Die Alpen stellen heute auf Winter um. Mit einer nördlichen Strömung erreicht kalte, polare Luft heute die Skigebiete, und das spürt man sofort: regional ist es 10 bis 15 Grad kälter als gestern. Bis einschließlich Neujahr bleibt das Wetterbild konstant, aber ab Freitag/Samstag ist die Wetterlage komplett offen. Dann kann es lokal viel Niederschlag geben, aber die große Frage ist: Fällt er als Schnee bis ins Tal oder schiebt sich mildere Luft herein und steigt die Schneefallgrenze?
Kurz zusammengefasst:
- Dienstag bis Donnerstag: winterlich kalt. Über den Wolken oft Sonne, in Teilen der Nordalpen jedoch häufig Hochnebel und lokal ein paar Schneeschauer im Norden/Nordosten.
- Jahreswechsel: Tagsüber noch vielfach beständig, später aus Norden in Österreich mehr Wolken und leichter Schneefall im Norden/Nordosten.
- Freitagabend bis Sonntag: größte Unklarheit. Chance auf (lokal) viel Niederschlag durch eine Luftmassengrenze, aber die Schneefallgrenze kann stark variieren.
Dienstag: Kombination aus Sonne und Schnee
Ein kräftiges Hochdruckgebiet mit Kern über den Britischen Inseln bestimmt das Wetter in den Alpen bis zum Ende des Jahres 2025. Schon seit einigen Tagen ist es überwiegend sonnig in den Alpen, wobei an der Nordseite morgens besonders hartnäckiger Hochnebel auftritt. Dieser liegt heute bei einer Obergrenze von 1.400 bis 1.800 Metern, sodass man wirklich in höhere Lagen muss, um sonnige Pisten zu finden. Eine schwache Wetterfront bringt etwas Schnee an die nordöstliche Seite des Alpengebiets, mit den meisten Zentimetern in Österreich zwischen Dachstein und den Ybbstaler Alpen. Auch in der Schweiz fallen lokal ein paar Flocken, mengenmäßig sind jedoch nicht mehr als 5–10 cm zu erwarten.
Wetterwarnung für kalte Winterbedingungen (eine Extralage Kleidung)
Ein zusätzliches „Schichtchen“ benötigst du ab heute definitiv, wenn du auf die Piste gehst: Eine nördliche Strömung schickt kalte Polarluft in die Skigebiete der Alpen. Im Vergleich zu gestern ist es in Österreich 10 bis 15 Grad kälter, und das merken wir besonders in den Höhenlagen: Auf 2.000 Metern zeigte das Thermometer gestern noch Werte im Plusbereich, heute sinkt die Temperatur dort lokal auf etwa −13 Grad. Durch den Nordwind kann es sogar noch kälter wirken. Zieh dich also schön warm an! GeoSphere Austria hat für Teile Österreichs (u. a. Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich) wegen der Kälte Code Gelb ausgegeben.
Am kältesten ist es im östlichen Alpengebiet; im Westen und Süden liegen die Werte höher. In den französischen Alpen und den Pyrenäen soll es stark stürmen, mit Windböen von 70 bis 90 km/h und lokal bis zu 100 km/h im unteren Rhônetal.
Ruhiger, aber kalter Jahreswechsel
Der Jahreswechsel verläuft in den Alpen ziemlich ruhig. Zunächst weht noch ein recht kräftiger Wind aus Nord/Nordost, der im Tagesverlauf nachlässt. Es bleibt jedoch eisig kalt, sowohl in den Tälern als auch in den Höhenlagen. Auch in den französischen Alpen wird es ab morgen deutlich kälter. Im Laufe des Nachmittags nimmt in Österreich die Bewölkung aus Norden zu und es soll sogar noch etwas frischer Schnee fallen – von den Kitzbüheler Alpen bis zum Schneeberg. Auch dort sind die Mengen allerdings nicht spektakulär.
Neujahr: sonnig und kalt
Am Neujahrstag bleiben im Norden und Osten noch einige Restwolken hängen, diese lösen sich aber schnell auf. Unter dem Einfluss eines Zwischenhochs scheint verbreitet die Sonne, bei etwas hoher Schleierbewölkung. Der Wind weht im Norden und Osten noch mäßig bis kräftig aus Südwest bis West, lässt aber überall nach.
Ab Freitag wird es unklar
Ab Freitag wird die Wetterlage unklar und schwer vorhersagbar. Der Tag beginnt noch recht sonnig und trocken, doch bald tauchen hohe Wolken auf, die dicker werden, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt. MeteorologInnen spekulieren schon seit Tagen darüber, was ab Freitagnachmittag passieren könnte, und das hängt mit zwei Luftmassen zusammen, die aufeinandertreffen werden. Einerseits wird weiterhin sehr kalte Luft aus Norden in Richtung Süden geführt, andererseits strömt milde Luft vom Atlantik nach Norden.
Samstag, 3. und Sonntag, 4. Januar: Es bleibt spannend, wegen kollidierender Luftmassen
Irgendwo in Mitteleuropa kommen diese beiden Luftmassen am kommenden Wochenende zusammen (Luftmassengrenze). Die Kollision dieser beiden Luftmassen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften kann starken Niederschlag bringen, sowohl in Form von Regen als auch in Form von Schnee. Die große Frage ist jetzt, wo das passiert. Diese Luftmassengrenze kann sich zum Beispiel um 50 km verschieben, was große Auswirkungen auf die Schneefallgrenze hätte. Das entscheidet darüber, ob du Powder erwischst oder stattdessen Regen/nasse Schneeflocken. Die genaue Stelle wird erst kurz vor Beginn der Kollision vorherzusehen sein.
Angesichts dessen siehst du auf den verschiedenen Wetterseiten auch sehr unterschiedliche Angaben zur Schneevorhersage: Von nur ein paar Flocken bis zu mehr als einem Meter ist alles möglich. Abwarten also, was passiert. Bei Snowplaza halten wir dich auf jeden Fall auf dem Laufenden!
Rechne auf dem Weg mit Schnee
Reist du am kommenden Samstag in die Alpen oder trittst du die Heimreise an? Dann ist es sinnvoll, jetzt schon verschiedene Szenarien zu bedenken. Es besteht die Möglichkeit, dass sogar außerhalb der Alpen lokal bis zu 25 cm Schnee in Deutschland und Frankreich fallen können. Das kann unterwegs zu Problemen führen, wie zäh fließendem Verkehr, Glättegefahr und dem Bedarf, Schneeketten anlegen zu müssen. Behalte den aktuellen Wetterbericht und die regionalen Verkehrsnachrichten also genau im Auge.