In Frankreich schließen sich Skigebiete zusammen, um kleinere Skiorte zukunftsfähig zu machen. Statt miteinander zu konkurrieren, entscheiden sich große und kleine Gebiete immer häufiger für eine Zusammenarbeit. Das Ziel: verhindern, dass kleine Skigebiete verschwinden und damit ein wichtiger Teil des Wintersporttourismus verloren geht.
Kurz zusammengefasst
- Frankreich startet die Zusammenarbeit zwischen großen und kleinen Skigebieten.
- Etwa vierzig Kooperationen wurden bereits aufgebaut.
- Der Schwerpunkt liegt auf Wissensaustausch, Technik und Kosteneinsparungen.
- Kleine Gebiete bleiben entscheidend für den Zustrom neuer SkifahrerInnen.
Warum gerade kleine Skigebiete Unterstützung brauchen
Vor allem tiefer gelegene und klein strukturierte Skigebiete haben es schwer. Wechselhafte Wetterbedingungen im Winter, höhere Kosten und begrenzte Budgets machen es schwierig, weiter zu investieren. Dennoch sind diese Gebiete unverzichtbar. In ihnen machen viele WintersportlerInnen ihre ersten Erfahrungen auf Skiern und Snowboard. Ohne diese „Einsteigergebiete“ wird das Skifahren auf lange Sicht weniger zugänglich, und der Sport verlagert sich zunehmend in die größeren und teureren Skiregionen.
Zusammenarbeit statt Konkurrenz
Der französische Branchenverband Domaines Skiables de France (DSF) setzt deshalb auf ein neues Kooperationsmodell. Große Skigebiete fungieren als Mentoren und unterstützen kleinere Gebiete aktiv. Das geschieht nicht nur auf dem Papier. Teams größerer Skiregionen helfen zum Beispiel bei Marketing, Strategie und der Entwicklung von Aktivitäten außerhalb der Wintersaison. Dadurch sollen kleinere Destinationen weniger von Schnee allein abhängig werden.
Praktische Hilfe direkt vor Ort
Die Zusammenarbeit geht über Beratung hinaus. Auch technisch wird Unterstützung geboten. Dazu zählen Hilfe bei der Wartung von Liften, die Behebung von Störungen oder das Teilen von Ersatzteilen und Fachwissen. Für kleine Skigebiete kann eine technische Störung tatsächlich unmittelbar große finanzielle Folgen haben. Durch die Zusammenarbeit werden diese Risiken kleiner.
Klüger mit Schnee und Energie umgehen
Ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit ist effizienteres Arbeiten. Große Skigebiete verfügen oft über fortschrittliche Systeme für Schneesicherheit und Energiemanagement. Dieses Wissen wird nun weitergegeben. Das hilft kleineren Gebieten, Kosten zu senken und besser mit begrenzten Ressourcen wie Wasser und Energie umzugehen. Gleichzeitig spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle, etwa beim Naturmanagement und bei der Verringerung der Auswirkungen auf die Umwelt.
Inzwischen wurden bereits Dutzende Verbindungen zwischen Skigebieten geschaffen. So arbeiten Gebiete rund um Grenoble zusammen, und es gibt auch Verbindungen zwischen Skigebieten in den Pyrenäen und dem Zentralmassiv. Dabei handelt es sich oft um Skiorte, die sich geografisch oder in Bezug auf ihre Zielgruppe ergänzen.
Finanzielle Unterstützung bleibt wichtig
Neben dieser Zusammenarbeit gibt es in Frankreich schon länger ein finanzielles Sicherheitsnetz. Über einen gemeinsamen Fonds werden Skigebiete unterstützt, die aufgrund von Schneemangel eine schlechte Saison verzeichnen. Dieses System sorgt dafür, dass gefährdete Skigebiete weiter investieren können, ohne nach einem schlechten Winter sofort in Schwierigkeiten zu geraten.