Wer an Davos denkt, denkt an ein imposantes Skigebiet, das Eishockeystadion und eine charmante Alpenstadt – und auch an das Weltwirtschaftsforum, das Davos jedes Jahr international in den Fokus rückt. Doch in dieser Wintersaison gibt es noch einen weiteren Grund, nach dem Mittagessen nicht sofort zurück auf die Piste zu gehen, sondern dem Dorf einen Besuch abzustatten: Im Kirchner Museum Davos kommt es zu einem künstlerischen „Kampf der Giganten“, den du so nirgendwo sonst erleben kannst: Kirchner trifft Picasso.
Der Einheimische: Ernst Ludwig Kirchner und seine Liebe zu den Bergen
Für Ernst Ludwig Kirchner war Davos nicht einfach ein Urlaubsort – es war seine Rettung. Nachdem er in Deutschland als Pionier der Künstlergruppe "Die Brücke" bekannt geworden war und das Bohème-Leben in Berlin gelebt hatte, brachte ihn der Erste Weltkrieg körperlich und mental an seine Grenzen.
1917 flüchtete er in die dünne, klare Luft von Davos. Anfangs fand er es „zu kalt“, doch dann verfiel er den Farben der Alpen. Er tauschte das Großstadtleben gegen eine Holzhütte auf der Stafelalp und später am Wildboden. Hier fand er sein „Paradies“ – und hielt das raue Leben der Bergbauern sowie die scharfen Gipfel des Tinzenhorns in grellen, fast explosiven Farben fest. Davos war für Kirchner der Ort seiner größten künstlerischen Freiheit – und genau das macht dieses Museum im Ort so besonders.
Der Weltstar: Pablo Picasso, der ewige Revolutionär
Auf der anderen Seite steht Pablo Picasso: der spanische Meister, der die Kunstwelt dauerhaft verändert hat. Während Kirchner in der verschneiten Bergwelt Ruhe suchte, warf Picasso in Paris und an der Côte d’Azur Regeln über Bord. Mit dem Kubismus zerlegte er die Wirklichkeit in Teile – und setzte sie völlig neu zusammen.
Picasso war ein Chamäleon: von der Blauen Periode bis zu seinen abstrakten Meisterwerken erfand er sich immer wieder neu. Er und Kirchner wurden fast zur gleichen Zeit geboren (1880 vs. 1881) – und obwohl sie sich nie persönlich begegneten, teilten sie denselben unbändigen Drang, die Welt nicht zu malen, wie sie ist, sondern wie sie sie fühlten.
Gemälde Seite an Seite
„Meine Bilder sollten neben denen von Picasso hängen“, schrieb Kirchner einst hoffnungsvoll. 2026 wird ihm in „seinem“ Davos endlich dieser Traum erfüllt.
Warum du diese Ausstellung nicht verpassen solltest
Direktorin Katharina Beisiegel hat jahrelang daran gearbeitet, diesen Traum möglich zu machen – und das Ergebnis ist eine wirklich einmalige Gegenüberstellung. In Davos treffen Werke beider Künstler in einer umfassenden Schau direkt aufeinander; rund 100 Arbeiten und zahlreiche internationale Leihgaben eröffnen neue Perspektiven auf Kirchner und Picasso. Für deinen Winterurlaub ist das die perfekte Nachmittags-Combo: erst frische Höhenluft auf dem Berg, dann die geballte Farben- und Formenpower zweier Giganten der Moderne – als Kontrastprogramm zur Piste.
Praktische Infos für deine Planung:
- Zeitraum: 15. Februar bis 3. Mai 2026 (Eröffnung am 15. Februar mit öffentlicher Vernissage).
- Ort: Kirchner Museum Davos
- Tickets: Kontingent ist begrenzt – am besten vorab über die Website des Museums buchen (Vorverkauf läuft).