dabei verweist das Unternehmen auf eine ClimSnow-Studie, die speziell für Lac Blanc erstellt wurde. Aus Sicht des Betreibers ist die Entscheidung auch deshalb überraschend, weil bis vor Kurzem noch aktiv nach einem neuen Konzessionär gesucht wurde. Seiner Meinung nach gäbe es weiterhin Möglichkeiten, alternative Lösungen für den Skibetrieb zu finden.
Lac Blanc setzt künftig auf alle vier Jahreszeiten
Ganz verschwinden wird Lac Blanc als Reiseziel dennoch nicht. Bereits seit Jahren baut die Region ihr Angebot außerhalb der Wintersaison kontinuierlich aus. Seit 2007 verfügt die französiche Ferienregion über einen Bikepark. Zudem gewinnen Wandern, Outdoor-Aktivitäten und weitere Freizeitangebote in den Bergen zunehmend an Bedeutung.
Dabei hat Lac Blanc gegenüber vielen anderen französischen Skigebieten bereits einen Vorsprung: Rund 50 % der Liftumsätze sind inzwischen für Aktivitäten außerhalb der Wintersaison ausgerichtet. Im französischen Durchschnitt liegt dieser Anteil lediglich bei etwa 5 %.
In den kommenden Monaten soll eine neue Strategie für die touristische Entwicklung erarbeitet werden. Der Fokus liegt dabei auf Freizeitangeboten und Investitionen, die weniger stark von Schnee abhängig sind. Ziel ist es, Lac Blanc langfristig als attraktives Reiseziel zu erhalten, dann allerdings mit einem Konzept, das besser zu den sich verändernden Wintern passt.
Erneuter Rückschlag für den Wintersport in den Vogesen
Lac Blanc ist nicht das erste Skigebiet in den Vogesen, das den alpinen Skibetrieb aufgibt. Bereits zuvor stellten auch Tanet und Le Gaschney den Skibetrieb ein. Vor allem kleinere und tiefer gelegene Skigebiete geraten zunehmend unter Druck. Milde Winter, hohe Fixkosten und die Konkurrenz der großen Skigebiete in den Alpen erschweren den wirtschaftlichen Betrieb erheblich.
Für die gesamte Region bedeutet das Ende des alpinen Skisports in Lac Blanc einen schweren Einschnitt. Betroffen sind nicht nur WintersportlerInnen, sondern auch zahlreiche Unternehmen, die von Wintergästen leben. Skiverleihe, Restaurants, Hotels und Geschäfte verlieren einen wichtigen Teil ihrer Kundschaft.
Ab der kommenden Wintersaison 2026/2027 werden in Lac Blanc keine alpinen Skilifte mehr in Betrieb sein. Für viele SkiurlauberInnen, die dort ihre ersten Schwünge im Schnee gemacht oder regelmäßig einen Skitag verbracht haben, ist das ein schmerzlicher Abschied.