Die aktuellen Wetterkarten zeigen ein meteorologisches Phänomen. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über Russland ringt um die Vorherrschaft mit milden, feuchten Tiefs aus dem Süden. In Kombination mit einem geschwächten Polarwirbel besteht die Möglichkeit, dass dies den Winter in Europa deutlich verstärkt. Was zu einer lang anhaltenden Frostperiode führen kann, die möglicherweise bis Mitte Februar andauert. Was bedeutet das für deinen Skiurlaub?
Kurz zusammengefasst:
Das Wetter in Europa steckt in einer komplexen Lage mit mehreren Wettersystemen, die um die Vorherrschaft kämpfen:
- Gestörter Polawirbel: Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit strenger arktischer Kälte in Europa, mit einem Höhepunkt von Ende Januar bis Mitte Februar 2026.
- Kraftvolles Hochdruckgebiet über Russland: Dieses lenkt kalte kontinentale Luft nach Mitteleuropa und blockiert milde atlantische Luft.
- Tiefs aus dem Süden: Da der Weg nach Norden blockiert ist, ziehen Tiefs nach Süden, saugen dort Feuchtigkeit auf und prallen an den Alpen ab.
Russisches Hochdruckgebiet und geschwächter Polarwirbel
In aktuellen Wetteranalysen ist ein kräftiges Hochdruckgebiet über Russland erkennbar. Gleichzeitig zeigt der Polarwirbel Anzeichen einer Störung. Ein geschwächter Polarwirbel sorgt in Kombination mit dem Hoch über Russland für ein sehr unvorhersehbares Wetterbild.
Dieses Wetterphänomen kann den Winter in Europa deutlich verstärken und hat direkte Auswirkungen auf die Skigebiete — sowohl in den Alpen als auch in den Mittelgebirgen näher bei uns (Vogesen, Harz, Schwarzwald, Sauerland). Die Situation erinnert an historische Kältewellen, bei denen kalte Polarluft aus Nordosten tief nach Europa eindringen konnte.
Die Kaltluft strömt nicht in einem einzigen Schub nach Mitteleuropa, sondern in mehreren Wellen. Jede neue Welle kann die Frostperiode weiter verlängern.
Was passiert meteorologisch genau?
Kraftvolles Hoch über Russland. Dieses wirkt als Blockade für kontinentale Kaltluft und hält gleichzeitig die milde Luft vom Atlantik ab. Das Ergebnis: Kaltluftmassen werden über längere Zeiträume Richtung Mitteleuropa gelenkt. Modelle zeigen, dass diese Blockade bis Mitte Februar andauern kann.
Gestörter Polarwirbel. Dieser Kältestrudel über dem Nordpol zeigt Schwächezeichen. Wird er gestört, kann arktische Luft aus dem Polarbereich weit nach Süden strömen. Meteorologen erwarten möglicherweise Anfang Februar eine neue Abschwächung, was die Kältewellen verstärken könnte.
Schnee als Nebendarsteller
In diesem Szenario spielt Schnee eine Rolle, aber nicht die Hauptrolle. Die Kältewellen können kleine Tiefs mit sich bringen, die plötzliche Schneeschauer verursachen. Durch die Kälte bleibt der Schnee liegen und wirkt isolierend, sodass die Temperaturen nachts die Möglichkeit haben, weiter zu sinken. Besonders in den Mittelgebirgen sind die Bedingungen ideal, um Kunstschnee zu produzieren.
Auswirkung auf die Skigebiete: das ist zu erwarten
Was kannst du in den Skigebieten der Mittelgebirge und der Alpen erwarten?
Deutsche Mittelgebirge: die große Tiefkühltruhe
Für Regionen wie das Sauerland, den Harz und den Schwarzwald deuten die Wettermodelle auf eine seltene, lang anhaltende Frostperiode hin:
- Dauerfrost: Es besteht die Möglichkeit mehrerer Wochen anhaltendem Frost, wobei die Temperatur nachts lokal sogar auf bis zu −20 °C sinken kann, besonders in höheren Lagen.
- Zwar sind große Schneefälle wahrscheinlich nicht zu erwarten, doch sind die Bedingungen hervorragend, um die Beschneiungsanlagen laufen zu lassen.
- Achtung: Der Kampf zwischen der russischen Kälte und milderer Luft aus Westen bringt Mitte dieser Woche ein hohes Risiko für Eisregen (Glatteis) mit sich. Sei besonders vorsichtig, wenn du unterwegs bist.
Die Alpen: Endlich extreme Schneefälle für die Nordalpen?
In den Alpen sorgt das Zusammenspiel von Kälte aus Nordosten und Feuchtigkeit aus Süden für eine interessante Entwicklung.
- Am vergangenen Wochenende gab es noch Niederschläge in den Südwest-Alpen. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt und in nahezu allen Alpenregionen scheint die Sonne. Der Wind weht nicht mehr aus Süd/Südwest, sondern hat mehr nach Südost gedreht.
- In den Nordalpen hängt eine Kaltluftblase, wodurch viele Skigebiete hier mit Hochnebel (tief liegendem Dunst) zu kämpfen haben.
- Wechselhafte Tage ab Donnerstag mit mehreren Schneechancen – zunächst hauptsächlich für die französischen Alpen.
- Spannend wird es ab Sonntag: Der Wind dreht auf Nordost und die russische Kälte „peitscht“ die Niederschläge über den Alpenhauptkamm. Die besten Schneechancen bestehen dann für Skigebiete in den Nordalpen von Frankreich, der Schweiz und Österreich. Auch die Dolomiten (und olympische Skigebiete) profitieren. Bis zu etwa 30 cm Neuschnee sind möglich.
- Süddeutschland hat ebenfalls gute Chancen auf Schnee.
Wie kannst du dich auf extreme Kälte vorbereiten?
- Sorge für warme Kleidung: Schichten, Schichten, Schichten! Vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden ist es sehr kalt.
- Beobachte die Wettervorhersagen: Schau dir Tages- und Nachttemperaturen deines Skigebiets an und achte auf die Schneefallgrenze und Schneehöhen, da diese stark variieren können.
- Plane deine Anreise gut: Prüfe die Straßenverhältnisse zu deinem Skigebiet. Die Kälte kann zu Glätte und Eisregen führen, hauptsächlich in den tieferen Lagen der Alpen und in den Mittelgebirgen.
Spannend: eine besondere Wetterperiode
Wir stehen am Anfang einer außergewöhnlichen Wetterperiode. Die Kombination aus lang anhaltender Kälte und gezielten Schneechancen macht die kommenden Wochen für WintersportlerInnen interessant. Ob du dich für die Mittelgebirge entscheidest – mit ihren hervorragenden Bedingungen für technische Beschneiung – oder für die Nordalpen, die endlich ihren lang ersehnten Schneefall bekommen könnten: Der Winter wird sich diesen Februar definitiv bemerkbar machen.