19. Dezember 2016 Von: Martin in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Unser Klima erwärmt sich! Da sind sich Wissenschaft und Politik mittlerweile einig. In den letzten Jahren ist die Temperatur in den Alpen um durchschnittlich 1,2 Grad gestiegen. Doch was bedeutet die Erderwärmung fürs Skifahren? Was tun die Bergbahnen, um den Skitourismus in Zeiten von Schneemangel aufrecht zu erhalten? Und welche Skigebiete sind eigentlich noch schneesicher? Snowlaza blickt in die Zukunft des Wintersports und stellt die Trends, Entwicklungen und Visionen der Skigebiete in Österreich, Schweiz, Italien und Deutschland vor. Bleiben Sie über die Schneelage informiert! Zu den aktuellen Schneehöhen >

So trotzen die Skigebiete dem Klimawandel

Damit der Skibetrieb trotz Schneemangels aufrecht erhalten werden kann, gibt es vielfältige Lösungen und Ideen. Der Klassiker ist der Ausbau der künstlichen Beschneiung und wird vor allem in den großen Skigebieten sowie auf der Alpensüdseite voran getrieben. Schneekanonen produzieren vor allem zum Saisonstart und zum Saisonende ein weißes Band aus Kunstschnee, das sich vom Gipfel bin ins Tal legt (siehe Bild oben). Außerdem sorgen sie für bessere Pistenbedingungen. Um dem Klimawandel zu trotzen, werden aber auch andere, technische Lösungen wie eine GPS-Schneedecken-Messung oder Geländekorrekturen eingesetzt. Andere Skigebiete setzen eher auf einen Ausgleich durch den Sommerbetrieb oder bieten Alternativen zum Skifahren an.

Kunstschnee-Erzeugung im Skigebiet Ischgl

Kunstschnee-Erzeugung im Skigebiet Ischgl

Kunstschnee

In Südtirol hat man schon früh erkannt, dass der Klimawandel ein ernst zunehmender Gegner des Skibetriebs sein wird. Es wurde massiv in den Ausbau von Beschneiungsanlagen investiert, so dass mittlerweile nahezu 100 Prozent der Südtiroler Pisten künstlich beschneit werden können. Für den Betrieb müssen allerdings Temperaturen unter null Grad herrschen. Einige Skigebiete wie der Pitztaler Gletscher, die Ruhrquelle in Winterberg und Zermatt können mittlerweile auch bei Plusgraden Schnee erzeugen.

Snowfarming

Nein, damit ist nicht das Anpflanzen von Kartoffeln, Getreide und Tomaten auf ehemaligen Skipisten, sondern das Anlegen von Schneedepots für schneearme Zeiten gemeint. In den kalten Perioden im Winter wird besonders viel Schnee produziert und an günstigen Orten gelagert, damit dieser bei Tauwetter wieder auf die Pisten verteilt werden kann. Beim Snowfarming kann der Schnee sogar „übersommern“, damit der Saisonstart pünktlich losgehen kann. In Ramsau wurden so 500 LKW-Ladungen Schnee gelagert.

Snowfarming in Ramsau, um die Langlauf-Loipen zu beschneien

Snowfarming in Ramsau, um die Langlauf-Loipen zu beschneien

GPS-gesteuerte Pistenraupen

Früher wurde der Schnee frei nach Gefühl der Liftbetreiber produziert. Die Folge war, dass der Kunstschnee häufig verschwendet wurde und zum Teil an Stellen lag, wo es nicht nötig war. Heute sind viele Pistenraupen mit einem ausgeklügelten GPS-System ausgestattet, welches die Schneehöhe punktgenau ermittelt. So kann der Pistenraupenfahrer den wertvollen Schnee sparsam und gezielt verteilen.

Moderne Pistenraupen im Skigebiet Schladming-Dachstein

Moderne Pistenraupen im Skigebiet Schladming-Dachstein

Überdachte Skipisten

In der Skihalle sind überdachte Skihänge schon Wirklichkeit, in den Skigebieten sicherlich noch eine Zukunftsvision. Doch in manchen Regionen wie zum Beispiel in Tignes wird bereits ernsthaft darüber nachgedacht, einzelne Pisten zu überdachen und den Schnee somit haltbarer zumachen. Denkbar sind solche Lösungen für Trendgruppen wie Freestyler bereits jetzt. Zum Beispiel ließe sicher der Snowpark überdachen.

Geländekorrekturen

Fürs Skifahren benötigt jede Piste eine Mindesthöhe an Schnee. Die Schneeauflage kann allerdings reduziert werden, wenn die Pisten weniger uneben sind. In Laax in der Schweiz verzichten die Funparkbauer heute schon auf Schnee als Werkstoff für die Rampen. Diese werden im Sommer aus Erde „geshapet“ und brauchen dadurch nur noch eine dünne Schneeauflage. Der Funpark verbraucht so 50 Prozent weniger Schnee.

Snowpark in Flims-Laax

Snowpark in Flims-Laax

Umweltfreundliche Anreise

Manche Skigebiete haben die Anreise mit der Bahn bereits mit günstigen Angeboten gekoppelt. Bahnfreundliche Skigebiete ohne großes Umsteigen finden sich beispielsweise in den deutschen Top-Skiorten Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. In Österreich sind es unter anderem Kitzbühel, St. Anton oder das Gasteinertal. In der Schweiz dient Interlaken in der Jungfrau-Region als Drehscheibe in viele schöne Skigebiete.

Anreise mit der Bahn in Kitzbühel

Anreise mit der Bahn in Kitzbühel

Schneesichere Skigebiete in den Alpen

Als schneesicher gelten alle Gletscher-Skigebiete und Regionen, die oberhalb von 1.200 m Höhe liegen. In dieser Höhenlage sinken die Temperaturen in der Nacht meist unter null Grad, so dass anstelle von Regen neuer Schnee fallen kann. Alternativ sorgen Beschneiungsanlagen für schneebedeckte Pisten. Überdurchschnittlich viel Schnee fällt jedes Jahr in Vorarlberg und im Begrenzerwald im Norden der Alpen, wo regelmäßig Staulagen auftreten. In Damüls kommen schon mal über 9 Meter Schnee im Winter zusammen. Ein Schneekessel ist auch das Skigebiet Obertauern im Salzburger Land. Bis Anfang Mai läuft hier der Skibetrieb. Mehr schneesichere Skigebiete >

Weitere Infos und praktische Tipps zum Thema

So oder so, wir hoffen mit allen Skifans auf einen guten Winter mit viel Schnee und wünschen viel Spaß beim nächsten Skiurlaub – möge dieser noch Lange ohne Dach auskommen!

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Bereits als Kind klebte ich mit meiner Nase am Küchenfenster und beschwor den rheinischen Winterregen, doch endlich zu Schnee zu werden. Mit den ersten Flocken ging´s dann hinaus, Autoski (bedingt empfehlenswert), Skihalle und die Wintersportarena Sauerland waren erste Lieblingsorte.

 
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