Die Alpen müssen sich auf einen deutlichen Wetterumschwung einstellen. Während es in den vergangenen Tagen noch regelmäßig mild und sonnig war, kündigt sich nun ein echtes Winter-Comeback an. Nicht nur steht Ende März ein regelrechter Neuschnee-Schub auf den Wetterkarten, auch sorgt eine kräftige Kaltfront dafür, dass es vorübergehend wieder winterlich kalt wird – mit einer Schneefallgrenze bis in die Täler. Besonders die Nordseite der Alpen bekommt viel Schnee ab, mit den größten Mengen für Österreich und die Schweiz. Auch Frankreich und Italien werden den Umschwung spüren, wenn auch in etwas anderer Form.
Kurz zusammengefasst:
- Am Mittwoch ändert sich das Wetter: Eine Kaltfront verdrängt den Frühling aus den Alpen und lässt die Schneefallgrenze rasch sinken.
- Donnerstag und Freitag werden winterliche Tage, mit den größten Schneemengen an der Nordseite der Alpen, vor allem in der Schweiz und in Österreich.
- In den französischen und italienischen Alpen kehrt die Sonne schneller zurück, doch auch dort folgt zunächst eine deutliche Abkühlung und vorübergehend winterliches Wetter.
- Auch nach dem Wochenende bleibt es unbeständig, mit Schneefallwahrscheinlichkeit für die Nordalpen.
Vom Frühlingsgefühl zum Wintereinbruch
Der Mittwoch beginnt in vielen Alpenregionen noch freundlich, doch dieses Bild kippt schnell. Aus nordwestlicher Richtung zieht eine aktive Kaltfront über die Alpen. Zunächst bringt sie Regen, doch schon bald fällt überall Schnee, sobald die Schneefallgrenze sinkt. WintersportlerInnen müssen sich auf stürmische Bedingungen, starke Abkühlung und Schnee bis in die Täler einstellen.
Die größten Schneemengen treffen die Nordalpen. Dort entwickelt sich der lang erwartete Nordstau: Feuchte Luft wird gegen die nördlichen Gebirgsketten gedrückt, wodurch die Schneefälle länger anhalten und die Neuschneemengen rasch ansteigen. Besonders die Schweiz und Österreich dürften davon profitieren. Gut für die Skigebiete, die jetzt noch geöffnet sind, aber noch besser wäre es natürlich gewesen, wenn das schon im Januar oder Februar passiert wäre. Gleichzeitig nimmt der Wind deutlich zu, was in höheren Lagen für schlechte Sicht, Schneeverwehungen und möglicherweise geschlossene Lifte sorgt.
Heute (Mittwoch): Kaltfront zieht auf
Wer jetzt auf die Webcams schaut oder selbst in den Alpen ist, kann kaum glauben, dass sich das Wetterbild heute drastisch ändern wird. In den meisten Skigebieten ist es derzeit noch super sonnig und frühlingshaft, abgesehen von etwas hoher Bewölkung. Doch das ändert sich rasch. Aus nordwestlicher Richtung steuert eine kräftige Kaltfront auf die Alpen zu, begleitet von viel Niederschlag und stürmischen Winden. Im Laufe des Vormittags zieht es in den Skigebieten der Nordalpen in Österreich, den deutschen Alpen, der Schweiz und Frankreich schnell zu. Die Schneefallgrenze sinkt rasant auf 500 bis 1.300 Meter Höhe, und bis einschließlich morgen früh sollen bereits 20 bis 60 cm Schnee fallen und dabei bleibt es nicht. In Norditalien hält sich das milde Wetter noch etwas länger, doch gegen Abend folgt auch dort eine deutliche Verschlechterung. Hier ist es möglich, dass bis morgen früh etwa 25 cm Schnee fallen.
Donnerstag: Der heftigste Schneetag
Der Donnerstag wird ohne Zweifel der winterlichste Tag diese Woche werden.
- Österreich: Dichte Bewölkung und anhaltender Niederschlag im ganzen Land, vor allem in den Nordalpen. Ein tiefwinterlicher Tag mit eingeschränkter Sicht und einer Schneefallgrenze zwischen 600 und 800 Metern. Der Wind weht kräftig bis stürmisch aus Nord, mit Temperaturen auf 2.000 Metern Höhe zwischen -10 °C und -7 °C. Die Schneemengen bis Freitagmorgen steigen von 40 auf bis zu 100 cm.
- Schweiz: Vor allem auf der Nordseite sowie in Nord- und Mittelgraubünden fällt viel Schnee. Schneefallgrenze um 600 Meter, mit Schneemengen, die bis Freitagmorgen von 40 auf 120 cm ansteigen. Auch in der Schweiz herrscht ein stürmischer Nordwind.
- Frankreich: In den französischen Nordalpen fühlt sich der Donnerstag wie ein Wintertag an. Schnee fällt ab 500 Metern Höhe. Rechne mit etwa 20 bis 40 cm bis Freitagmorgen und einem unangenehmen, kräftigen Nordwind.
- Italien: Im Norden und Nordosten liegt die Schneefallgrenze bei etwa 500 bis 600 Metern. Dort sollen bis Freitagmorgen 10 bis 30 cm Schnee fallen. Weiter südwestlich fällt wegen Föhnwinds weniger Schnee.
- Deutsche Alpen: Schneefallgrenze um 500 bis 700 Meter. In den höheren Lagen ist es durchaus möglich, dass 70 cm Schnee fallen (Zugspitze). Sonst 20 bis 40 cm bis Freitagmorgen.
Freitag: Noch Schnee im Nordosten, anderorts bereits Auflockerungen
Am Freitag schneit es an der Nordseite der Alpen noch eine Zeit lang weiter, doch die Unterschiede nehmen zu. In Österreich hält sich das Winterwetter vor allem im Nordosten und Südosten länger, während im Westen bereits häufiger Auflockerungen auftreten. In der Schweiz wird es im Tagesverlauf freundlicher, auch wenn es in den Voralpen und entlang der Nordseite am Morgen noch kräftig schneien soll. Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 600 Metern, und erneut können 20 bis 40 cm Schnee fallen.
In den französischen Alpen kehrt die Sonne schneller zurück und es folgt ein klarerer, kalter Tag. Auch in Italien verbessert sich das Wetter in vielen Gebieten, wenngleich es dort frisch bleibt und weiterhin ein kräftiger Nordwind weht.
Samstag: Beständiger, aber für Ende März weiterhin frisch
Am Samstag gibt es für viele Skigebiete eine kurze Verschnaufpause. In Österreich lässt der Einfluss des Tiefdruckgebiets nach und die Sonne bricht vielerorts durch, vor allem im Süden und Westen. Auch in der Schweiz und den französischen Alpen scheint dann ein recht schöner Tag bevorzustehen, mit viel Sonne, aber für Ende März niedrigen Temperaturen. Für Italien sieht der Samstag ebenfalls günstig aus, trockenem und beständigerem Wetter mit in vielen Regionen. Der stärkste Wind lässt nach und die Sonne lässt sich wieder mehr blicken.
Sonntag: Die Nordseite wieder etwas unbeständiger
Am Sonntag entwickelt sich das Wetter wieder in unterschiedliche Richtungen. Im Norden und Westen Österreichs gibt es erneut häufiger Wolken und Schauer, mit einer Schneefallgrenze, die um 1.000 Meter schwankt. Auch in Teilen der Schweiz nimmt die Unbeständigkeit wieder zu, aber vor allem an der Nordseite und im Engadin sind erneut Niederschläge möglich. Auch in den französischen Alpen sollen später wieder mehr Wolken aufziehen, wenngleich es dort weniger ausgeprägt sein wird als an den Tagen zuvor.
Auf der Südseite der Alpen bleibt es voraussichtlich freundlicher. In der Südschweiz und Teilen Norditaliens sind die Chancen auf Sonne größer, auch wenn die Entwicklung in Richtung Sonntag noch unklar ist.
Nach dem Wochenende noch mehr Schnee
Nach dem Wochenende bleibt es in den Alpen recht frisch und wechselhaft. Die Nordseite der Alpen, vor allem in Österreich, der Schweiz und im Westen Deutschlands, bleibt anfällig für neue Schneeschauer, während die Schneefallgrenze zwischen 600 und 1.000 Metern schwanken soll. In den südlichen Alpen, etwa in Italien und den französischen Alpen, wird das Wetter beständiger, doch eine neue Wetterfront kann Anfang April erneut Schnee bringen, vor allem in den höheren Regionen. Das Bergwetter bleibt also unberechenbar, aber die winterlichen Bedingungen halten in den kommenden Tagen an.