Der November ist vielleicht der spannendste Monat für alle, die Wintersport lieben. In den Alpen verwandelt sich die Landschaft langsam vom Herbst in den Winter, die ersten Skigebiete öffnen ihre Pisten und jede neue Schneeprognose sorgt für angenehmes Wintersportkribbeln. Wird es ein früher Winter mit dicken Schneedecken oder lässt sich Väterchen Frost noch ein wenig Zeit? Eines ist sicher: Im November beginnt die Vorfreude so richtig!
Kurz zusammengefasst
- Der November ist der Übergangsmonat, in dem sich immer mehr Skigebiete auf die Wintersaison vorbereiten.
- Der erste Schneefall, wechselnde Wettervorhersagen und Öffnungstermine machen diese Zeit besonders spannend.
- Von den ersten Skitagen auf den Gletschern über weiße Bergdörfer bis zu laufenden Schneekanonen: Der Winter rückt immer näher.
Von grünen Tälern zu weißen Berggipfeln
Der November in den Alpen ist schon etwas Besonderes. Im Oktober dominieren oft noch die Herbstfarben, doch ein paar Wochen später kann sich die Landschaft völlig verändert haben. Wo man an einem Tag noch grüne Wiesen sieht, liegt am nächsten Morgen plötzlich eine Schicht Neuschnee. Besonders wenn die Schneefallgrenze bis in die Dörfer sinkt, entstehen wunderschöne Bilder.
Trotzdem ist der November auch ein Monat der großen Gegensätze. Auf 2.500 Metern Höhe kann bereits eine beachtliche Schneedecke liegen, während man ein paar Hundert Meter tiefer noch mitten im Herbst ist. Ein paar kalte Tage können die Berge in ein Winterwunderland verwandeln, aber eine warme Föhnperiode lässt das winterliche Bild in tieferen Lagen auch schnell wieder verschwinden. Und genau diese Ungewissheit macht den November für Wintersportfans so interessant.
Jede Schneeprognose wird genau verfolgt
Wer im November regelmäßig Richtung Alpen schaut, weiß, wie schnell sich das Wetter ändern kann. An einem Tag sagen Wettermodelle kräftige Schneefälle voraus, ein paar Tage später scheint die Schneefallgrenze doch höher zu liegen. Und dann kann eine Kaltfront plötzlich für eine komplette Überraschung sorgen.
Besonders wichtig ist in dieser Zeit, in welcher Höhe der Schnee fällt. Schnee auf 3.000 Metern ist großartig für die Gletscher. Wenn der erste Schnee aber bis auf 1.000 Meter oder tiefer fällt, steigt auch in den bekannten Wintersportorten die Vorfreude.
Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie viel Schnee fällt. Auch die Temperatur, der Wind und die Wetterentwicklung in den darauffolgenden Tagen spielen eine große Rolle. Eine dicke Schneedecke, die bei mildem Wetter schnell wieder verschwindet, ist etwas ganz anderes als eine dünnere Schicht, die dank anhaltender Kälte gut liegen bleibt.
Die ersten Skigebiete öffnen ihre Lifte
Während viele WintersportlerInnen noch die Tage bis Dezember zählen, kann man an verschiedenen Orten im November bereits Ski fahren. Auf den Gletschern von unter anderem Hintertux, Sölden, Stubai und dem Kitzsteinhorn beginnt die Skisaison normalerweise schon früher. Besonders ist der November aber vor allem deshalb, weil auch die ersten regulären Skigebiete ihre Türen öffnen.
Für November 2026 sind unter anderem folgende Öffnungen geplant:
- 18. November: Obergurgl-Hochgurgl
- 20 November: Axamer Lizum
- 26. November: Ischgl
- 27. November: Kühtai
- 27. November: Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, mit einer Teileröffnung
- 28. November: Silvretta Montafon, mit einer Teileröffnung
- 28. November: Snow Space Salzburg, bei ausreichender Schneelage
Die Öffnungstermine sind geplant und können sich je nach Wetter- und Schneeverhältnissen ändern. Ein geöffnetes Skigebiet bedeutet außerdem nicht automatisch, dass alle Pisten und Lifte zugänglich sind. Gerade im November wird häufig mit einem eingeschränkten Pistenangebot gestartet.
Hinter den Kulissen wird auf Hochtouren gearbeitet
Für die MitarbeiterInnen der Skigebiete ist der November alles andere als ein ruhiger Monat. Während viele UrlauberInnen noch zu Hause sitzen, wird in den Bergen fleißig gearbeitet, damit alles für den Winter bereit ist.
Die Liftanlagen werden überprüft, Pistenraupen vorbereitet und Schneekanonen stehen bereit, um jede geeignete Kälteperiode zu nutzen. Auch Skihütten, Hotels und Skischulen bereiten sich auf die ersten Gäste vor.
Sobald die Bedingungen passen, laufen die Beschneiungsanlagen manchmal Tag und Nacht. Ziel ist es, auf den Pisten eine stabile Grundlage aufzubauen. Sie ergänzt den Naturschnee und trägt dazu bei, die Pisten während der Saison in gutem Zustand zu halten.
Die Schneekanonen laufen: ein Zeichen dafür, dass der Winter näher rückt
Für viele Wintersportfans ist es eines der schönsten Bilder im November: Schneekanonen, die im Dunkeln große weiße Wolken über die Pisten blasen. Das bedeutet, dass die Temperaturen endlich niedrig genug sind, um Schnee zu produzieren.
Das hängt übrigens nicht nur von der Temperatur ab, die das Thermometer anzeigt. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle. Bei trockener Luft kann die Schneeproduktion unter bestimmten Bedingungen schon um den Gefrierpunkt möglich sein. Bei feuchter Luft sind niedrigere Temperaturen nötig.
Besonders im November versuchen die Skigebiete, geeignete Kälteperioden optimal zu nutzen. Schon ein paar Nächte mit günstigen Bedingungen können für die Saisonvorbereitungen und den folgenden Winter viel bewirken. Um tatsächlich Pisten zu öffnen, braucht es jedoch ausreichend Schnee, einen guten Untergrund und sichere Bedingungen.
Webcams anzuschauen wird plötzlich wieder zum täglichen Ritual
Gib es ruhig zu: Sobald der November beginnt, schaust du wahrscheinlich häufiger auf die Webcams deines Lieblingsskigebiets. Ist das Dorf schon weiß? Liegt Schnee auf der Talabfahrt? Und laufen vielleicht schon die Schneekanonen?
Gerade in diesem Monat macht ein Blick auf die Webcams der Skigebiete besonders viel Spaß. Manchmal sieht es noch nach Herbst aus, und ein paar Tage später bietet sich plötzlich ein komplett anderer Anblick: eine weiß verschneite Berglandschaft. Der erste Schnee auf den Dächern der Häuser, verschneite Bäume und weiße Pisten sorgen sofort für dieses wunderbare Skiurlaubsgefühl.
Und was gibt es Schöneres, als schon einmal von dem Ort zu träumen, an dem du in ein paar Wochen oder Monaten selbst auf den Skiern stehst?
Die ersten Skitage haben etwas Magisches
Wer nicht bis Dezember warten kann, für den ist der November ein wunderbarer Monat, um die ersten Schwünge der Saison zu ziehen. Vor allem auf den hoch gelegenen Pisten und Gletschern kann man dann schon die winterliche Berglandschaft genießen.
Zum ersten Mal wieder die Skischuhe anziehen, in einen Skilift steigen und die kalte Bergluft einatmen: Nach Monaten ohne Skifahren fühlt sich alles wieder vertraut an. Und dabei haben wir noch gar nicht von der ersten Tasse Kaffee auf einer sonnigen Terrasse oder einem Teller Kaiserschmarrn nach einem Vormittag auf Skiern gesprochen.
Allerdings sind die Bedingungen anders als mitten im Winter. Nicht alle Pisten sind geöffnet und das verfügbare Angebot kann sich von Tag zu Tag unterscheiden. Wer im November Ski fahren möchte, sollte deshalb vorher den aktuellen Status der Pisten und Lifte prüfen.
Zu Hause beginnt inzwischen die Vorfreude auf den Wintersport
Auch für WintersportlerInnen, die erst im Januar, Februar oder März in den Skiurlaub fahren, ist der November ein besonderer Monat. Der Urlaub rückt näher, und plötzlich ist es an der Zeit, die Wintersportausrüstung wieder hervorzuholen.
Passen deine Skischuhe noch gut? Müssen deine Ski oder dein Snowboard geschliffen werden? Sind die Kinder schon wieder aus ihrer Skibekleidung herausgewachsen? Und wo waren noch gleich die Schneeketten?
Der November ist außerdem ein guter Zeitpunkt, um einige praktische Dinge zu erledigen. Dazu gehören zum Beispiel der Skikurs, die Überprüfung der Wintersportversicherung und die Frage, ob der Skipass online günstiger erhältlich ist. Wer mit dem Auto fährt, kann schon einmal die Winterreifen, Schneeketten und benötigten Vignetten überprüfen.
Und natürlich träumt man schon von der ersten Abfahrt, der Lieblingsberghütte und einem leckeren Getränk nach dem Skifahren.
Aber wie wichtig ist der November eigentlich für den Rest des Winters?
Eine häufig gestellte Frage ist, ob viel Schnee im November auch bedeutet, dass uns ein guter Wintersportwinter bevorsteht. Leider ist die nicht so leicht zu beantworten.
Ein schneereicher November kann vor allem in höheren Lagen eine gute Grundlage für die neue Saison schaffen. Wenn der Schnee anschließend bei niedrigen Temperaturen liegen bleibt, können die Skigebiete darauf aufbauen. Das ist natürlich günstig für die ersten Wochen der Saison.
Ein weißer November garantiert aber keinen schneereichen Januar oder Februar. Umgekehrt bedeutet ein vergleichsweise milder November nicht, dass der ganze Winter in Sachen Schnee enttäuschend wird. Das Wetter in den Alpen kann sich innerhalb weniger Wochen vollständig ändern. Zudem unterscheiden sich die Bedingungen stark je nach Höhenlage, Region und Ausrichtung.
Der November zeigt also vor allem, wie die Wintersaison beginnt und nicht, wie der Rest des Winters verlaufen wird.