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So bereiten sich Berghütten auf den Winter vor: Tausende Mahlzeiten und Versorgung mit der Pistenraupe

Mittagessen auf der Sonnenterrasse der Sonnalm in Westendorf

Ein Teller Kaiserschmarrn, eine dampfende Schüssel Gulaschsuppe und natürlich ein Getränk auf der Sonnenterrasse. Beim Skifahren kehren wir nur allzu gerne in einer Berghütte ein. Aber hast du dich schon einmal gefragt, wie all die Lebensmittel und Getränke eigentlich auf den Berg kommen? Und was alles erledigt werden muss, bevor die ersten Wintersportler eintreffen? Die Vorbereitungen beginnen oft schon Monate vor dem Start der Skisaison. Von riesigen Lebensmittelvorräten über die Personalplanung bis hin zur Versorgung mit Pistenraupen: Hinter den Kulissen gibt es jede Menge zu tun.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Berghütten lagern bereits im Sommer oder Herbst große Mengen an Lebensmitteln und Getränken ein, bevor der Schnee die Erreichbarkeit erschwert.
  • Während des Winters werden neue Vorräte unter anderem mit Gondelbahnen, Pistenraupen und manchmal sogar Hubschraubern angeliefert.
  • Neben der Küche müssen auch das Personal, die Heizung, die Wasserversorgung und weitere technische Anlagen für die Wintersaison vorbereitet werden.

Sind Berghütten nur im Winter geöffnet?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Pistenrestaurants haben ausschließlich während der Skisaison geöffnet, während andere Berghütten auch im Sommer Gäste empfangen. Es gibt sogar Hütten, die fast das ganze Jahr über geöffnet sind.


Dabei spielt die Lage eine wichtige Rolle. Ein Restaurant mitten im Skigebiet kann im Winter Tausende Besucher anziehen, im Sommer für Wanderer aber nur schwer erreichbar sein. Umgekehrt gibt es hochgelegene Berghütten, die hauptsächlich im Sommer genutzt werden und im Winter wegen des Schnees und der schwierigen Erreichbarkeit geschlossen bleiben.


Ein Beispiel für eine Hütte mit zwei Saisons ist die Ulmer Hütte in Ski Arlberg, die sowohl Wanderer als auch Wintersportler empfängt. Der Arena Stadl in der Zillertal Arena ist dagegen eine typische Skihütte, die während der Wintersaison geöffnet ist.


Für Berghütten, die auch im Sommer geöffnet haben, bedeutet der Übergang zum Winter weit mehr als nur eine Änderung der Speisekarte. Die Besucherzahlen, die Erreichbarkeit und die benötigten Vorräte können völlig unterschiedlich sein.

 

Arena Stadl
Der Arena Stadl ist nur im Winter geöffnet.

Die Vorbereitungen beginnen schon vor dem ersten Schnee

Eine der wichtigsten Aufgaben ist das Auffüllen der Vorräte. Denn was macht man, wenn das Restaurant auf 2400 Metern Höhe liegt und die Zufahrtsstraße bald unter einer dicken Schneedecke verschwindet?

Beim Arena Stadl in der Zillertal Arena wird ein Teil der Vorräte bereits im Herbst auf den Berg gebracht. Dann können die Lieferanten noch mit Lastwagen hinauffahren. Sobald das nicht mehr möglich ist, wird die Versorgung deutlich komplizierter.

Auch am Kitzsteinhorn werden die Lagerräume frühzeitig gefüllt. Dort waren die Vorräte für den Start der Gletscherskisaison bereits Ende September aufgestockt.

Dabei geht es längst nicht nur um Lebensmittel. Auch Getränke, Reinigungsmittel, Toilettenpapier und all die anderen Dinge, die für die tägliche Bewirtung von Hunderten oder sogar Tausenden Gästen benötigt werden, müssen rechtzeitig auf den Berg gebracht werden.

Wie kommen Lebensmittel und Getränke auf den Berg?

Das ist vielleicht einer der interessantesten Teile der Vorbereitung. Schließlich kann ein gewöhnlicher Lastwagen nicht einfach zu jedem Pistenrestaurant fahren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Manche Berghütten verfügen über eine Zufahrtsstraße, die außerhalb der Wintersaison genutzt werden kann. Andere verwenden einen Lastenaufzug oder eine spezielle Materialseilbahn.

Beim Arena Stadl wird die wöchentliche Lieferung im Winter zunächst zur Talstation gebracht. Anschließend werden die Waren auf den Berg transportiert und für das letzte Stück auf eine Pistenraupe umgeladen. Früher erfolgte der Transport dort sogar zuerst mit der Gondelbahn und anschließend mit einem Sessellift.

Auch am Stubaier Gletscher werden Restaurants über die Skilifte versorgt. Bei einer Bahn stehen spezielle Transportwagen zur Verfügung, während bei einer anderen Gondelbahn die Waren einzeln eingeladen werden müssen.

Und dann gibt es noch Berghütten, die so abgelegen liegen, dass ein Hubschrauber benötigt wird. Damit lassen sich innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Lebensmitteln, Getränken und anderen Vorräten anliefern.

Übrigens geht es nicht nur darum, alles nach oben zu bringen. Leere Verpackungen, Abfälle und Retourwaren müssen auch wieder ins Tal transportiert werden.

Tausende Mahlzeiten werden im Voraus zubereitet

Wer schon einmal um halb eins mittags in einem großen Pistenrestaurant gestanden hat, weiß, wie voll es dort werden kann. Innerhalb kürzester Zeit möchten Hunderte Wintersportler etwas essen. Da kann man unmöglich erst mit der Zubereitung beginnen, wenn die Bestellungen eingehen. Deshalb wird ein Teil der Speisen bereits lange vor dem Winter vorbereitet.

Im Bergrestaurant Hannigalp im Schweizer Grächen wurden beispielsweise 4,5 Tonnen Speisen und Zutaten zum Einfrieren vorbereitet. Darunter waren 700 Kilogramm Bolognesesauce, 300 Liter Zwiebelsauce, 160 Liter Gulaschsuppe und sage und schreibe 4000 Nussbrötchen.

Das klingt nach einer riesigen Menge, doch das Restaurant bietet in der Hochsaison Platz für rund 1000 Gäste.

Auch die Speisekarte wird sorgfältig zusammengestellt. Die Gerichte müssen nicht nur schmecken, sondern sich auch in großen Mengen zubereiten lassen. Und natürlich müssen alle Zutaten verfügbar sein.

Auch das Personal muss bereitstehen

Eine Berghütte zu betreiben bedeutet weit mehr als nur zu kochen und Gäste zu bedienen. Es werden Mitarbeiter für die Küche, den Service, die Kassa, die Reinigung, die Warenversorgung und technische Arbeiten benötigt.

Viele Pistenrestaurants arbeiten deshalb mit Saisonpersonal. Für den Winter wird das Team vergrößert und neue Mitarbeiter müssen eingearbeitet werden, bevor die ersten besonders besucherstarken Ferienwochen beginnen.

Bei den Gastronomiebetrieben auf der Hannigalp in Grächen besteht das Winterteam beispielsweise aus rund 48 Mitarbeitern, deutlich mehr als im Sommer.

Hinzu kommt eine weitere Herausforderung: Das Personal muss jeden Tag auf den Berg kommen. Manchmal geschieht das mit der ersten Gondelbahn. An abgelegenen Standorten können die Mitarbeiter aber auch direkt auf dem Berg übernachten.

Und nach Betriebsschluss ist die Arbeit natürlich noch lange nicht vorbei. Die Küche muss gereinigt, die Vorräte müssen kontrolliert und alles für den nächsten Tag vorbereitet werden.

Kaiserschmarrn Bakken
Frisch zubereiteter Kaiserschmarrn in einer urigen Berghütte.

Von der Heizung bis zum Wasser: Auch die Technik braucht Aufmerksamkeit

Neben den Vorräten und dem Personal muss auch das Gebäude selbst winterfest gemacht werden. Gerade in großer Höhe ist das keine Selbstverständlichkeit.

Heizung, Stromversorgung, Kühlanlagen, Lüftung und Wasserversorgung müssen einwandfrei funktionieren. Auch die Abwasserentsorgung kann an einem abgelegenen Standort auf dem Berg deutlich komplizierter sein als im Tal.

Am Stubaier Gletscher sind spezielle technische Mitarbeiter für die Anlagen der großen Bergstationen und Restaurants verantwortlich. Vor Saisonbeginn werden die Systeme kontrolliert und gewartet.

Außerdem müssen die Küchen gründlich gereinigt, Geräte überprüft und die Terrassen für den Winter vorbereitet werden. Dazu gehört auch, das Schneeräumen und die Freihaltung der Zugänge von Eis einzuplanen.

Denn so schön eine dicke Schicht Neuschnee auch ist: Weniger praktisch wird es, wenn die Gäste dadurch nicht mehr zum Eingang gelangen können.

Und dann entscheidet das Wetter, wie viele Gäste kommen

Der vielleicht schwierigste Faktor für eine Berghütte ist das Wetter. An einem sonnigen Samstag während der Semesterferien kann das Restaurant aus allen Nähten platzen, während bei einem Schneesturm kaum jemand vorbeikommt.

Darauf muss sich die Küche einstellen. Werden zu wenige Lebensmittel bestellt, gehen beliebte Gerichte aus. Werden dagegen zu viele frische Produkte eingekauft, kann das zu Lebensmittelverschwendung führen.

Im Bergrestaurant Hannigalp werden deshalb unter anderem Besucherzahlen aus den Vorjahren, Wettervorhersagen und die erwartete Zahl der Wintersportler herangezogen, um den Lebensmittelbedarf zu planen.

Auch während der Wintersaison geht die Versorgung weiter. Frisches Gemüse, Fleisch, Brot und andere Produkte müssen regelmäßig auf den Berg gebracht werden. Bei schlechtem Wetter kann das zu einer echten Herausforderung werden.

Hinter einem Teller Kaiserschmarrn steckt jede Menge Arbeit

Wenn du dich bei deinem nächsten Skiurlaub auf eine sonnige Terrasse setzt und einen Teller Kaiserschmarrn bestellst, denkst du vielleicht kurz daran, wie viel Arbeit dahintersteckt.

An die Lastwagen, die im Herbst den Berg hinaufgefahren sind, die Pistenraupe, die Vorräte angeliefert hat, die Mitarbeiter, die schon früh am Morgen angefangen haben, und die Köche, die bereits Monate zuvor Hunderte Kilogramm Essen vorbereitet haben.

Eine Berghütte erscheint beim Skifahren vielleicht wie ein ganz selbstverständlicher Zwischenstopp. Doch hinter den Kulissen steckt eine aufwendige Organisation. Und das alles, damit wir zwischen zwei Abfahrten ganz entspannt unser Mittagessen genießen können.

Miranda Winter

Über Miranda

Soweit ich mich erinnern kann, war ich immer schon in den Bergen unterwegs, denn es gibt hier so viel zu tun: Skifahren, Snowboarden, Wandern oder Mountainbiking - ich mag alle Sportarten. Meine Freunde sagen oft, dass es wohl keinen Platz in den Bergen gibt, an dem ich noch nicht war.