In den Alpen ist das Winterwetter mit voller Wucht zurückgekehrt. Seit gestern Abend ist in den Nordalpen bereits eine beträchtliche Menge Schnee gefallen, und heute kommt noch deutlich mehr hinzu. Der Schneefall geht mit stürmischen Bedingungen und hoher Lawinengefahr einher. Inzwischen gilt für mehrere Gebiete Warnstufe Orange.
Kurz zusammengefasst:
- Lokal weit über 1,5 Meter Schnee in den Nordalpen bis einschließlich Freitag.
- Tiefe Schneefallgrenze bis in die Dörfer: zwischen 400 und 800 Metern.
- Stürmische Bedingungen mit Windböen von über 100 km/h.
- Die Lawinengefahr steigt in Teilen Österreichs und der Schweiz auf Warnstufe 4.
Wetterwarnungen in Österreich, der Schweiz und Deutschland
Von gestern Abend bis Freitagnachmittag hat GeoSphere Austria für verschiedene Teile Österreichs Warnstufe Gelb und Warnstufe Orange ausgerufen. So gilt im Norden Tirols und in weiten Teilen Vorarlbergs Warnstufe Orange wegen der Schneefälle, während für den Rest Tirols sowie unter anderem für Teile von Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark Warnstufe Gelb ausgerufen wurde. In der südlichen Hälfte des Landes gilt Warnstufe Orange aufgrund des Windes. Unter anderem in Osttirol, Kärnten, dem Südosten Salzburgs und in weiten Teilen der Steiermark.
In der Schweiz gilt sowohl Warnstufe Orange (von St. Gallen/Graubünden bis weit hinein nach Bern) als auch Warnstufe Gelb (unter anderem in großen Teilen des Wallis, Berns, Graubündens und Uri) wegen der heftigen Schneefälle. Warnungen vor starkem Wind gelten vor allem für die südliche Hälfte des Landes, mit Warnstufe Orange für den Süden des Tessins und den Südosten Graubündens. In den deutschen Alpen wird ebenfalls vor Schnee gewarnt, bei Warnstufe Orange.
Schnee bis in die Täler
Die Schneefallgrenze ist seit gestern Abend auf zwischen 400 und 800 Meter gesunken. Inzwischen sind die meisten Dörfer bereits ein winterlich verschneit. Das sorgt für wunderschöne Bilder auf den Webcams, bringt aber auch die entsprechenden Gefahren mit sich. Rechne mit Problemen auf der Straße, beim Bahnverkehr und im Luftverkehr. Straßensperrungen sind nicht ausgeschlossen. Heute erreicht der Schneefall seinen Höhepunkt. Ab 400 bis 600 Meter sollen zwar nur 20 bis 40 cm Schnee fallen, doch ab 1.000 Meter Höhe steigen die Mengen deutlich an. Dort sind heute 60 bis 100 cm Neuschnee möglich.
Windböen bis zu 120 Kilometer pro Stunde
Die kräftige Kaltfront aus Nordwesten sorgt für eine typische Nordstau-Lage, bei der viel Schnee an die Nordseite der Alpen gedrückt wird. Gleichzeitig bringt diese Kaltfront stürmische Bedingungen mit sich. Vor allem am Alpenhauptkamm und südlich davon weht ein kräftiger bis stürmischer Nordwind. In den Bergen können Windböen von 100 bis 120 km/h auftreten, was die kritische Lage zusätzlich verstärkt.
Lawinengefahr steigt auf Stufe 4 von 5
Die Lawinengefahr hat in den vergangenen Stunden durch den anhaltenden Schneefall und den starken Wind zugenommen. Der Lawinenwarndienst Tirol hat für die Tuxer Alpen, die Zillertaler Alpen und die Hohen Tauern Warnstufe 4 ausgegeben. Das bedeutet, dass spontane Lawinen zu erwarten sind und die Sicherheit in den Skigebieten außerhalb der markierten und geöffneten Pisten ernsthaft gefährdet ist. Bleib deshalb wirklich nur auf den markierten Skipisten. Auch im Süden der Schweiz ist die Lage kritisch. White Risk hat sowohl Stufe 3 als auch Stufe 4 ausgerufen.
Was tun, wenn du in den Winterurlaub unterwegs bist oder schon dort bist?
- Bleib auf den markierten und geöffneten Skipisten und fahr auf keinen Fall abseits der Pisten.
- Folge den lokalen Warnungen und prüfe sie regelmäßig. Es besteht die Möglichkeit, dass die Lage kann sich im Laufe des Tages ändert und sich verschlechtert, wenn der Niederschlag zunimmt.
- Stell dich auf stürmische Bedingungen und starken Schneefall ein. Rechne mit geschlossenen Skiliften und Pisten.
- Fahr mit Winterreifen und rechne mit glatten Straßen. Vergiss auch nicht, ein Set Winterausrüstung mitzunehmen.
- Prüfe regelmäßig die aktuellen Informationen zu den Schneeverhältnissen und Straßenbedingungen.