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Grasski fahren

Lust auf Skifahren, aber weit und breit keine einzige Schneeflocke in Sicht? Im Zuge des Klimawandels erleben SkifahrerInnen und SnowboarderInnen vorrangig in tiefer gelegenen Skigebieten im Mittelgebirge nicht selten die Enttäuschung, am Urlaubsort anzukommen und dort grüne Wiesen vorzufinden. Da ist Grasski doch eine echte Option! Denn auch im Frühling, Sommer und Herbst sausen die Anhänger dieser Sportart auf Skiern die Hänge über grüne Wiesen hinunter – zwar ohne Schnee, aber dafür mit richtig Tempo. Snowplaza erklärt, was Grasski eigentlich ist, wie es funktioniert, und was es beim Skifahren auf Gras in Sachen Skitechnik und Ausrüstung zu beachten gibt.

Kurz zusammengefasst

  • Skifahren ohne Schnee? Grasski macht es möglich: Statt auf Schnee geht es auf speziellen Skiern mit Rollenketten über grüne Wiesen. Das ist ideal zum Training im Frühling, Sommer und Herbst.
  • Ähnliche Technik, andere Herausforderungen: Die Bewegungen ähneln dem alpinen Skifahren, allerdings ist der Untergrund deutlich unebener. Bremsen per Schneepflug ist nicht möglich und Stürze sind meist schmerzhafter als im Schnee.
  • Grasski ist ein Nischensport: Besonders in Nordrhein-Westfalen gibt es mehrere Vereine und Trainingsmöglichkeiten. Auch in Österreich und der Schweiz kann man Grasski auf ausgewählten Pisten ausprobieren.

Die wichtigsten Informationen zum Skifahren auf Gras

Grasski entstand in den 1960er Jahren in Deutschland, um SkifahrerInnen die Möglichkeit zu geben, auch in schneefreien Jahreszeiten zu trainieren. So richtig konnte sich die Trainingsmethode aber nicht durchsetzen, stattdessen spezialisierten sich FahrerInnen auf Grasski und bald fanden erste nationale und internationale Wettkämpfe statt. Beim Grasski gibt es die Disziplinen (Riesen-)Slalom, Super-G und Super-Kombination. Eine FIS Grasski WM wird alle zwei Jahre ausgetragen und fand zuletzt 2021 in Stitna nad Vlar (CZE) statt. Die Bewegungen sind dem alpinen Skilauf sehr ähnlich, doch die Umgewöhnung auf Grasski kann trotzdem schwerfallen, da die Skier weniger gleiten als auf Schnee und der Untergrund wesentlich holpriger ist.

Unterschiede zwischen Grasski und alpinem Skifahren

Erwartet SkifahrerInnen und SnowboarderInnen im Winter eine wunderschöne und meist noch unberührte, glatte, weiße Fläche, ergeht es GrasskifahrerInnen anders. Anstatt sanft dahinzugleiten, wird der Körper bei jedem Schlagloch und jeder Bodenwelle heftig durchgeschüttelt. Auch ein Sturz ist beim Grasski ungleich schmerzhafter als auf Schnee, wo man nach dem Fall vielleicht noch ein paar Meter weiter rutscht. Beim Grasski jedoch kann ein Sturz schon mal auf einem Stein enden und der Sportler erleidet Schürf- oder Platzwunden. Weitere Unterschiede liegen in der Skitechnik, da man im Sommer keinen Schneepflug fahren und auch nicht abrupt bremsen kann. Die Grasski rollen stattdessen aus.

Grasski fahren

Ausrüstung der SkifahrerInnen beim Grasski

Grasski bestehen aus einer Laufschiene, die mit Rollelementen kombiniert ist, ähnlich wie bei einem Panzer. GrasskifahrerInnen rollen also die Hänge hinunter. Da die Laufschiene leicht mit Gras und Erde verschmutzt, haben die SportlerInnen beim Grasski immer eine Flasche Spülmittel für die Reinigung dabei. Die maximale Höhe eines Grasskis beträgt zwölf Zentimeter und die maximale Länge knapp einen Meter. Wie beim alpinen Skilauf sind die SkifahrerInnen mit Rückenprotektoren und Skihelmen ausgestattet, Skistöcke gehören ebenfalls zur Skiausrüstung. Zwar tragen GrasskifahrerInnen die gleichen Skischuhe wie Skifahrer im Winter, doch der Grasski besitzt keine Sicherheitsbindung, die in Ernstfällen auslöst. Der Grasski bleibt also auch bei Stürzen am Fuß.

Wo wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz Grasski gefahren?

Deutschlands Grasski Hochburg liegt in Nordrhein-Westfalen. In Burbach und im nahe gelegenen Altenseelbach wird Grasski im Verein betrieben. Die Piste in Burbach ist etwa 600 Meter lang, denn durch die hohen Temperaturen und den unebenen Untergrund ist die Abfahrt anstrengend genug. Niederösterreicher können in Schwarzenbach bei Wiesenfeld ihre Fähigkeiten beim Grasski verbessern, im Burgenland in Bad Tatzmannsdorf/Rettenbach. In der Steiermark fährt man Grasski in Gaal/Knittelfeld und auch in Kaprun können GrasskifahrerInnen trainieren. In der Schweiz gibt es die Trainingsorte Bömmeli, Escholzmatt und Goldingen im Goldingertal.

Welche Vereine bieten in Deutschland Grasski an?

Obwohl Grasski im Vergleich zum alpinen Skifahren eher ein Nischensport ist, gibt es dennoch einige Vereine in Deutschland, die regelmäßig Trainingsmöglichkeiten anbieten. Das Grasskifahren gehört zu den Abteilungen des Westdeutschen Skiverbands, allerdings nur als Wettkampfsport und nicht als Freizeitvergnügen. Der SC Rückershausen in Bad Laasphe-Feudingen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen ist einer der aktiven Vereine des Grasskis in Deutschland. Weitere Möglichkeiten bieten der SC Hohenseelbachskopf und der SC Burbach. Es ist also deutlich zu erkennen, dass der Schwerpunkt der Grasski-Sportart in Nordrhein-Westfalen liegt.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Grasski

Was ist Grasski?

Grasski ist eine Sommersportart, bei der statt auf Schnee auf Gras gefahren wird. Anstelle normaler Skier kommen spezielle Grasskier mit umlaufenden Rollenketten zum Einsatz. Sie ermöglichen das Skifahren auf Wiesen und Hängen und bieten ein Fahrgefühl, das dem alpinen Skifahren sehr ähnlich ist.

Wie funktioniert Grasski?

Grasskier besitzen keine Kanten wie Alpinski, sondern zwei Rollenketten, die kontinuierlich über den Untergrund laufen. Dadurch können SkifahrerInnen kontrollierte Schwünge fahren und Geschwindigkeiten von über 70 km/h erreichen. Gesteuert wird, ähnlich wie beim alpinen Skifahren, durch Gewichtsverlagerung und Kantendruck.

Kann jeder Grasski fahren?

Grundsätzlich ja. Wer bereits Ski fahren kann, lernt Grasski meist schneller. AnfängerInnen sollten jedoch einen Kurs absolvieren, da Bremsen und Kurvenfahren auf Gras anders funktionieren als auf Schnee.

Wo kann man Grasski fahren?

Grasski wird auf speziell präparierten Wiesen und Hängen betrieben. In Deutschland gibt es mehrere Grasski-Vereine und Trainingsstrecken, vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auch in Österreich, Italien, Tschechien und der Schweiz gibt es Grasski-Anlagen.

Braucht man spezielle Ausrüstung für Grasski?

Ja. Neben speziellen Grasskiern werden Skischuhe, Skistöcke sowie ein Helm getragen. Zusätzlich sind Rückenprotektor, Handschuhe, Knie- und Ellbogenschoner sowie eine Schutzbrille empfehlenswert, da Stürze auf Gras schmerzhafter sein können als im Schnee.

Ist Grasski gefährlich?

Wie jede Sportart birgt auch Grasski Risiken. Da auf festem Untergrund gefahren wird, können Stürze unangenehmer sein als auf Schnee. Mit der richtigen Schutzausrüstung, einer guten Technik und angepasster Geschwindigkeit lässt sich das Verletzungsrisiko jedoch deutlich reduzieren.

Kann man mit Grasski bremsen?

Ein klassischer Schneepflug funktioniert beim Grasski nicht. Die Geschwindigkeit wird hauptsächlich durch das Fahren von Schwüngen und die Wahl der Linie kontrolliert. Deshalb ist eine gute Fahrtechnik besonders wichtig.

Wie schnell kann man mit Grasski fahren?

FreizeitsportlerInnen erreichen je nach Gelände Geschwindigkeiten zwischen 20 und 50 km/h. Im Wettkampfsport sind Geschwindigkeiten von über 70 km/h möglich.

Ist Grasski eine Wettkampfsportart?

Ja. Grasski wird international als Wettkampfsport betrieben. Es gibt Weltcup-Rennen, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Disziplinen wie Slalom, Riesenslalom, Super-G und Kombination.

Was kostet Grasski?

Ein Paar Grasskier kostet je nach Modell und Hersteller meist zwischen 1.500,- und 3.000,- €. Hinzu kommen Skischuhe, Schutzausrüstung und gegebenenfalls Vereins- oder Liftgebühren. Viele Vereine bieten Leihmaterial und Schnupperkurse an.

Ist Grasski ein gutes Training für den Winter?

Ja. Viele RennläuferInnen und ambitionierte SkifahrerInnen nutzen Grasski als Sommertraining. Die Bewegungsabläufe ähneln dem alpinen Skifahren, wodurch Gleichgewicht, Koordination und Fahrtechnik auch außerhalb der Wintersaison trainiert werden können.

Gibt es Grasski auch für Kinder?

Ja. Viele Vereine bieten spezielle Kurse und Trainingsgruppen für Kinder und Jugendliche an. Voraussetzung sind eine passende Ausrüstung und eine altersgerechte Betreuung.

Wann entstand Grasski?

Grasski wurde in den 1960er-Jahren entwickelt, um SkirennläuferInnen auch im Sommer Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Heute wird der Sport weltweit sowohl als Freizeitsport als auch im Wettkampf betrieben.

Was ist der Unterschied zwischen Grasski und Rollski?

Grasski wird auf Wiesen und Hängen gefahren und ähnelt dem alpinen Skifahren. Rollski hingegen werden auf Asphalt genutzt und dienen hauptsächlich dem Sommertraining für LangläuferInnen.

3237 - Winter - Miriam

Über Miriam

Skifahren, gutes Essen und entspannte Familienzeit – genau diese Mischung macht für Miriam den perfekten Skiurlaub aus. Als Redakteurin bei Snowplaza schreibt sie über familienfreundliche Skigebiete, kulinarische Highlights und persönliche Erlebnisse aus den Alpen. Dabei bringt sie ihre eigene Erfahrung als Mama und Genussmensch mit viel Herz und Authentizität ein.