Jedes Jahr berichten wir, dass die Skipässe um ein paar Prozent teurer werden. Drei oder vier Prozent, das klingt jedes Mal überschaubar. Vergleicht man jedoch unsere eigenen Beobachtungen über die vergangenen zehn Jahre, ergibt sich ein anderes Bild: In derselben Woche Ski zu fahren kostet dich beim Skipass heute durchschnittlich 165,- € mehr als noch 2016. Das entspricht einem Anstieg von 67 Prozent, während alles andere, was du kaufst, 28 Prozent teurer geworden ist.
Kurz zusammengefasst
- Ein Skipass für sechs Tage in der Hochsaison stieg im Durchschnitt von 246,18 € auf 411,02 €.
- Das entspricht einer Preissteigerung um 67 Prozent – gegenüber einer Inflation von 31 Prozent in Deutschland.
- Sechzig Prozent dieses Anstiegs entfallen auf vier Wintersaisons: von 2022/2023 bis einschließlich 2025/2026.
- Im kommenden Winter steigen die Preise erneut um 3,4 Prozent, dem niedrigste Wert seit der Energiekrise.
Von 246,18 € auf 411,02 €
Seit Jahren legen wir jedes Jahr dasselbe Maß beim Preisvergleich der Skigebiete an: einen Skipass für sechs aufeinanderfolgende Tage, für eine erwachsene Person, in der Hauptsaison und zum regulären Kassenpreis. Das ist die Grundlage für unseren Vergleich der Skipasspreise für 2026/2027. Von den Gebieten, die wir 2016 erfasst haben, beobachten wir einige ohne Unterbrechung.
In diesen Gebieten kostete der Skipass in der Saison 2016/2017 durchschnittlich 246,18 €. Im kommenden Winter sind es 411,02 €. Das entspricht einem Unterschied von fast 165,- € für dieselbe Woche auf den Skiern. Fährst du zu viert, zahlst du allein für die Skipässe mehr als 650,- € zusätzlich.
Fast doppelt so hoch wie die Inflation
Ein Anstieg für sich allein sagt wenig aus. Bedeutung bekommt der Vergleich mit der allgemeinen Preissteigerung. Nach Angaben der Verbraucherpreisindex-Reihe des Statistischen Bundesamtes sind die Verbraucherpreise in Deutschland zwischen 2016 und 2025 um 28,3 Prozent gestiegen. Der Skipasspreis hat sich also fast doppelt so stark erhöht.
Hätte sich der Preis des Skipasses lediglich an der Inflation orientiert, würdest du im kommenden Winter ungefähr 323,- € bezahlen. In den von uns über die Jahre verglichenen Skigebieten zahlst du jedoch 411,- €. Das sind rund 88,- € zusätzlich zu dem Betrag, der sich durch die allgemeine Preissteigerung erklären lässt. Inflationsbereinigt wurde das Skifahren in zehn Jahren also fast 27 Prozent teurer.
Das ist die Geschichte hinter den jährlichen drei Prozent Preissteigerung. Über eine einmalige Erhöhung von drei Prozent schaut man vielleicht noch weg. Zehn Erhöhungen hintereinander lassen sich da schwerer ignorieren.
Das hast du damals gezahlt, das zahlst du heute
| Skigebiet | 2016/2017 | 2026/2027 | Differenz | Anstieg |
|---|---|---|---|---|
| Skiliftkarussell Winterberg | 115,- € | 224,- € | + 109,- € | +94,8 % |
| Ski Arlberg | 262,- € | 468,- € | + 206,- € | +78,6 % |
| Sölden | 269,- € | 478,50 € | + 209,50 € | +77,9 % |
| Skicircus (heute Ski ALPIN CARD) | 250,- € | 440,- € | + 190,- € | +76,0 % |
| SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental | 235,- € | 413,50 € | + 178,50 € | +76,0 % |
| Oberstdorf-Kleinwalsertal | 220,- € | 382,80 € | + 162,80 € | +74,0 % |
| Schladming-Dachstein (Ski amadé) | 249,50 € | 432,50 € | + 183,- € | +73,3 % |
| Tignes-Val d’Isère | 278,- € | 468,- € | + 190,- € | +68,3 % |
| KitzSki | 256,- € | 423,- € | + 167,- € | +65,2 % |
| Zillertal Superskipass | 242,- € | 399,- € | + 157,- € | +64,9 % |
| Garmisch-Partenkirchen (Top Snow Card) | 234,- € | 378,- € | + 144,- € | +61,5 % |
| Dolomiti Superski | 287,- € | 453,- € | + 166,- € | +57,8 % |
| Les Portes du Soleil | 255,- € | 373,- € | + 118,- € | +46,3 % |
| Les Trois Vallées | 294,- € | 421,- € | + 127,- € | +43,2 % |
Der höchste prozentuale Anstieg betrifft das günstigste Gebiet
Das Skiliftkarussell Winterberg verlangte in der Saison 2016/2017 115,- € für sechs Tage. Im kommenden Winter sind es 224,- €. Das sind ganze 94,8 Prozent mehr und damit fast eine Verdopplung.
Das klingt allerdings dramatischer, als es ist. In Euro gerechnet verzeichnet Winterberg sogar den geringsten Anstieg in der Tabelle: Nur 109,- € mehr gegenüber 206,- € bei Ski Arlberg und 210, € bei Sölden. Wer also von einem niedrigen Ausgangspreis startet, erzielt mit demselben absoluten Mehrbetrag einen deutlich höheren prozentualen Anstieg. Mit 224,- € bleibt Winterberg auch im kommenden Winter das günstigste Skigebiet unserer gesamten Untersuchung und kostet weiterhin weniger als die Hälfte dessen, was Sölden für einen Skipass verlangt.
Betrachtet man die großen Alpengebiete, liegen die stärksten Anstiege fast ausschließlich in Österreich. Ski Arlberg führt die Rangliste mit knapp 79 Prozent an, dicht gefolgt von Sölden mit 78 Prozent. Frankreich verzeichnete den geringsten Anstieg: Les Trois Vallées und Les Portes du Soleil kamen auf 43 beziehungsweise 46 Prozent.
Das führt zu einer bemerkenswerten Verschiebung. Les Trois Vallées war 2016 mit 294,- € noch das teuerste Skigebiet der gesamten Tabelle. Heute steht es am unteren Ende der Liste der Preissteigerungen und nicht, weil es günstiger geworden wäre, sondern weil die anderen Gebiete ihre Preise stärker erhöht haben. Auch der Abstand zwischen dem teuersten und dem günstigsten Skipass ist größer geworden: 2016 lagen 179,- € zwischen den beiden Preisen, heute sind es 254,- €.
Sechzig Prozent des Anstiegs entfallen auf vier Wintersaisons
Bisher haben wir zwei Zeitpunkte miteinander verglichen. Wir veröffentlichen jedoch jedes Jahr diesen Preisvergleich. Wenn man jetzt die vergangenen zehn Jahreswerte miteinander vergleicht, wird genau sichtbar, wann die Preise besonders stark gestiegen sind.
| Saison | Durchschnittlicher Anstieg | Index (2016/2017 = 100) |
|---|---|---|
| 2016/2017 | +3,0 % | 100,0 |
| 2017/2018 | +2,1 % | 102,1 |
| 2018/2019 | +2,76% | 104,9 |
| 2019/2020 | +4,0 % | 109,1 |
| 2020/2021 | +3,3 % | 112,7 |
| 2021/2022 | +3,42% | 116,6 |
| 2022/2023 | +7,58% | 125,4 |
| 2023/2024 | +8,42% | 136,0 |
| 2024/2025 | +5,11% | 142,9 |
| 2025/2026 | +4,42% | 149,2 |
| 2026/2027 | +3,4 % | 154,3 |
Der Wendepunkt ist nicht zu übersehen. In den ersten fünf Saisons nach 2016 wurde der Skipass insgesamt um 17 Prozent teurer, in den darauffolgenden fünf Saisons um 32 Prozent. Der durchschnittliche jährliche Anstieg erhöhte sich von 3,1 auf 5,8 Prozent.
Vier Wintersaisons machen dabei den größten Teil des Anstiegs aus: Die Jahre 2022/2023 bis einschließlich 2025/2026 stehen zusammen für 60 Prozent der gesamten Preissteigerung innerhalb von zehn Jahren. Das ist genau der Zeitraum der Energiekrise und der anschließenden Inflationswelle. Ein Skigebiet, das Lifte, Schneekanonen und Pistenraupen betreibt, bekam diese Entwicklung noch stärker zu spüren als der durchschnittliche Verbraucher. Für den kommenden Winter gibt es allerdings eine gute Nachricht: Mit 3,4 Prozent liegt der Anstieg wieder auf dem Niveau von vor der Krise.
Warum in diesem Artikel zwei unterschiedliche Zahlen stehen
Oben hast du zwei Zahlen gesehen, die nicht übereinstimmen und das ist kein Fehler. Die vierzehn Skigebiete aus der Tabelle wurden innerhalb von zehn Jahren 67 Prozent teurer. Addiert man die Jahreswerte aus der Indextabelle, kommt man auf 54 Prozent. Das ist ein Unterschied von zwölf Prozentpunkten.
Der Grund: Es werden zwei unterschiedliche Dinge gemessen. Die vierzehn Skigebiete bilden eine feste Einheit und diese beinhaltet genau dieselben Namen im Jahr 2016 und heute. Die Jahreswerte hingegen sind Durchschnittswerte über alle Skigebiete, die wir in der jeweiligen Saison untersucht haben. Diese Einheit hat sich jedes Jahr hinsichtlich Zusammensetzung und Umfang verändert.
Der Unterschied ist selbst interessant. Die Skigebiete, die bereits seit zehn Jahren Teil unseres Vergleichs sind – allesamt bekannte und beliebte Reiseziele für WintersportlerInnen –, haben ihre Preise überdurchschnittlich stark erhöht. Fährst du in ein solches klassisches Skigebiet, ist die Zahl von 67 Prozent für dich maßgeblich. Betrachtet man unseren etwas breiter angelegten Preisvergleich, sind die 54 Prozent die bessere Orientierung.
Bekommst du dafür auch mehr Leistung? Zum Teil schon
Ein Skipass ist kein unveränderliches Produkt. In den Alpen wurde in den vergangenen zehn Jahren umfangreich gebaut, und einen Teil der 67 Prozent bekommst du in Form von Liften, Pisten und höherer Schneesicherheit zurück.
Das deutlichste Beispiel findet sich in der Tabelle oben. Wer 2016 einen Skipass für den Skicircus kaufte, fuhr in Saalbach Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn Ski. Derselbe Skipass heißt heute Ski ALPIN CARD und bietet Zugang zu drei Skigebieten: neben dem Skicircus auch zur Schmittenhöhe bei Zell am See und zum Kitzsteinhorn bei Kaprun. Zusammen sind das 408 Pistenkilometer und 121 Lifte. Du zahlst zwar 190,- € mehr als vor zehn Jahren, bekommst dafür aber einen Gletscher und ein weiteres vollständiges Skigebiet hinzu.
Auch im kommenden Winter wird zudem kräftig gebaut und zwar besonders in den Skigebieten, deren Preise am stärksten gestiegen sind:
- Sölden ersetzt den vierzig Jahre alten Zweiersessellift zum Gratl durch einen Sechser-Sessellift. Die Fahrzeit verkürzt sich von mehr als acht auf etwa vier Minuten. Da die Bergstation verlegt wird, kommt zudem eine neue blaue Piste hinzu.
- In Saalbach-Hinterglemm entsteht die neue Reiterkogelbahn, eine mehr als zwei Kilometer lange Zehner-Gondelbahn. Dank eines zweiten Abschnitts fährt sie künftig vollständig bis zum Gipfel. Dieser Skipass ist Bestandteil der Ski ALPIN CARD.
- Ischgl baut die Höllkarbahn, einen Achter-Sessellift. Sie bildet den Abschluss von drei neuen Liften, in die das Gebiet insgesamt 50 Millionen Euro investiert. Das ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Skigebiets.
Das Geld fließt also nicht nur in mehr Komfort. Es kommen Pistenkilometer hinzu, Lifte fahren bis zu Orten, an denen zuvor das Skigebiet endete, und die Wartezeiten werden kürzer. Ob du die 67 Prozent für angemessen hältst, hängt davon ab, wie viel davon du an deinem Skitag tatsächlich bemerkst.
Der Kassenpreis ist nicht mehr, was er war
In den vergangenen zehn Jahren hat sich allerdings noch etwas verändert: die Art, wie Skipässe gekauft werden. 2016 war es einfach. Man ging zur Liftkasse und bezahlte den Preis, der auf der Tafel stand. Inzwischen arbeiten viele Gebiete mit dynamischen Preisen, bei denen du weniger bezahlst, je früher du buchst. Sölden, Schladming-Dachstein und Bormio machen das zum Beispiel.
Das bedeutet, dass unser Vergleich strenger ist als der Preis, den du in der Praxis möglicherweise bezahlen musst. Wir rechnen konsequent mit dem Kassenpreis, um einen festen Wert zu haben. In Gebieten mit dynamischen Skipasspreisen ist er inzwischen zum Höchsttarif geworden. Wer frühzeitig online bucht, kann einen Teil der 67-prozentigen Preissteigerung umgehen. Wer am jeweiligen Tag zum Schalter geht, bezahlt den vollen Preis.
Was bedeutet das, wenn du jetzt buchst?
- Warten lohnt sich selten. In diesen zehn Saisons ist der Durchschnitt kein einziges Mal gesunken. Auf Grundlage dieser Entwicklung ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass du im kommenden Jahr weniger bezahlst als heute.
- Der Kassenpreis ist deine Obergrenze, nicht zwingend dein tatsächlicher Preis. In den Skigebieten mit dynamischem Preissystem kann eine frühe Buchung mehrere Dutzend bis mehr als hundert Euro sparen.
- Die Wahl des Skigebiets ist wichtiger als das Jahr. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Skipass der vierzehn Skigebiete in unserem Vergleich liegen 254,- € – mehr als das Eineinhalbfache des gesamten Anstiegs über zehn Jahre.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu zehn Jahren Skipasspreisen
So haben wir gerechnet
Wir vergleichen stets dasselbe: einen Skipass für sechs aufeinanderfolgende Skitage, für eine erwachsene Person, in der Hauptsaison und zum regulären Kassenpreis. Onlinepreise, Frühbucherpreise und Preise für Gäste mit Vorteilskarten werden nicht berücksichtigt. Alle Beträge sind in Euro angegeben – genau so, wie wir sie seinerzeit notiert haben. Die Jahreswerte in der Indextabelle stammen aus unseren eigenen Beobachtungen der jeweiligen Saisons.
Die Inflationszahlen stammen von Eurostat: der harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland, 2015 = 100, mit 100,4 im Jahr 2016 gegenüber 131,9 im Jahr 2025. Das ist das letzte vollständige Jahr dieser Reihe, die Inflation umfasst also neun Jahre und die Skipasspreise zehn Preisrunden. Auch wenn man das korrigiert, bleibt der Unterschied groß, aber es ist kein exakt gleicher Zeitraum.