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Neuschnee in Sölden

Nach dem ersten kräftigen Schneefall im Oktober scheint es in den Alpen vorerst wieder etwas ruhiger und milder zu werden. Doch möglicherweise ist das nur vorübergehend. Rund um den 10. November könnte das Wetter nämlich deutlich umschlagen. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über Nordeuropa könnte dafür sorgen, dass kalte Luft aus dem Norden in Richtung Alpen strömt. Und das ergibt ein interessantes winterliches Szenario: Schnee bis in die Täler, Frost und möglicherweise erneut weiße Wintersportorte. Wie groß ist die Chance darauf?

In Kürze

  • Rund um den 10. und 11. November ist laut einem deutschen Wetterexperten eine deutliche Abkühlung in den Alpen möglich.
  • Bei einer günstigen Entwicklung kann die Schneefallgrenze bis in die Täler sinken und lokal können 5 bis 10 cm Schnee fallen.
  • Die Prognosen reichen noch weit in die Zukunft und hängen stark von der Position eines Hochdruckgebiets ab.

Vom milden Herbstwetter zur winterlichen Überraschung?

In der vergangenen Woche bekamen wir bereits einen schönen Vorgeschmack auf den Winter. In mehreren Alpenländern fiel einiges an Schnee und sogar einige Wintersportorte wurden weiß. Danach folgte ein Wechsel zu sonnigerem und deutlich milderem Wetter, wodurch der Schnee in tieferen Lagen bereits wieder zu verschwinden begann. Die Frage ist nun, wie lange dieses ruhige Herbstwetter anhält. Laut dem deutschen Meteorologen Dominik Jung von wetter.net könnte es rund um den 10. November mit den milden Temperaturen plötzlich vorbei sein.

 

In seiner Wetteranalyse vom 30. Oktober beschreibt er ein Szenario, bei dem kalte Luft aus Nordeuropa weit nach Süden geführt wird. Sollte diese Entwicklung eintreten, könnten vor allem Deutschland und die nördlichen Alpen von einem frühen Wintereinbruch betroffen sein.

Warum die Lage eines Hochdruckgebiets so wichtig ist

Auffällig an der Prognose ist, dass ausgerechnet ein kräftiges Hochdruckgebiet die Tür zu Winterwetter öffnen könnte. Normalerweise verbinden wir Hochdruckgebiete mit ruhigem und trockenem Wetter, doch die Lage macht einen großen Unterschied. Laut Jung könnte sich über den Britischen Inseln ein besonders starkes Hochdruckgebiet mit einem Luftdruck von bis zu etwa 1.050 Hektopascal entwickeln. Rund um den 10. und 11. November könnte sich der Kern in Richtung Nordsee verlagern. Gleichzeitig könnte sich über der Ostsee ein Tiefdruckgebiet bilden.

 

Zwischen diesen beiden Wettersystemen könnte dann eine nördliche bis nordöstliche Strömung entstehen. Dadurch kann kalte Luft aus dem hohen Norden in Richtung Mitteleuropa ziehen. Für die Alpen ist vor allem interessant, was passiert, wenn diese Luftmasse das Gebirge erreicht. An der Nordseite kann die kalte Luft an den Bergen gestaut werden. Ist genügend Feuchtigkeit vorhanden, kann das für Schneefall sorgen.

Können die Wintersportorte erneut weiß werden?

Das ist vielleicht der interessanteste Teil dieser Prognose. Jung rechnet mit einer möglichen Situation, in der die Schneefallgrenze deutlich sinkt und auch die Alpentäler Schnee bekommen könnten. In seinem Szenario nennt er lokal 5 bis 10 cm Neuschnee in den Tälern. Weiter oben in den Bergen wären größere Mengen möglich.

 

Damit könnten wir erneut Bilder von verschneiten Dorfstraßen, weißen Dächern und Bäumen unter einer frischen Schneeschicht bekommen. Vor allem für höher gelegene Wintersportorte wäre das ein schöner Start in den November. Trotzdem ist es wichtig, diese Mengen noch nicht als konkrete Schneevorhersage zu betrachten. Es gibt noch keine Sicherheit darüber, wie viel Niederschlag fällt, wie tief die Schneefallgrenze sinkt oder welche Gebiete tatsächlich Schnee bekommen.

Nicht nur Schnee, auch kräftiger Nachtfrost möglich

Sollte die kalte Luft die Alpen tatsächlich erreichen, könnten auch die Temperaturen deutlich sinken. Vor allem nach Schneefall kann es in klaren Nächten stark abkühlen. Über einer frischen Schneedecke verliert die Luft nachts schnell Wärme. In geschützten Alpentälern sind laut Jung dann sogar Temperaturen um -10 Grad möglich. Das wäre ein deutlicher Unterschied zum milden Wetter Ende Oktober. Auch auf Bergstraßen kann es bei Schneefall und Frost stellenweise glatt werden.

Warum wir uns noch nicht zu früh freuen sollten

Auch wenn das winterliche Szenario verlockend klingt, ist die Unsicherheit derzeit noch groß. Der mögliche Wetterumschwung liegt fast zwei Wochen in der Zukunft, und gerade in diesem Zeitraum können sich Wetterprognosen noch deutlich ändern. Außerdem hängt vieles von der endgültigen Position des Hochdruckgebiets ab.

 

Bleibt das Hochdruckgebiet weit genug nordwestlich liegen, kann die kalte Luft leichter in Richtung Alpen strömen. Verschiebt sich das System weiter nach Osten, könnten mildere Luftmassen vom Atlantik mehr Einfluss bekommen.

 

Die verschiedenen Modellberechnungen gehen für den Zeitraum rund um den 9. und 10. November noch deutlich auseinander. Einige zeigen einen klaren winterlichen Umschwung, während andere einen wesentlich milderen Verlauf berechnen.

Was bedeutet das für den Beginn der Skisaison?

Für Wintersportbegeisterte ist diese Entwicklung natürlich interessant. Der November ist der Monat, in dem immer mehr Gletscherskigebiete geöffnet sind und die Vorbereitungen auf die reguläre Wintersaison auf Hochtouren laufen. Eine Phase mit niedrigen Temperaturen und Neuschnee wäre vor allem in höheren Lagen willkommen. Nicht nur für das winterliche Landschaftsbild, sondern auch, weil kalte Bedingungen die weitere Präparierung der Pisten begünstigen können.

 

Ob der vorhergesagte Wintereinbruch tatsächlich kommt, bleibt vorerst abzuwarten. In den kommenden Tagen dürfte klarer werden, ob die kalte Luft tatsächlich bis zu den Alpen vordringt und ob genügend Niederschlag vorhanden ist. Vorerst bleibt es also bei einer interessanten Möglichkeit. Aber nach den wunderschönen Schneebildern im Oktober ist es natürlich verlockend, sich schon auf die nächste winterliche Phase zu freuen!

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Über Redaktion

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